Das Wahlkuvert ist für kbprintcom.at geschlossen

Das Wahlkuvert ist für kbprintcom.at geschlossen

Die Druckerei kbprintcom.at zahlt eine halbe Million Euro Wiedergutmachung an die Republik Österreich. Das Unternehmen war für das Debakel der Briefwahl-Kuverts zur Bundespräsidenten-Stichwahl verantwortlich.

900 defekte Briefwahl-Kuverts waren der Mega-Aufreger des vergangenen Jahres: Sie führten zu einer Verschiebung der zweiten Bundespräsidenten-Stichwahl zwischen Norbert Hofer und Alexander van der Bellen. Nun einigte sich die Republik mit der Kuvert-Druckerei kbprintcom.at in einem außergerichtlichen Verfahren auf 500.000 Euro Schadenersatz, die Aktendeckel werden geschlossen.

Da das 320 Mitarbeiter-Unternehmen schon im Zuge der Gewährleistung für die gesamte Neuauflage der Kuverts und Drucksorten aufgekommen war, ergibt sich in Summe ein Betrag von mehr als einer Million Euro, der von kbprintcom.at an Wiedergutmachung geleistet wurde. Für Wolfgang Peschorn, Leiter der Finanzprokuratur, ist die erzielte auch die bestmögliche Lösung. „Ein jahrelanges Gerichtsverfahren wäre das worst case szenario gewesen“, sagt Peschorn, der die Druckerei in den Verhandlungen als „kooperativ“ schildert, im Gespräch mit dem trend.

Basis der Einigung war ein Gutachten der deutschen Fogra Forschungsgesellschaft. Das Ergebnis: Die Auswahl des Klebemittels war problematisch, der Klebemittelauftrag unregelmäßig, die Qualitätssicherung mangelhaft. Eine Folge der Panne: Nach Neuausschreibung kommt ab der Nationalratswahl 2017 statt kbprintcom die Staatsdruckerei zum Zug.


Lesen auch den neuen trend. Ausgabe 30-31/2017 vom 28. Juli 2017.
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