Wettbewerbs-Ranking: Österreich rutscht weiter ab

Wettbewerbs-Ranking: Österreich rutscht weiter ab

Standort Österreich: Die Wettbewerbsfähigkeit nimmt weiter ab.

Das neue, globale IMD-Wettbewerbsranking stellt Österreichs Wirtschaft kein gutes Zeugnis aus. Bei der wirtschaftlichen Performance rutscht Österreich gegenüber dem Vorjahr gleich um 21 Plätze ab und landet nur auf Platz 40 unter 63 Ländern. Dank anderer, positiver bewerteter Faktoren landet Österreich im Gesamtranking noch auf Platz 25.

Das neue World Competitiveness Ranking des International Institute for Management Development (IMD) der privaten Wirtschaftshochschule Lausanne, Schweiz, stellt Österreich kein gutes Zeugnis aus. Schon die Gesamtplatzierung - Österreich liegt nur auf Rang 25 von 63 untersuchten Ländern und hat damit gegenüber dem Vorjahr wieder einen Platz verloren - ist kein Grund zu Jubeln, zumal es das Ziel gab, mittelfristig die Top Ten der Welt ins Visier zu nehmen. 2014 lag Österreich außerdem noch auf Rang 22.

Noch viel bedenklicher ist allerdings der Rückschlag, den Österreich beim Vergleich seiner wirtschaftlichen Performance hinnehmen muss: Nach Rang 19 im Vorjahr ist das Land im neuen Ranking nur noch auf Platz 40 gereiht. (siehe die untenstehende Tabelle)

Maßgeblich für den Rückfall verantwortlich ist die schlechte Bewertung bei den internationalen Investitionen im Land: Hier ist Österreich das absolute Schlusslicht und wurde auf Platz 63 gereiht. Fast ebenso schlecht ist der direkte Investmentfluss gemessen am Bruttoinlandsprodukt bewertet. Dieser hat sich gegenüber dem Vorjahr um 7,17 Prozent reduziert und Österreich den äußerst bescheidenen Platz 62 eingebracht.

Schlusslicht in vielen Bereichen

Ein weiterer belastender Faktor für die Bewertung der Alpenrepublik ist die Steuerpolitik: Nach Platz 60 im Vorjahr ist Österreich diesmal auf Platz 61 gelandet. Die Steuerreform des Jahres 2016 hat die Ersteller des Rankings in der Schweiz also nicht beeindruckt. Unter den dringlich empfohlenen Maßnahmen des IMD ist daher auch der Punkt "Steuerlast reduzieren (für Unternehmen)" zu finden.

Und es gibt noch mehr des Unerfreulichen: Österreich liegt in etlichen weiteren Bereichen ganz am Ende der verglichenen Länder. Beispiele dafür:

  • Investitionen in Telekommunikation: Platz 62
  • Effektive persönliche Einkommenssteuer: Platz 60
  • Geleistete Arbeitsstunden: Platz 60
  • Steuereinnahmen: Platz 59
  • Sozialbeiträge der Arbeitgeber: Platz 57
  • Sozialbeiträge der Arbeitnehmer: Platz 55

IMD World Competitiveness Yearbook 2017 results

Dass Österreich angesichts dieser schlechten Bewertungen im Gesamtranking dennoch auf Platz 25 liegt ist den guten Bewertungen zu verdanken, die das Land unter anderem bei vielen Soft Facts erlangen konnte. So wird die Lebensqualität als eine der besten bewertet (Platz 3) und in den Bereichen "Entrepreneurship" und "Arbeitnehmer-Schulung" liegt Österreich überhaupt auf Platz 1.

Kundenzufriedenheit, medizinische Versorgung, Ausgaben für Gesundheit - das sind Bereiche, mit denen Österreich in internationalen Standortvergleich punkten kann.

Die größten Herausforderungen, die das IMD für Österreich im Jahr 2017 definiert, sind jedoch Brocken, an denen sich Politiker bereits jahrzehntelang einigermaßen erfolglos versuchen, und die auch nach den Nationalratswahlen im Herbst heiße Eisen bleiben werden: Das frühe Pensionantrittsalter, eine dringend notwendige Verwaltungsreform und Fiskalkonsolidierung auf Länder- und Gemeindeebene, eine Bildungsreform sowie die bereits erwähnte Reduktion der Steuerlast.


IMD Ranking (tabellarische Reihung nach wirtschaftlicher Performance 2017)
IMD 2017 Gesamtrang Land 2013 2014 2015 2016 2017
4 USA 1 1 1 1 1
18 China 3 5 4 3 2
8 Luxemburg 5 4 5 7 3
6 Irland 26 19 12 6 4
10 Verein. Arab. Emirate 4 3 7 12 5
3 Singapur 13 6 3 4 6
13 Deutschland 6 8 8 8 7
17 Katar 2 2 2 2 8
5 Niederlande 17 15 25 9 9
27 Thailand 9 12 13 13 10
1 Hongkong 8 7 9 5 11
14 Taiwan 16 14 11 15 12
24 Malaysia 7 9 6 11 13
26 Japan 25 25 29 28 14
2 Schweiz 10 10 14 10 15
12 Kanada 11 13 10 14 16
9 Schweden 18 6 20 17 17
45 Indien 27 21 16 16 18
28 Tschechien 38 30 26 20 19
7 Dänemark 35 23 23 22 20
36 Saudi Arabien - - - - 21
29 Südkorea 20 20 15 21 22
23 Belgien 28 38 22 33 23
31 Frankreich 19 22 27 25 24
21 Australien 23 24 28 24 25
41 Philippinen 31 37 34 38 26
36 Polen 36 36 33 27 27
37 Zypern - - - - 28
19 Großbritannien 15 11 18 28 29
48 Mexiko 14 18 19 23 30
22 Israel 24 19 30 31 31
16 Neuseeland 40 34 37 41 32
41 Indonesien 33 39 36 37 33
35 Chile 21 28 32 34 34
34 Spanien 53 51 39 30 35
52 Ungarn 44 32 17 26 36
49 Bulgarien 49 47 48 40 37
44 Italien 50 53 41 36 38
20 Island 45 35 44 29 39
25 Österreich 22 17 21 19 40
54 Kolumbien 37 40 46 46 41
40 Litauen 43 31 35 45 42
47 Türkei 41 45 38 35 43
30 Estland 39 44 40 39 44
15 Finnland 48 49 52 47 45
46 Russland 34 41 43 49 46
43 Slowenien 51 52 42 43 47
11 Norwegen 12 26 24 32 48
50 Rumänien 47 33 47 42 49
55 Peru 32 46 50 50 50
39 Portugal 54 54 45 48 51
51 Slowakei 52 55 54 44 52
33 Lettland 46 42 53 51 53
32 Kasachstan 29 27 31 52 54
60 Ukraine 30 48 60 60 55
58 Argentinien 55 50 56 53 56
59 Kroatien 58 58 57 56 57
53 Südafrika 57 56 49 54 58
61 Brasilien 42 43 51 55 59
62 Mongolei - - 55 59 60
57 Griechenland 59 60 58 58 61
56 Jordanien 56 57 59 57 62
63 Venezuela 60 59 61 61 63
Quelle: imd.org

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IMD World Competitiveness Ranking - Österreich Wertung

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