Wifo: Österreichs Wirtschaft schwächer ins Jahr 2019 gestartet

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ist bis März gegenüber Vorjahresquartal schwächer geworden. Das BIP wuchs nur noch um 0,3 Prozent. Im Jahresabstand ist das BIP-Wachstum mit einem Plus von 1,1 Prozent auf mehr als die Hälfte zurückgegangen. Der Privatkonsum floriert. Die Industrie verlor weiter an Fahrt und rutschte sogar im Minus.

Wifo: Österreichs Wirtschaft schwächer ins Jahr 2019 gestartet

Wien. Mit einem noch etwas langsameren Wachstumstempo hat sich die Konjunkturabkühlung in Österreich zu Jahresbeginn fortgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal real um 0,3 Prozent zu, verglichen mit dem vorhergehenden Quartal, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) zum Monatsende April in seiner Schnellschätzung erklärte.

In den beiden vorangegangenen Vierteljahren war das BIP im Quartalsabstand noch um je 0,4 Prozent angestiegen, im zweiten und ersten Quartal 2018 waren es sogar noch 0,6 bzw. 0,8 Prozent gewesen. Laut Eurostat-Methodik wuchs das heimische BIP heuer zum Jahresauftakt um 0,3 Prozent, so wie in den beiden Vorquartalen. Im Jahresabstand bremste sich das reale BIP-Plus im Erstquartal auf 1,1 (2,4) Prozent ab.

Getragen war das Wachstum zum Jahresauftakt laut Wifo hauptsächlich von der Binnennachfrage. Die Außenwirtschaft lieferte dagegen kaum einen Wachstumsbeitrag. Impulse kamen vom Konsum und den Investitionen. Die exportgetragene Industriekonjunktur schwächte sich hingegen weiter ab. In der Bauwirtschaft wurde aber eine positive Dynamik verzeichnet.

Die privaten Konsumausgaben stiegen im Zeitraum Jänner bis März gegenüber dem vierten Quartal 2018 um 0,4 Prozent an, einschließlich private Organisationen ohne Erwerbszweck. Im gleichen Ausmaß expandierten die öffentlichen Konsumausgaben. Auch die Investitionsnachfrage verlief laut Wifo gut, wenngleich die Dynamik verglichen mit dem ersten Halbjahr 2018 abnahm. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen stieg um 0,6 Prozent, vor allem der Bausektor lieferte hier positive Impulse.

Parallel zur Investitionsnachfrage stiegen auch die Importe moderat (+0,4 Prozent). Da die Exporte im selben Ausmaß ausgeweitet wurden, lieferte der Außenbeitrag im ersten Quartal kaum einen Wachstumsbeitrag zum BIP. Ausgehend von der hohen Dynamik des ersten Halbjahres 2018 verlangsamte sich bei den Ausfuhren und bei den Einfuhren das Wachstumstempo.

Die Industriekonjunktur verlor Anfang 2019 weiter an Fahrt - die Wertschöpfung der Sachgütererzeugung sank im Quartalsabstand sogar um 0,3 Prozent (nach noch +0,1 Prozent im vierten und +0,2 Prozent im dritten Quartal). Im zweiten und ersten Quartal 2018 hatten die Zuwächse sogar noch ansehnliche 1,1 und 1,3 Prozent betragen.

Im Bausektor verlief die Entwicklung Anfang 2019 hingegen weiter sehr dynamisch: Die Wertschöpfung stieg im ersten Quartal erneut um 0,6 Prozent. Ebenso unterstützten laut Wifo die Marktdienstleistungen das Wirtschaftswachstum. Im Bereich Beherbergung und Gastronomie stieg die Wertschöpfung wie schon davor um 1,2 Prozent, im Handel stagnierte sie (nach minus 0,1 Prozent im vierten und plus 0,1 Prozent im dritten Quartal).

Am 29. Mai will das Wifo über die BIP-Entwicklung im ersten Quartal im Detail informieren. Die nächste vierteljährliche Konjunkturprognose von Wifo und IHS ist für 27. Juni geplant.

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