Weltmarktführer Samsung schwächelt

Der Siegeszug des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung hat einen kräftigen Dämpfer erhalten. Der Gewinn ist rückläufig, ebenso der Umsatz. Unterm Strich bleiben den Koreanern noch immer Milliarden übrig. Aber das bisher hochprofitable Handygeschäft bekommt erste Kratzer.

Weltmarktführer Samsung schwächelt

Seoul/Wien. Die Jahre des nahezu ungezügelten Wachstums beim Elektronikriesen Samsung scheint zumindest vorläufig vorbei zu sein. Blickt man auf die Unternehmensergebnisse, hat der Handyweltmarktführer eine Vollbremsung hingelegt. Eines vorab: Mit 4,1 Bill. Won (3,06 Milliarden Euro) fahren die Südkoreaner noch immer fette Gewinn ein – wenngleich der Profit um satte 60 Prozent zurückgegangen ist. Geschmolzen ist auch der Umsatz um 20 Prozent minus. Nur 47 Billionen Won (35,07 Milliarden Euro) konnte Samsung mit dem Verkauf von Handys, Tablet-Computer und PCs, TV-Geräten, Haushaltsgeräten, Medizintechnik sowie Speicherchips einnehmen.Vorab wurden Rückgänge beim Umsatz um 15 Prozent sowie beim Gewinn um nur 47 Prozent kalkuliert.

Und dennoch: Samsung Samsung hat eigenen Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal den Verkauf seiner Handys steigern können. Der erlöste Stückpreis ist allerdings im Sinken, was bei den Strategen die Alarmglocken läuten lässt. Die Werbe-Ausgaben sind gleichzeitig gestiegen. Ein Grund: Netzbetreiber beteiligen sich nicht mehr in dem Umfang an den Werbekampagnen von Samsung wie bisher. Die Netzbetreiber sind auch bei der Subventionierung der Handys auf die Bremse gestiegen, was sich in weiterer Folge auch in der Kasse für Samsung bemerkbar. Es wird weniger bestellt. Die Folge: Die Gewinnmarge schrumpft. Und außerdem hat die Nachfrage nach Smartphones und Tablet-PC der Konkurrenz kräftig zugenommen – allen voran Apple mit seinem neuesten iPhone sowie die chinesischen Billiganbieter wie Huawei, ZTE und Newcomer Xiaomi.

Samsungs neuestes Smartphone soll in den nächsten Wochen auf den Markt kommen und ein kräftiges Ausrufezeichen zur Konkurrenz setzen. Vor allem gegen Apple, das seinen Absatz auf den asiatischen Märkten - vor allem in China - in den vergangenen drei Quartalen massiv steigern konnte. Der Markt mit Smartphones war zuletzt weltweit stark umkämpft. Nach Jahren von massiven Zuwächsen für alle Anbieter zeichnet sich eine erste Sättigung ab. Die Folge: Die Handyhersteller treten in die nächste Marktphase des Verdrängungswettbewerbs ein. Der Wettbewerb wird hauptsächlich über den Preis geführt. Einzig Apple hat sich dem Preiswettbewerb entsagt und fordert von den Netzbetreibern unverändert hohe Stückpreise bei hohen Absatzmengen.

Samsung hat außerdem am Montag angekündigt in neue Chiptechnologie zu investieren. In der Nähe von Seoul soll ein neues Chipwerk ab 2015 seine Produktion aufnehmen. Rund 11,7 Milliarden Dollar will Samsung investieren. Mit der neuen Technologie wollen die Südkoreaner das Geschäft in verschiedenen neuen Bereichen ankurbeln. Neue Chips sollen zudem für neue Produkte wie in "Wearable Devices" (wie Uhren oder Armbänder), für E-Autos und Anwendungen in Haushalten (Smart Homes) zum Einsatz kommen.

Die Abwärtsbewegung bei Samsung zeigt sich auch am Börsenkurs. Binnen eines Jahres hat die Samsung-Aktie rund 62 Prozent an Wert verloren. Seit Ende Juli waren es alleine 16,7 Prozent Minus.
Dennoch: Die Experten der Finanzwelt glauben an das Unternehmen trotz der Probleme mit dem Profit: 49 Analysten emfpehlen die Aktie zum Kauf, 7 mit "Halten" und nur 3 geben die Emfpehlung das Papier zu verkaufen.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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