Waldrodung: Umweltschützer gegen Tesla-Fabrik

Der Elektroautopionier Tesla hat für den Bau seines in Deutschland geplanten Werks 300 Hektar Land erworben. Noch vor Erteilung der Baugenehmigung wurde dort begonnen, Wald zu roden. Nach Protesten von Umweltschützern wurden die Rodungen jetzt gerichtlich gestoppt.

Waldrodung: Umweltschützer gegen Tesla-Fabrik

Proteste von Umweltschützern gegen Tesla - die gibt es jetzt nicht nur in Südamerika, wo in großem Stil Lithium für die Batterien des Elektoauto-Pioniers abgebaut wird. Auch in Deutschland, wo Tesla ein 300 Hektar großes Grundstück für die Errichtung eines europäischen Werks gekauft hat, sieht sich das Unternehmen nun mit Protesten und gerichtlichen Problemen konfrontiert.

Der Stein des Anstoßes: Tesla hat auf dem Areal in Grünheide in der Nähe von Berlin Deutschland mit Rodungsarbeiten begonnen, Auf Intervention der Umweltschutz-Organisation "Grüne Liga Brandenburg wurden diese Arbeiten gerichtlich gestoppt. Es gehe nicht darum, Tesla zu verhindern, aber die so lange es noch keine endgültige Baugenehmigung für das Werk gäbe dürfe auch nicht gerodet und damit unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden, so die Umweltschützer.

Noch von Donnerstagabend bis Samstagabend waren auf dem Gelände Bäume wie Streichhölzer gefallen: 29 sogenannte Harvester und 9 Spezialmaschinen hatten in rasanter Geschwindigkeit meist Kiefern gefällt und zum Abtransport vorbereitet. Geplant ist, in einem ersten Anlauf bis Ende Februar knapp 92 Hektar des Waldgrundstücks in Grünheide (Oder-Spree) zu roden

Umweltschutz vs. Wirtschaftsstandort

Die Rodung nun damit vorerst, doch die Brandenburger Landesregierung zeigt sich optimistisch für die Fortsetzung. "Wir lassen uns davon erst mal nicht unter Druck setzen", sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach. Er sei davon überzeugt, dass die Behörden "einen guten Job" gemacht hätten und das Oberverwaltungsgericht (OVG) dies bei seiner Entscheidung anerkennen werde. Das Landesumweltamt Brandenburg hatte den vorzeitigen Beginn der Rodung zuvor genehmigt.

Im Juli 2021 will Tesla die Produktion in dem Werk aufnehmen und in der Folge jährlich 500.000 Fahrzeuge produzieren. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, kritisierte in der Folge überzogene Hürden. "Der Fall Tesla ist symptomatisch für eine überbordende, ineffiziente und selbstgefällige Bürokratie, die immer häufiger eine Bremse für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt". "Nicht nur Tesla, sondern viele deutsche Unternehmen klagen seit langem über zu hohe Hürden für Investitionsprojekte."

Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze (Grüne) kommentierte den Fall bei Twitter. "Ich wünsche mir, dass es rasch Rechtsklarheit zu den Arbeiten am #Tesla-Standort in #Grünheide gibt, damit die Zukunftsinvestition in die Elektromobilität in Brandenburg gelingen kann", schrieb sie. "Dabei bin ich sehr zuversichtlich, dass der Eingriff in den Naturhaushalt vollständig und gut ausgeglichen werden kann. Energiewende und Naturschutz müssen zusammen gelingen können!"

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