Wiener Anwaltskanzlei will Heta-Insolvenz beantragen

Wiener Anwaltskanzlei will Heta-Insolvenz beantragen

Das Heta-Moratorium hat Anwälten viel Arbeit beschert. Es hagelt Klagen und sogar einen Insolvenzantrag.

Das von der Finanzmarktaufsicht (FMA) verhängte Zahlungsmoratorium der Hypo-Abbaubank Heta lässt in und außerhalb Österreichs eine Klagswelle erwarten. In Frankfurt ist eine erste Klage der deutschen Hypo Real Estate eingegangen. Von einer Wiener Anwaltskanzlei steht sogar ein Insolvenzantrag gegen die Heta bevor. Etliche weitere dürften folgen.

Die Wiener Kanzlei Brandl & Talos will für ihren Mandanten, einen großen britischen Fonds, einen außergewöhnlichen Weg beschreiten: Sie will Konkursantrag gegen die Heta beim Landesgericht Klagenfurt einbringen. Dies hätte zwar voraussichtlich eine Zurückweisung zur Folge. Mit dieser Entscheidung will die Kanzlei dann aber per Gesetzesbeschwerde zum Verfassungsgerichtshof gehen. "Diese Vorgehensweise kann Heta-Gläubigern sehr viel Zeit und Geld ersparen“, ist Anwalt Ernst Brandl überzeugt.

Eine weitere Möglichkeit, gegen das Moratorium rechtlich vorzugehen, ist eine Vorstellung gegen den Mandatsbescheid der FMA, was allerdings mehrere Jahre bis zur Entscheidung dauern könnte. Auch eine direkte Inanspruchnahme des Landes Kärnten wäre nach Angaben einiger Juristen denkbar, wenn auch wenig aussichtsreich. Im allgemeinen werden nichtösterreichischen Gläubigern von Anwälten bessere Chancen auf einen Gerichtserfolg in Aussicht gestellt. Das Schuldenmoratorium sei nur in Österreich gesetzlich bindend, argumentieren einige Experten.

Übersicht: Wem die Hypo Geld schuldet

Artikel aus FORMAT 12/2015
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