Weihnachtsmärkte lukrieren mehr als Amazon und Mahü

Weihnachtsmärkte lukrieren mehr als Amazon und Mahü

Weihnachtsmärkte sind so beliebt, dass Konsumenten auch abseits der Konsumtempel dort viel Geld ausgeben.

Das Weihnachtsgeschäft lässt auch heuer wieder die Kassen klingeln. Die Gewinner sind die Weihnachtsmärkte, die Gastronomie und vor allem auch der Online-Handel.

Wien. Zu Weihnachten ist die Konsumlaune besonders gut. Und das ist auch in Österreich, wo die Konsumenten zum Jahresende gerne tiefer ins Geldbörsel greifen. Einer Umfrage von IMAS zufolge wollen hierzulande die Konsumenten im Durchschnitt bis zu 372 Euro pro Kopf für Weihnachteinkäufe ausgeben. Den Großteil des Weihnachtsbudgets geben Konsumenten noch immer in Geschäften aus. Noch ausgabenfreudiger sind aber Konsumenten, die online einkaufen. Laut IMAS legen Online-Shopper noch einen Hunderter dazu und geben zu Weihnachten 472 Euro pro Kopf aus.

Dass Weihnachten nicht nur reines Shopping von Geschenken in Einkaufsstraßen, Konsumtempeln oder bei Online-Händlern bedeutet, zeigt die Prognose von RegioPlan. Der Großteil der Ausgaben fließt in die Kassen der Standler an den Weihnachtsmärkten und in die Kassen der Gastronomen des Landes. Laut RegioPlan werden heuer zu Weihnachten 2,05 Milliarden Euro ausgegeben, was einer Steigerung von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und somit ein reales Plus bedeutet, wenn von einer Inflationsrate von 2,0 Prozent ausgegangenen wird.

Damit kommt es auch heuer wieder zu einer Erhöhung der Ausgaben, wie in den vergangenen zehn Jahren.

Der Profiteur Nummer 1 im Weihnachtsgeschäft 2018 sind jedenfalls die Weihnachtsmärkte. 390 Millionen Euro geben die Österreicher auf den Weihnachtsmärkten des Landes aus. Wobei der Wiener Christkindlmarkt mit rund 60 Millionen Euro der Hauptgewinner ist.

Die Weihnachtsmarktbesucher sind dabei besonders spendabel, was die Verköstigung bei den Gastronomen der Christkindlmärkte anbetrifft. Die Ausgaben für Punch, Glühwein, Bratwurst & Co machen rund zwei Drittel (65 Prozent) der gesamten Ausgaben am Weihnachtsmarkt aus. Nach Abzug des gastronomischen Angebots bleiben den Standlern für den Verkauf ihrer Waren mit 136,5 Millionen Euro Umsatz noch immer auf ein höherer Umsatz als Amazon und die Geschäfte der Wiener Mariahilferstraße zusammen, die es auf knapp 130 Millionen Euro Handelsumsatz bringen.

Aber auch die Gastronomie außerhalb der Christkindlmärkte profitiert kräftig vom Fest der Freude und der Besinnung. Dank Weihnachtsfeiern von Unternehmen, privaten Feiern, öftere Lokalbesuche sowie zusätzlicher Einnahmen durch Touristen können auch Wirte kräftige Umsatzzuwächse verzeichnen. Mit 140 Millionen Euro sind die Gastronomen allerdings mit Abstand auf Rang zwei, aber immer noch weit vor dem ersten Händler.

Online-Händler Amazon kommt auf Rang drei. Der weltgrößte Internethändler wird laut RegioPlan-Prognose mit dem Weihnachtsgeschäft einen zusätzlichen Umsatz zwischen 60 und 70 Mio. Euro anschreiben. Auf Rang vier fast gleichauf mit Amazon kommt erst die Wiener innere Mariahilfer Straße. Auf Platz 5 folgt die Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf bei Wien mit rund 40 Millionen Euro Umsatz, dicht gefolgt von der City Wien, der Handelszone Parndorf im Burgenland sowie dem Wiener Donau Zentrum mit Umsätzen zwischen 35 und 40 Millionen Euro. Plus City in Linz, Möbelhändler Ikea, der Versandhändler Unito sowie der deutsche Internethändler Zalando auf folgen auf den weiteren Plätzen (siehe Tabelle, u.) .

Online am Aufstieg

Große Konkurrenz bekommt der stationäre Handel durch die Internethändler. Waren im Wert von 369 Millionen Euro werden heuer via Internet verkauft (18 Prozent der gesamten Ausgaben). Amazon erhält mit seinen 60 bis 70 Millionen Euro Weihnachtsumsatz mit Abstand das größte Stück vom Kuchen. Der weltgrößte Online-Händler macht somit mehr Umsatz als Österreichs größte Einkaufsstraße die innere Wiener Mariahilfer Straße.

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