WIFO: Wachstum und anhaltender Aufschwung im Euro-Raum

EZF-Zentrale in Frankfurt

EZF-Zentrale in Frankfurt

Die Wirtschaft in der Eurozone und in Österreich brummt wie seit einem Jahrzehnt nicht. Unternehmen verzeichnen Höchststände bei den Auftragseingängen, die Produktion läuft auf Hochtouren und Arbeitskräfte werden dringend gesucht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO rechnet mit einem lange anhaltenden Aufschwung.

Die Wirtschaft in der Eurozone - und auch in in Österreich - zieht wieder kräftig an. Der Aufschwung ist da, und er soll diesmal kräftig und anhaltend sein, darin sind sich Wirtschaftsforscher einig. Berechnungen des Instituts IHS Markit zufolge ist die Wirtschaft in der Eurozone im Frühjahresquartal um 0,7 Prozent gewachsen. Eine unter 5.000 Unternehmen durchgeführte Befragung zeigt, dass die Auftragsbücher bestens gefüllt sind. "Die Unternehmen kommen der anziehenden Nachfrage kaum hinterher." Sie stellten deshalb so viele Mitarbeiter ein wie seit zehn Jahren nicht mehr", sagt Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson

Marcus Scheiblecker, Kojnjunkturexperte und stellvertretender Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, kommt in seiner neuen Analyse des Euro-Raums zu einem ähnlich positiven Ergebnis. "Derzeit liegen wirtschaftspolitische Bedingungen vor, die für einen längeren Aufschwung als üblich sprechen", hält er fest.

Ein Grund dafür ist die zuletzt von vielen Seiten kritisierte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank EZB. Die Zinspolitik und die Anleihenkäufe der Bank beleben den Aufschwung und dass die EZB bislang noch keine restriktiven Schritte gesetzt hat - also noch keine Zinserhöhungen vorgenommen hat - ist ein weiterer positiver Faktor. Im Gegensatz zu früheren Krisenzeiten, als erste Zinsschritte bereits in sehr frühen Phasen des Aufschwungs gesetzt wurden lässt die Europäische Zentralbank trotz der starken Konjunkturdynamik derzeit noch keine Anzeichen einer geldpolitischen Kehrtwende erkennen.

Für Österreich sieht Scheiblecker auch keine dämpfenden Schritte der Fiskalpolitik: Da der Primärsaldo, der Haushaltssaldo ohne Berücksichtigung der Zinsausgaben für Staatsschulden, bisher noch nicht auf das steigende Wirtschaftswachstum reagiert hat, könne sogar von einer leicht expansiven Wirkung der Fiskalpolitik ausgegangen werden.

In den USA sind die besten Zeiten vorüber

Während sich im Euro-Raum kein Ende der Aufschwungphase abzeichnet, scheint in den USA der Höhepunkt bereits erreicht zu sein. Die Notenbank Fed hat zwar aufgrund der immer noch niedrigen Inflationsrate erst zaghafte Zinsschritte gesetzt, die Arbeitslosigkeit ist aber in den Vereinigten Staaten bereits unter den Tiefstwert in der Boomphase 2007 gesunken.

Die US-Industrie hat im Mai auch zum zweiten Mal in Folge weniger Aufträge verbucht. Die Bestellungen schrumpften Informationen des Handelsministerium zufolge gegenüber April um 0,8 Prozent und damit überraschend deutlich.

Leichte Sorgen bereiten den Analysten die vielen in der Niedrigzinsphase aufgenommenen Kredite. Angesichts der großen Zahl der Autokredite macht sich die Sorge über neue Subprime-Krise breit. Auch die Aktien vieler US-Unternehmen liegen deutlich über historischen Höchstwerten und die Notierungen einiger Unternehmen sind trotz jahrelanger Verluste von Hoffnung getrieben.

Doch selbst wenn die USA in der nächsten Zeit in eine neue Rezession schlittern sollte geht Scheiblecker nicht davon aus, dass sich diese auf den Euro-Raum - und somit auch nicht auf Österreich - niederschlagen kann. Das Risiko dafür wird jedenfalls als deutlich niedriger bewertet als im Jahr 2008. Scheiblecker: "Die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung des Aufschwungs, beziehungsweise einer Verstärkung der Dynamik durch die nicht einschränkenden geld- und fiskalpolitischen Bedingungen ist deutlich höher als die eines Abschwungs aufgrund einer Rezession in den USA."

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