WEF-Ranking: Österreichs Wettbewerbsfähigkeit stabil

WEF-Ranking: Österreichs Wettbewerbsfähigkeit stabil

Das Wifo sieht die Problemfelder bei den Lohnnebenkosten, Mangel an Risikokapital und Digitalisierung. Neuer Schwerpunkt sei die Ressourceneffizienz und der CO2-Ausstoß.

Wien. Österreich liegt in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit stabil um den Platz 20. Heuer gab es im Ranking des World Economic Forum (WEF) eine Verbesserung um einen Rang auf Platz 21, nachdem es vor zwei Jahren eine Verschlechterung um zwei Plätze gegeben hatte. "Ich würde die Veränderung nicht überbetonen", sagt dazu Wifo-Experte Michael Peneder, auch weil viele Länder knapp beieinander liegen.

"Österreich rutscht nicht ab, verbessert sich aber auch nicht", so Peneders Einschätzung. Dabei sollte das Ziel Top-20, vielleicht Top-15 sein. Top-10 sei kurzfristig nicht realistisch, da viele der über 100 Indikatoren struktureller Natur seien und sich nicht rasch ändern lassen.

"Der Platz ist nicht gut, wenn man Österreich mit anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder die Schweiz vergleicht", sagt Peneder im Gespräch mit der APA. Drei Bereiche könne man auf Basis der Untersuchung als vorrangig erkennen, wenn Österreich in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit aufholen will. Das beginne bei dem "ewigen Thema" der Belastung des Faktors Arbeit, die verringert werden müsse. Dann komme der Mangel an Risikokapital, da sollte Österreich steuerliche und gesellschaftsrechtliche Anreize setzen, um die Vergabe zu fördern. Und schließlich müsse Österreich bei der Digitalisierung besser werden, vom Ausbau des Breitbands über eine bessere Qualifikation der Arbeitnehmer bis zur digitalen Fertigung.

Ein neuer Schwerpunkt im Ranking seien Ressourceneffizienz und CO2-Belastung. Hier liege Österreich zwar auf ähnlichem Niveau wie im Gesamtranking, die Bedeutung werde aber in den nächsten Jahren wachsen, so der Wifo-Experte. Österreich wäre gut beraten, sich stark zu engagieren.

Weitere Schwachpunkte Österreichs lauf WEF sind unter anderem die hohe Belastung durch öffentliche Regulierungen, eine lange Dauer der Unternehmensgründung, beschränkte Flugverbindungen, die von Unternehmern hervorgehobene mangelhafte Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, insbesondere mit digitalen Fertigkeiten. Dass Österreichs Arbeitnehmer ungern den Wohnort wechseln und Ausländer nur beschränkt aufgenommen werden dürfen, verschärft die Lage.

Auf der positiven Seite hebt das WEF hervor, dass Österreichs Volkswirtschaft sehr stabil ist, was sich in einer günstigen Budgetentwicklung sowie niedrigen Inflationsraten ausdrückt. Auch hat Österreich eine gute "klassische" Infrastruktur, etwa Straßen, Eisenbahnen, Strom- und Wasserversorgung. Es gibt eine hohe Rechtssicherheit, die Justiz ist unabhängig. Auch das österreichische Forschungssystem "scheint besser zu sein als der Ruf", so das Wifo in einer Aussendung. Zwar gibt es nur wenige "prominente" Forschungsinstitute (32. Platz), dafür liegt Österreich bei den wissenschaftlichen Publikationen unter den besten 20 Ländern und bei den Forschungsausgaben sowie den Patentindikatoren innerhalb der Top-10.

Das Wifo ist bei der Erstellung des "Global Competitiveness Report" Partner des WEF. Das Ranking der 141 Länder fußt auf 103 Indikatoren. 70 Prozent der Bewertung kommen auf Basis von Statistiken, 30 Prozent auf Basis einer Befragung von Führungskräften zustande. International wurden 13.000 Führungskräfte befragt, davon 167 durch das Wifo in Österreich.

Unter den 141 verglichenen Ländern liegt diesmal Singapur vor den USA auf Rang 1, dahinter folgt Hongkong. Die Niederlande nehmen als wettbewerbsfähigstes europäisches Land den vierten Platz ein, vor der Schweiz. Hinter Japan folgen dann mit Deutschland, Schweden, Großbritannien, Dänemark und Finnland weitere europäische Länder. Hätte Österreich nur 2 Zehntelpunkte mehr erreicht, wäre ein Top-20-Platz möglich gewesen.

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