Weltbank: Krieg in Syrien kostet Wirtschaft 35 Milliarden Dollar

Weltbank: Krieg in Syrien kostet Wirtschaft 35 Milliarden Dollar

Zerbombte Häuser, kein funktionierendes Gesundheitssystem und mangelnde Energieversorgung: Die Spuren des Bürgerkriegs in Syrien werden noch lange sichtbar bleiben.

Hunderttausende Tote, Millionen Flüchtlinge und Milliarden Kosten: Der Krieg in Syrien trifft nicht nur das Land und seine Bevölkerung, sondern auch die Ökonomien der Nachbarstaaten. Die Weltbank schätzt die Verluste durch die fehlende wirtschaftliche Entwicklung auf 35 Milliarden Dollar.

Die Weltbank hat die Verluste durch den auch für die Wirtschaft verheerenden Bürgerkrieg in Syrien auf 35 Milliarden Dollar (31,4 Milliarden Euro) beziffert. Der Bürgerkrieg habe Syrien, die Türkei, den Libanon, Jordanien, den Irak und Ägypten geschätzte 35 Milliarden Dollar an fehlender wirtschaftlicher Entwicklung gekostet, so die Weltbank in ihrem jüngsten Nahost-Quartalsbericht. Auch das nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi ins Chaos gefallene Libyen benötigt Milliarden zum Wiederaufbau: Die Weltbank schätzt die Kosten auf rund 200 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren.

In Syrien kostet alleine die Zerstörung von sechs Städten - Aleppo, Dar'a, Hama, Homs, Idlib und Latakia - umgerechnet bis zu 4,5 Milliarden Dollar. Von Bomben und Beschuss zerstörte Häuser machen dabei mit 65 Prozent den größten Teil der Kosten aus. Um den Energiesektor in diesen sechs Städten wieder herzustellen, benötigt man laut Weltbank zwischen 648 und 791 Millionen Dollar. Die Kosten für das Gesundheitssystem werden mit bis zu 248 Millionen Dollar beziffert.

Hohe Arbeitslosigkeit bei Flüchtlingen

Für die Schätzung seien Preise von 2007 zugrundegelegt worden. Der Bürgerkrieg wirkt sich auch negativ auf die Schuldbildung aus: So konnten laut Weltbank mehr als die Hälfte (50,8 Prozent) der Kinder im schulfähigen Alter in Syrien in den vergangenen beiden Jahren nicht die Schule besuchen.

Die Nachbarstaaten Syriens wie etwa die Türkei, der Libanon, Jordanien und Ägypten seien wegen des Konflikts "einem enormen Haushaltsdruck" ausgesetzt, heißt es in dem Bericht weiter, der auch auf die finanzielle Belastung durch die hohe Zahl von Flüchtlingen hinweist, die in den Aufnahmeländern zumeist arbeitslos seien. So sei Jordanien mit mehr als 630.000 syrischen Flüchtlingen konfrontiert, die das Land mehr als 2,5 Milliarden Dollar pro kosten - dies entspricht sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts und einem Viertel der jährlichen Staatseinnahmen.

"Die Arbeitslosigkeit ist unter den Flüchtlingen sehr hoch, besonders unter Frauen. Rund 92 Prozent der syrischen Flüchtlinge im Libanon haben keinen Arbeitsvertrag und mehr als die Hälfte von ihnen arbeitet nur saisonal, wöchentlich oder täglich auf der Basis von geringem Lohn", sagt Shanta Devarajan, Weltbank-Chefökonom für den Nahen Osten und Nordafrika.

In Syrien gibt es seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor fast fünf Jahren rund 13 Millionen Binnenvertriebene, weitere vier Millionen Flüchtlinge halten sich in den angrenzenden Staaten auf. Rund 260.000 Menschen wurden nach UN-Schätzungen in dem Konflikt getötet. In Österreich stellten 2015 90.000 Flüchtlinge einen Asylantrag, mehr als 25.000 davon waren Syrer.

Post-Chef Georg Pölzl

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