Wie das Metaverse unser Denken und Handeln verändern wird

Die Pandemie war für viele Unternehmen ein Weckruf, die eigene Digitalisierung in die Hand zu nehmen und technologische Entwicklungen als Basis für die eigene Strategie zu nutzen.

Christian Winkelhofer, Managing Director Neue Technologien Accenture Österreich

Christian Winkelhofer, Managing Director Neue Technologien Accenture Österreich

Zu diesen gehört das Metaverse. Dessen Entwicklung befindet sich noch am Anfang und bietet damit hervorragende Möglichkeiten, das Kontinuum des Metaverse zu erkunden und mitzugestalten.

Doch was ist das Metaverse? Mit ihm wird das Internet um die Dimensionen Räumlichkeit und Besitz im digitalen Raum ergänzt. Es ist ein Spektrum, das von der physischen in die virtuelle Welt und wieder zurück reicht, von Produktion und Leistungserbringung bis hin zum Endkonsumenten.

Das Metaverse wird unternehmerisches Denken und Handeln deutlich beeinflussen. Unternehmen werden es nutzen, um mit Kunden zu interagieren, und es wird eigene digitale Produkte und Dienstleistungen geben. Verändern wird sich aber auch der gesamte Vertrieb, die Logistik sowie die Organisation und Arbeitsweise von Unternehmen.

Vier entscheidende Trends

Die Einsatzmöglichkeiten werden vor allem durch vier Trends geprägt werden:

Das „virtuelle Ich“
Die digitale Identität von Personen und Dingen wird wichtiger denn je. Unternehmen müssen ihre Onlinepräsenz radikal verändern und sich auf neue Art und Weise mit Kunden, Partnern und einer zunehmend digitalen Belegschaft verbinden.

Die programmierbare Welt
Die physische und die digitale Welt wachsen immer stärker zusammen. Ambient Computing oder Augmented Reality werden in die physische Umwelt eingebunden und ermöglichen ein noch nie dagewesenes Potenzial an Kontrolle, Automatisierung und Personalisierung.

Die unwirkliche Wirklichkeit
Menschliches Verhalten wird zu einer Kerneigenschaft der künstlichen Intelligenz, ebenso wie die Daten, die Unternehmen in ihre Prozesse einbinden. Unternehmen sind in den Mittelpunkt einer Welt gerückt, in der es um die Frage geht, was real ist und was nicht. Und: inwiefern die Grenze zwischen diesen beiden überhaupt noch relevant ist.

Die Berechnung des Undenkbaren
Die Grenzen des Berechenbaren ändern sich. Quantencomputer und andere Entwicklungen ermöglichen es, bisherige Hürden zu überspringen. Führungskräfte müssen grundlegende Annahmen über ihre ­Unternehmen infrage stellen und gegenüber neuen Perspektiven offen sein.

Eine gute Zeit für Unternehmen, aktiv zu werden

Unternehmen müssen klären, wie sie das Metaverse nutzen können. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich bietet es große Möglichkeiten, um neue Erlebniswelten und Plattformen der Kundenzusammenarbeit zu gestalten. Welche Metaverse­Plattformen von welchen Anbietern sich durchsetzen, ist noch nicht abzusehen. Letztendlich wird es aber auf viele unterschiedliche offene und geschlossene Metaversen hinauslaufen.

Die Kompetenz zur Gestaltung virtueller Erlebniswelten wird dafür enorm wichtig sein und erklärt die großen Übernahmen von Gamingfirmen wie Activision, die die Kompetenz zur Gestaltung dieser digitalen Räume einbringen. Doch zunächst müssen Unternehmen überhaupt im Metaverse präsent sein, wie es bei Computerspielen der Fall ist. Im nächsten Schritt sollten sie aktiv im Metaverse teilnehmen und die Kundenbeziehung vertiefen, denn langfristig muss den Nutzern ein Mehrwert geboten werden. Bei Accenture haben wir zum Beispiel seit Pandemiebeginn das Onboarding von über 150.000 neuen Mitarbeitern in unserem eigenen Accenture-Metaverse durchgeführt.

Die Entwicklung des Metaverse steht noch am Anfang. Umso wichtiger ist es, jetzt die richtigen Use Cases zu finden und Erfahrungen zu sammeln, denn klar ist: Das Metaverse wird in den nächsten Jahren eine der zentralen technologischen Entwicklungen sein.

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