Wieder einmal Streik bei Amazon

Wieder einmal Streik bei Amazon

Die deutsche Gewerkschaft Verdi fordert Amazon den richtigen Kollektivvertrag.

Die deutsche Belegschaft des weltgrößten Onlinehändlers Amazon wird zu Ostern streiken. Und erneut geht es um die Einstufung der Beschäftigen in einen adäquaten Kollektivvertrag. Amazon lehnt seit Jahren ab. Bestellungen bis Dienstagnacht will Amazon pünktlich liefern.

Bad Hersfeld/Seattle. Der weltgrößte Online-Händler Amazon schaltet regelmäßig auf stur, wenn es um den richtigen Kollektivvertrag der deutschen Belegschaft geht. Abermals kommt es nun zum Tarifkonflikt mit der deutschen Gewerkschaft Verdi. Im Ostergeschäft wird nun den Druck erhöht. An fünf deutschen Standorten traten Beschäftigte den Angaben zufolge am Montag in den Ausstand. Am größten Standort in Bad Hersfeld hätten etwa 300 bis 400 Mitarbeiter der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. Auch an den Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg und Koblenz wird seit Montagfrüh gestreikt. Insgesamt haben am Montag 1500 Amazon-Mitarbeiter in Streik getreten.

Ein Amazon-Sprecher bezeichnete die Streikbeteiligung als "insgesamt sehr zurückhaltend". Weniger als 830 Mitarbeiter der Frühschicht seien an den fraglichen Standorten in Ausstand getreten. Insgesamt beschäftigt Amazon nach Unternehmensangaben über 10.000 Mitarbeiter in den insgesamt neun deutschen Versandzentren.

Der Streik läuft seit dem Beginn der Nachtschicht um 0.00 Uhr und soll vorläufig bis zur Spätschicht am Dienstagabend andauern. Das Unternehmen sichert seinen Kunden eine pünktliche Zustellung bis Ostersamstag zu, wenn bis Dienstagabend bestellt wird. Um die Bestellungen auch während des Streiks zu bearbeiten, hat Amazon bisher auch kurzfristig stets Leiharbeiter angeheuert sowie den Versand über die Amazon-Töchter, in erster Linie via Polen, abgewickelt.

Seit 2013 kommt es immer wieder zu Streiks bei Amazon. "Uns geht es um grundlegende Arbeitnehmerrechte, wie die Anwendung von Tarifverträgen, in denen unter anderem Löhne, Gehälter, Arbeitszeit, Urlaubs- und Weihnachtsgeld geregelt sind", sagte Verdi -Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago. Verdi will Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen - zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das Unternehmen lehnt das ab und verweist darauf, dass sich die Bezahlung der Mitarbeiter am oberen Bereich der Logistikbranche orientiere. Diese sind aber niedriger. Verdi zufolge hält sich der Internethändler zudem nicht an Tarife. Laut Amazon verdient ein Mitarbeiter nach 24 Monaten im Betrieb inklusive Nebenleistungen durchschnittlich 2265 Euro brutto im Monat, was "sehr wettbewerbsfähig" sei.

Permanente Verweigerung von Amazon

"Die Aushandlung von Gehalts- und Lohnsteigerungen ist in Deutschland eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die Verweigerungshaltung von Amazon ist völlig inakzeptabel", begründet Verdi-Streikleiter Thomas Schneider den erneuten Arbeitskampf. "Die bisherigen Streiks haben schon einiges in Bewegung gesetzt, doch sind wir noch lange nicht am Ziel. Wir wollen Amazon mit Tarifvertrag und dafür gehen die Beschäftigten immer wieder auf die Straße."

Der Konflikt zwischen Verdi und Amazon läuft bereits seit zwei Jahren. Seither kam es immer wieder regelmäßig auch zu Streiks.

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