Wifo: Welthandel zu Jahresbeginn 2015 wieder schwach

Wifo: Welthandel zu Jahresbeginn 2015 wieder schwach

Schwacher Welthandel: Laut Wifo sorgen unter anderem der starke Dollar und die negative Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern für einen schwachen Welthandel.

Der starke Dollar, die schwächelnde chinesische Wirtschaft und der Konjunktureinbruch in Russland gaben dem Welthandel zu Beginn des Jahres einen Dämpfer, so das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo). In Österreich wuchs das reale BIP kaum, die Arbeitslosenquote stieg weiter.

Der Welthandel läuft laut Wifo zu Beginn des Jahres noch nicht richtig rund. Die chinesische Volkswirtschaft wuchs im ersten Quartal 2015 mit sieben Prozent so langsam wie zuletzt während der Wirtschaftskrise 2007/08. Der starke Dollar hemmte die Exporte der USA, in Brasilien und Russland verschlechterte sich die Konjunktur weiter. Brasilien steckt seit fünf Jahren in einer Wirtschaftskrise. Experten vermuten, dass das Bruttoinlandsprodukt heuer um mehr als 0,5 Prozent sinken könnte. Das russische BIP schrumpfte im ersten Quartal um 2,2 Prozent, für die Monate April bis Juni sagte der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew einen weiteren Rückgang um zwei bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr voraus.

Eine breite Erholung der Industrieproduktion zeigte sich in den vergangenen Monaten lediglich in Osteuropa, dies schließt die Russland-Ukraine-Krise als Ursache der Investitionsflaute im übrigen Europa aus.

Im Euro-Raum liegt die Konjunkturschwäche vielmehr an der unzureichenden Binnennachfrage. Das zeigt sich unter anderem in der Abwärtstendenz der Kerninflationsrate (März 2015: 0,6 Prozent) und hängt mit der restriktiven Fiskalpolitik zusammen. Insgesamt deuten die Stimmungsindikatoren für die EU und für den Euro-Raum auf eine anhaltend geringe Expansion hin. Die Europäische Zentralbank (EZB) versucht seit Anfang März dem entgegenzuwirken und die Konjunktur in der Euro-Zone durch ihr Kaufprogramm von Wertpapieren anzuheizen.

Österreichs Wirtschaft ebenfalls schwach im ersten Quartal

Aufgrund der Euro-Abwertung wurde der negative Effekt des schwachen Welthandels für die österreichischen Exporte teilweise kompensiert. Die heimischen Exporte legten laut Wifo von Jänner bis März gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,7 Prozent zu. Die Ausfuhren hätten die mäßige Dynamik von Ende 2014 beibehalten. Die wegen des Ölpreisverfalls sinkenden Importpreise hätten die Einfuhren stimuliert. Dies habe die Nettoexporte gedrückt, die Inlandsnachfrage sei aber im gleichen Ausmaß gestiegen.

Da die Investitionen aber nicht mehr so stark schrumpften, stagnierte das reale BIP im ersten Quartal lediglich - 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die beschleunigten Mietpreissteigerungen und die aufgrund der kalten Progression 2014 überproportional gestiegene Abgabenbelastung hielten die Zunahme des privaten Konsums flach. Die positiven Effekte der geringeren Ölpreise setzten hier zeitverzögert ein und sollten für das zweite Halbjahr absehbar sein, so Wifo-Experte Stefan Schiman. Der Ölpreiseffekt könnte ein bis zwei Zehntel auf Jahresbasis betragen.

Eine Stütze der Konjunktur blieben allerdings die Dienstleistungen; insbesondere im Mobilfunkbereich belebten sich die Umsätze. Aufgrund der anhaltenden Konjunkturschwäche stieg die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im April 2015 auf 9,2 Prozent - rund 419.875 Personen waren ohne Job.

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