Weiter Probleme bei Boeing: 777-8 Einführung verschoben

Boeing-Aktie an der New York Stock Exchange

Boeing-Aktie an der New York Stock Exchange

Nach dem Debakel und den Triebwerksproblemen um die Baureihe 737 Max verschiebt der US-Luftfahrtkonzern Boeing die Einführung der Ultralangstreckenversion des neuen Modells 777X. Die Aktie kommt wieder unter Druck.

Der Flugzeughersteller Boeing (ISIN US0970231058) macht mit seinen neuen Modellen derzeit keine gute Figur. Nach dem Desaster rund um das Modell 737 Max, das nach zwei fatalen Abstürzen weltweit Flugverbot hat, muss das Unternehmen nun wegen der Triebwerksprobleme auch die Einführung der für Ultralangstrecken konzipierten 777-8 verschieben. Boeing fällt damit weiter hinter Airbus (NL0000235190) zurück, das mit dem A-350 ein derartiges Flugzeug im Angebot hat.

Boeing erklärte, an dem Flugzeugtyp festhalten zu wollen und eng mit dem Triebwerklieferanten GE (US3696041033) zusammenzuarbeiten. Bei der Baureihe 777-9 - die eine kürzere Reichweite hat und von der die Lufthansa (DE0008232125) 20 Stück bestellt hat - wird weiterhin eine erste Auslieferung für das Jahr 2020 angepeilt.

Sydney-London Nonstop

Ultralangstreckenflugzeuge sind für neue Flugverbindungen rund um den Globus erforderlich. So will die australische Fluglinie Qantas (AU000000QAN2) ab 2023 den Linienverkehr auf der 17 000 Kilometer langen Strecke zwischen Sydney und London aufnehmen. Der 21 staunden dauernde Flug wäre die weltweit längste Nonstop-Verbindung. Als Flugzeugtypen sind eine modifizierte Version der künftigen Boeing 777-8 und der Ultralangstrecken-Airbus A350 im Gespräch. Qantas-Chef Alan Joyce wolte im August entsprechende Angebote der Flugzeughersteller haben.

Von Boeing gibt es nun keine Angaben zum neuen Zeitplan für die 777-8, was bedeutet, dass für das Unternehmen das Rennen im prestigeträchtigen Projekt mit Qantas bereits gelaufen ist.

Katastrophenjahr für Boeing

Für den erfolgsverwöhnten US-Flugzeughersteller Boeing gehörten die vergangenen zwölf Monate zu den schwierigsten der Unternehmensgeschichte. Zwei Abstürze in Indonesien und Äthiopien von Maschinen des Typs Boeing 737-Max hatten den US-Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Dabei waren im Oktober 2018 und im März 2019 insgesamt 346 Menschen gestorben. Nachdem Treibwerksprobleme als Ursache ausgemacht worden waren gibt es für die 737-Max seither weltweit keine Start- oder Landeerlaubnis. Boeing musste in der Folge bereits Milliarden abschreiben. An einem Software-Update für das Unglücksmodell wird gearbeitet, allerdings ist noch unklar, wann die 737 Max wieder starten darf - und ob Passagiere wenn eine Startgenehmigung vorliegt dann auch bereit sind, wieder in einem Flugzeug dieses Typs zu reisen.

Im August fing das Fahrwerk einer Boeing-767-300 auf dem irischen Flughafen Shannon Feuer. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, es mussten jedoch etliche Flüge abgesagt werden und die Nachricht von neuerlichen technischen Problemen bei einem Boeing-Flugzeug war für den Hersteller ein weiterer Dämpfer.

An der Börse notiert die Aktie des US-Flugzeugherstellers Boeing (ISIN US0970231058) aktuell bei 328 Dollar. Im Kursverlauf sind die beiden Unglücksfälle mit dem Modell 737 Max deutlich zu erkennen. Auch die jüngsten schlechten Nachrichten rund um das Feuer in Shannon haben dem Papier wieder einen Dämpfer verpasst.

Boeing Aktie; ISIN US0970231058; 5-Jahres-Entwicklung

Boeing Aktie; ISIN US0970231058; 5-Jahres-Entwicklung

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