Handelsreport: Mit diesen Hürden kämpfen Importeure und Exporteure

Im aktuellen Welthandelsreport erzielt Österreich einen Spitzenplatz im Gesamtranking. Sieht man sich jedoch die Details an, offenbaren sich für Importeure auch Hürden. Auch österreichische Exporteure haben mit einigen Widrigkeiten im Ausland zu kämpfen.

Handelsreport: Mit diesen Hürden kämpfen Importeure und Exporteure

Die Transportmöglichkeiten sind zwar in Österreich top, doch die Zollvorschriften, lassen viele Importeure verzweifeln.

Der aktuelle Welt-Handelsreport, der die Offenheit und die Chancen von Exporteuren weltweit misst, lässt Österreich im Gesamtranking in Glanz und Glorie erscheinen. In diesem vom Weltwirtschaftsforum und der Globalen Allianz für Handelserleichterungen durchgeführten Studie, die, die den Warenfluss der Güter von Unternehmen über die Grenzen und im jeweiligen Bestimmungsland untersuchten. Das bedeutet, wie gut der Export funktioniert. In diesem 136 Staaten umfassenden Report erzielt Österreich mit dem siebenten Platz eine exzellente Gesamtbewertung und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze steigern.

Gute Transportmöglichkeiten, niedriger Zoll

Das liegt daran, dass die Transportmöglichkeiten hierzulande im Vergleich mit jenen anderswo nun besser abschneiden. In der Österreich-Analyse wird auch die effiziente und transparente Zollabwicklung gelobt. Sendungen sind leistbar. Ein funktionierender lokaler Logistiksektor macht es möglich Waren rechtzeitig und nachvollziehbar zu liefern und leistbar zu transportieren.

Komplizierte Zölle als Handelshemmnis

Doch sieht man genauer hin, offenbart der Report auch Schwächen oder vielmehr Hürden, die Österreich ausländischen Unternehmen beim Import ihrer Waren und Dienste in den Weg legt. So erschwert die Komplexität der Zolltarife und Zollvorschriften ausländischen Unternehmen den Zug zum österreichischen Markt. In diesem Punkt liegt Österreich auf Platz 108 von 136. So wird die Zahl der unterschiedlichen Tarife als hoch eingestuft. In diesem Bereich rangiert Österreich nur an 65. Stelle im Ranking. Die Anzahl der Waren die zollfrei importiert werden können, liegt bei gerade einmal vier Prozent. In der Gesamtwertung beim Zugang ausländischer Firmen liegt Österreich an moderater 26. Stelle.

Viel Bürokratie

Als größtes Handelshemmnis beurteilen ausländische Unternehmen, beschwerliche Importprozeduren bei der Einfuhr (23,6 Prozent der Befragten. Monika Köppl-Turyna von der Denkfabrik Agenda Austria: "Eine der Hauptgründe sind wohl die hohen bürokratischen Hürden in Österreich". Nummer zwei der problematischsten Bedingungen für Importeure gelten technische Anforderungen und Standards (20,7 Prozent). "Sind die Vorschriften vielfach schon hoch, um in die EU Waren importieren zu können, kommen vielfach noch österreich-spezifische hinzu", so Köppl-Turyna.

Was ausländischen Unternehmen (Domestic market acess), die ihre Waren nach Österreich importieren am meisten zu schaffen macht und was inländischen Firmen, die ins Ausland exportieren die meisten Schwierigkeiten bereitet (Foreign market acess).

Steuerparadiese für ausländische Firmen und Mitarbeiter

Am niedrigsten sind die Zölle in Hong Kong und Singapur. So hat Hong Kong den niedrigsten Steuersatz in Asien. Unternehmen zahlen etwa in Singapur im Schnitt zwischen fünf und zehn Prozent Steuern. Wer eine Firma neu gründet, zahlt die ersten drei Jahre überhaupt keine Körperschaftssteuer. Die Umsatzsteuer beträgt sieben Prozent. In Singapur gibt es nur auf wenige Produktklassen Einfuhrzölle. Mit zahlreichen Ländern gibt es Doppelbesteuerungsabkommen. Mitarbeiter ausländischer Unternehmen zahlen 15 Prozent Steuer. Wer nur 60 Tage im Jahr dort arbeitet, zahlt überhaupt keine Steuern.

Was österreichische Firmen im Ausland zu schaffen macht

Mit deutlich mehr Schwierigkeiten sehen sich dagegen österreichische Manager konfrontiert, wenn sie ihre Waren exportieren wollen. Das größte Problem: Hohe Zolltarife (14,9 Prozent der befragten Manager). Keine leichte Sache scheint es für Austro-Firmen auch zu sein im Ausland potentielle Märkte und ihre Abnehmer aufzuspüren. 14,3 Prozent nennen das als 2. größtes Problem. Mühsame Grenzformalitäten machen 12,4 Prozent zu schaffen. Neun Prozent kämpfen mit der Korruption (siehe Grafik oben: Most problematic facotors für exporting).

Wirtschaftliche Eckdaten Österreich:
Bruttoinlandsprodukt: 348 Milliarden Euro
BIP pro Kopf: 40.710 Euro
Handelsbilanz : -2,90 (Jahr 2015)
Anteil am Welthandel: 0,93 Prozent (2015 World Trade Organisation und Handelsstatistik)

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