Das Wiener "Blaue Haus" wird zum "Grünen Haus" von Ikea

Das Wiener "Blaue Haus" wird zum "Grünen Haus" von Ikea

Ampel auf grün: Das "Blaue Haus" der ÖBB ist Geschichte. Ikea reisst das alte Haus ab, errichtet neu, zieht ein - und behübscht mit Grünzeug Fassade und Dächer.

Ikea hat die Pläne für die innerstädtische Filiale am Wiener Westbahnhof konkretisiert. Das "Blaue Haus" wird abgerissen. Das neue, mehrstöckige Einrichtungshaus wird in dieser Form für Ikea eine Weltpremiere sein, was das Konzept anbetrifft. Und es soll zu einem "Grünen Haus" werden.

Zu Fuß, mit dem Radl, der U-Bahn, mit Bus oder Straßenbahn zu Ikea - das war eine Vorgabe, die der schwedische Möbelriese für das Areal neben dem Westbahnhof in Wien im vorigen Jahr ausgeschrieben hatte. Das Wiener Architekturbüro querkraft hat das für Ikea beste Konzept für die als "Blaues Haus" bezeichnete Liegenschaft eingereicht. An der Ausschreibung von Ikea hatten neun Architekturbüros teilgenommen.

Ikea hatte im Jahr 2016 das "Blaue Haus" von der ÖBB erworben und versprochen ein neues Konzept zu entwickeln, das unter anderem ohne Parkplätze auskommt.

Die Architekten, Bauingenieure und Statiker von querkraft werden nun die Pläne konkretisieren. Auf dem Areal werden die entsprechenden Untersuchungen und Probebohrungen erfolgen für die entsprechenden Genehmigungsverfahren.

Das "Grüne Haus"

Das "Blaue Haus" wird laut Ikea abgerissen. Das neue Möbelhaus soll um ca. zehn Meter versetzt von der Bordsteinkante der Mariahilferstraße neu errichtet werden.

Die Eröffnung des neuen Möbelhauses ist für das Jahr 2021 geplant. 250 Arbeitsplätze sollen in dem neuen Möbelhaus entstehen, das "komplett anders als jedes andere Ikea Einrichtungshaus" werden soll und "viele Überraschungen bieten" soll, wie Ikea betont. Freiflächen und lichtdurchflutete Räume, sowie die durchgängig begrünte Fassadengestaltung sollen optisch die Umgebung beleben. Auch auf den Dächern ist die Grünbepflanzung geplant, unter anderem sollen dort auch Bäume angepflanzt werden.

"Wir haben in den vergangenen Monaten intensiv an Ideen gearbeitet, wie man das Haus zu einem attraktiven Treffpunkt für alle machen und gleichzeitig unsere Anforderungen an Nachhaltigkeit und unsere konzeptuellen Auflagen erfüllen kann“, sagt Ikea Property Manager Rodolphe de Campos. „Die Projektidee ist für uns nun die Basis für eine vertiefende Standortprüfung.“

Das grüne Ikea-Haus

Auf sieben Stockwerken im 15. Wiener Gemeindebezirk soll das neue Einrichtungshaus gebaut werden - mit einem Konzept, mit dem Ikea Weltpremiere feiern will.

Grün in der Stadt - statt blau auf der Wiese

Ikea hat im Jahr 2016 das sogenannte "Blaue Haus" am Wiener Westbahnhof von der ÖBB übernommen. Kolportierter Kaufpreis: 15 Millionen Euro.

In dem "grünen" Möbelhaus wird den Kunden die komplette Palette präsentiert werden. Neben schauen und ausprobieren werden die Kunden künftig jedoch nur das mitnehmen können, was sie zu Fuß, mit der U-Bahn oder dem Radl wegschaffen können. Großzügige Parkplätze oder eine Tiefgarage, wie bei den anderen Ikea-Häusern üblich, sind aufgrund der Stadtlage nicht geplant. Sperrige Produkte, die üblicherweise mit dem Auto oder Lieferwagen abtransportiert werden, will Ikea "zu sehr leistbaren Preisen" frei Haus liefern.

Ein weiteres "grünes" Detail am Rande: Für die Idee des schwedischen Möbelriesen hatte sich einst der Grüne Wiener Spitzenpolitiker und Planungssprecher Christoph Chorherr erwärmen können, nachdem Ikea nach dem Kauf des ÖBB-Hauses ein neues Konzept signalisiert hatte, das nicht mehr mit dem Auto erreicht werden müsse.

Das "Grüne Haus" wird nun deshalb auch um ein neues Sammellager an der Peripherie der Stadt ergänzt. Im 21. Bezirk in Wien wird ein neues Logistikzentrum entstehen, von dem die Bestellungen der sperrigen Produkte ausgeführt werden. Ikea startet noch im Sommer mit dem Bau des Lagers. Wann das Sammellager in Betrieb gehen soll und wie viel Mitarbeiter dort beschäftigt werden, soll in den nächsten Wochen bekanntgegeben werden.

Ikea trägt damit Rechnung an Kunden, die in der Stadt leben, kein eigenes Auto haben und ein anderes Mobilitätsverhalten haben als Menschen, die in Stadtrandlagen oder weiter entfernt von Städten wohnen. "Für sie ist der Standort in der Mariahilferstraße perfekt: gut mit zwei U-Bahnen und mehreren Straßenbahnlinien, mit Zügen, zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar", so Ikea.

Der Standort im 15. Bezirk ist somit das dritte Einrichtungshaus im Raum Wien. Neben dem Haus in der Shopping City in Vösendörf im Süden Wiens gibt es ein Möbelhaus im 22. Bezirk.

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