Welche Gefahren durch die Erderwärmung bis 2050 drohen

Welche Gefahren durch die Erderwärmung bis 2050 drohen

Forscher haben errechnet, welche Folgen ein weiterer Anstieg der CO2-Gehalt in der Atmosphäre hätte.

Die Erderwärmung trifft nicht nur die Umwelt und jeden privat, sondern auch Unternehmen und Investoren. Ein Anstieg der Durchschnittstemperaturen um nur zwei bis drei Grad hätte gravierende Folgen.

Der Klimawandel ist ein systemisches Risiko für die gesamte Menschheit.. Um jedoch den Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 unter zwei Grad zu halten, sehen Klimaforschern eine radikale Wende in der Energiepolitik notwendig. Wenn die Durchschnittstemperatur um drei Grad steigt, wäre das fatal für Umwelt, Mensch und Wirtschaft. Und die Umweltpolitik de facto gescheitert.

Um die bereits bestehenden Auswirkungen des Klimawandel zu dokumentieren und die Folgen eines Anstieg um nur zwei Grad bis zum Jahr 2050, vor Augen zu führen, hat das Beratungsunternehmen Mercer, die Ergebnisse des zwischenstaatlichen Panels zum Klimawandel (IPCC) zusammengefasst.

Der aktuelle Stand:

  • Die Emissionen erreichen derzeit weltweit jährlich 37 Gigatonnen CO2.
  • Fossile Brennstoffe machen 80 Prozent des Energiemixes aus.
  • 80 Prozent der Emissionen sind nicht durch Steuern auf Kohlenstoff belastet. Durch einen solchen Emissionshandel werden so verursachte Kosten mit eingerechnet.
  • 59 Prozent der Investments in das Energieaufkommen wird für fossile Brennstoffe aufgewendet.
  • 3,3 Millionen Elektrofahrzeuge gibt es weltweit

Bisherige Auswirkungen der Luftverschmutzung

  • Die Temperaturen sind im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um 1,1 Prozent gestiegen.
  • Die CO2-Konzentration liegt seit zwei Jahren über der Marke von 400 ppm (Parts per Million). Damit steigt der CO2-Pegel, der in der Atmosphäre gemessen wird, auf ein Niveau das bereits als kritisch gilt.
  • Eine dauerhafte CO2-Konzentration zwischen 430 ppm und 480 ppm betrachtet die Wissenschaft als Obergrenze, wenn die Erderwärmung wie erhofft bei höchstens zwei Grad gestoppt werden soll
  • Der Meeresspiegel ist gestiegen.

Um den Temperaturanstieg auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu halten müssten laut Klimaexperten extreme Anstrengungen unternommen werden. Das gilt in besonderem Maße für die Industrie. „Börsennotierte Firmen die sich nicht an Umweltvorgaben halten, müssen nicht nur mit Starfen, sonder auch damit rechnen, dass ihre Aktien von großen institutionellen Investoren, wie Pensionsfonds, gemieden werden“, warnt Mercer. Damit sinke auch die Attraktivität solcher Aktien für Privatinvestoren.

Empfehlungen der Klimaprofis des IPCC

  • Die CO2-Emissionen müssten von derzeit 37 Gigatonnen weltweit bis 2050 auf 16 Gigatonnen sinken. Null-Emission müsste etwa um zwischen den Jahren 2080 und 2100 erreicht werden
  • Den Energieverbrauch um 12 Prozent zu senken
  • Kohle soll als Energieträger überhaupt verbannt werden
  • Der gesamte Energiesektor sollte elektrifiziert werden
  • Die Energieerzeugung erfolgt zu 55 Prozent aus erneuerbarer Energie und zu acht Prozent aus Atomstrom.
  • Die Nachfrage nach Erdöl ist um 33 Prozent niedriger als heute, der Gasverbrauch um 20 Prozent.
  • Neue Fahrzeuge werden zu 50 Prozent mit Strom betrieben und zu 25 Prozent mit Gas (LPG).

Es besteht laut den Forschern eine 50:50-Chance, die Temperaturen bis 2050 unter zwei Prozent zu halten . Im besten Fall steigt die Erderwärmung bis dahin nur um 1,7 Prozent. Steigen die Temperaturen jedoch auf zwei Prozent, hätte das wahrscheinlich folgende Auswirkungen:

  • Der Meeresspiegel steigt um rund 50 Zentimeter
  • Die jährliche Maximaltemperatur wäre dann um 2,6 Prozent höher, die Zahl der heißen Tagen würde um 25 Prozent zunehmen.
  • Die Häufigkeit von extremen Regenfälle würde um 36 Prozent steigen.
  • Dürreperioden würden auf vier Monate ausgedehnt werden.
  • Durch die steigenden Trockenheit steigt die Gefahr für Malaria-Übertragungen um 27 Prozent.
  • Die Gewinne für Mais fallen um neun Prozent, jene für Weizen um vier Prozent.

Wenn es jedoch zu keinem radikalen Wandel in der Umweltpolitik bis 2050 kommt, rechnen die Klimaforscher mit einem Anstieg der Erderwärmung um drei Grad. Das würde bedeuten, dass die globale Emission gleich hoch ist wie heute oder in den nächsten 30 Jahren sogar leicht steigt. Aus heutiger Sicht kein unwahrscheinliches Szenario.

Temperaturanstieg ab 3 Grad kritisch

Würde diese Entwicklung bis ins Jahr 2100 fortgeschrieben werden, läge dann der Temperaturanstieg laut Forschern bei 3,1 Grad. Dann wären laut dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Schäden für die Umwelt irreversibel.

  • Der Meeresspiegel würde im Schnitt um 58 Zentimeter steigen
  • Es wären 30 Prozent weniger Wasser als heute verfügbar
  • Hitzewellen und Waldbrände wären deutlich häufiger als heute
  • Das Ausfallsrisiko für den Fischfang und negative Auswirkungen für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion wären groß.
  • Hungersnöte würden stark zunehmen

Bei einer Erderwärmung um vier Grad würde sich das weltweit verfügbare Wasser gar um die Hälfte gegenüber heute verringern. Zyklone im Atlantik würden um 80 Prozent ansteigen. Durch starke Hitzewellen wären normale Outdoor-Aktivitäten nur noch eingeschränkt möglich. Die Nahrungsmittelproduktion würde stark zurückgehen.

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