Wem die Hypo Alpe Adria Geld schuldet

Bei der Abwicklung der Krisenbank Hypo Alpe Adria will Österreich die Gläubiger in die Pflicht nehmen. Ob und wie viel Geld die Investoren zurückbekommen, will die Abwicklungsbehörde FMA bis zum kommenden Jahr entscheiden: Sie hat einen Schuldenschnitt für Papiere der Hypo-Nachfolgerin Heta im Auge. Auch eine Insolvenz des Instituts ist noch nicht vom Tisch. Für einen Großteil der Hypo-Papiere haftet zwar das Land Kärnten. Die dortige Landesregierung hat jedoch bereits gewarnt, für die gut zehn Milliarden Euro schweren Garantien nicht alleine geradestehen zu können.

Wem die Hypo Alpe Adria Geld schuldet

DEUTSCHLAND

Nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch besitzen deutsche Banken 40 Prozent der betroffenen Heta-Papiere.

  • Die BayernLB hat noch gut zwei Milliarden Euro an Krediten in der Hypo stecken, die Gegenstand eines Rechtsstreits vor dem Landgericht München sind. Aus Sicht der Österreicher sind die Darlehen als Eigenkapitalspritze der ehemaligen Eigentümerin BayernLB zu werten. Die Münchner bestehen hingegen auf einer Rückzahlung.
  • Die Commerzbank, das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands, zittert wegen des Schuldenmoratoriums. Das Institut besitze Hypo-Anleihen in Höhe von rund 400 Millionen Euro
  • Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Pfandbriefbank PBB muss Forderungen im Nominalwert von 395 Millionen Euro berichtigen und hat rechtliche Schritte angekündigt.
  • Die Bad Bank der Hypo Real Estate, die FMS Wertmanagement, besitzt Hypo-Papiere im Umfang von 295 Millionen Euro - darunter eine Anleihe, deren Rückzahlung am 06. März fällig gewesen wäre. Das Institut hat Klage vor dem Landgericht Frankfurt eingereicht und fordert 200 Millionen Euro plus Zinsen.
  • Bei der Dexia Kommunalbank Deutschland, einer Tochter der belgischen Dexia, stehen Papiere im Nominalwert von 395 Millionen Euro im Feuer. Auch sie will rechtliche Schritte ergreifen.
  • Die Münchener Rück hat für das erste Quartal Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich und eine Ergebnisbelastung im zweistelligen Millionenbereich angekündigt.
  • Die Düsseldorfer Hypothekenbank hatte Ende 2013 mit Landeshaftungen besicherte Hypo-Papiere über 348 Millionen Euro im Bestand.
  • Die Unicredit -Tochter Hypovereinsbank besitzt Papiere im niedrigen dreistelligen Millionenbereich und bildete dafür bereits im vergangenen Geschäftsjahr Rückstellungen.
  • Die Baden-Württembergische L-Bank hat nach eigenen Angaben Papiere in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages.
  • Auch dieDeutsche Bank -Fondstochter und die staatliche NRW-Bank zählen zu den Gläubigern.

ÖSTERREICH

Österreichische Banken und Versicherungen sind nach Angaben der FMA mit rund zwei Milliarden Euro bei der Heta engagiert. Ein großer Teil entfällt auf andere Landes-Hypothekenbanken. Sie sind auch über eine gemeinsame Pfandbriefstelle miteinander verbunden, die für die Hypos Geld am Kapitalmarkt aufgenommen hat. Für jene Schulden, die die Hypo Alpe Adria über die Pfandbriefstelle aufgenommen hat, müssen daher die anderen Landes-Hypos oder ihre Eigentümer geradestehen. Das sind gut 1,2 Milliarden Euro.

  • Die Vienna Insurance Group hatte zuletzt Hypo-Anleihen von 100 Millionen Euro im Bestand. Die Hälfte davon sind nachrangige Papiere, die bereits von einem Schuldenschnitt im vergangenen Jahr betroffen waren.
  • Die Versicherung Uniqua hat 25 Millionen Euro in die betroffenen Papiere investiert und prüft rechtliche Schritte.
  • Die Raiffeisen Bank International besaß per Ende Januar Hypo-Papiere im niedrigen einstelligen Millionenbereich.
  • Die österreichischen Volksbanken verfügen über einen "Kleinstbestand" an Hypo-Papieren, das Spitzeninstitut ÖVAG hält keine.
  • Die Oberösterreichische Versicherung ist "geringfügig" engagiert.
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