VW-Vertrieb: Die Auswirkungen des Abgasskandals

Porsche-Holding-Sprecher Alain Favey, Chef der Vertriebsdivision des VW-Konzerns, sieht das Unternehmen auf stabilem Kurs.

Porsche-Holding-Sprecher Alain Favey, Chef der Vertriebsdivision des VW-Konzerns, sieht das Unternehmen auf stabilem Kurs.

Die Porsche Holding, die Vertriebsdivision des VW-Konzerns, mit Sitz in Salzburg, blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Die Auswirkungen des Skandals auf Österreich und die Länder in Osteuropa in der die Holding als Importeur tätig ist und wie die Rückruf-Aktion abgewickelt wird.

Die Porsche Holding, Österreich-Importeuer aller VW-Modelle und Vertriebsdivision des VW-Konzerns weltweit, blickt trotz Abgasskandal, auf ein gutes Jahr 2015 zurück. "Das war für uns ein sehr gutes Jahr mit einer hervorragenden Entwicklung in Zentral- und Südosteuropa und einer stabilen Entwicklung in Österreich", so Holding-Sprecher Alain Favey. Trotz eines schwierigen Marktumfeldes hat der Konzern Marktanteile dazugewonnen.

Insgesamt entwickle sich das Geschäft in Österreich stabil - auf einem hohen Niveau. Der Rekordwert von 2011 wird aber auch heuer nicht erreicht. Der Marktanteil in Österreich wird voraussichtlich bei rund 35 Prozent liegen. Vier Marken des Konzerns sind in Österreich unter den Top 10 der meistverkauften Marken.

Porsche mit überdurchschnittlich gutem Jahr

Konkrete Geschäftszahlen wollte der Porsche-Holding-Sprecher zwar nicht nennen, die Händler dürften sich nach Angaben jedenfalls über ein „hervorragendes Jahr freuen“. Besonders gut ist das Jahr für Porsche gelaufen. Die Verkaufszahlen stiegen heuer voraussichtlich um 22 Prozent auf 1.235 Stück. Der Grund für den Nachfrageschub: Die Neueinführung des Macan, ein Luxus-Kompakt-SUV. Stark nachgefragt war unter anderem auch der neue VW Passat.

VW gibt in Osteuropa wieder Gas

Gut entwickelt hat sich auch der Absatz in jenen Ländern, in denen die Porsche Holding als Importeur auftritt. Das sind überwiegend die Länder in Zentral- und Osteuropa. Seit dem Markteinbruch von 2008 hat sich der Markt nun wieder kräftig erholt und hat sich nach dem Absturz fast verdoppelt. Am stärksten ist die Nachfrage 2015 in Tschechien angezogen.

Kaum Auswirkungen auf Verkauf

Die Auswirkungen wegen des Abgasskandals auf die Verkaufszahlen hielten sich in Grenzen. Favey: „Die NOX-Problematik hatte auf die Bestelleingänge keine Auswirkungen, als jedoch das CO2-Thema im November aufgekommen ist, kam es schon zu Verunsicherungen.“

Konzern kommt für alle Kosten auf

Die Rückrufaktion von 388.000 Fahrzeugen des VW-Konzerns aufgrund einer Motormanipulation wird laut Unternehmensprognosen lediglich eine Mehrarbeit von vier Prozent des derzeitigen Arbeitsaufkommens verursachen und für die Händler machbar. Sämtliche Kosten werden ohnehin vom Konzern bezahlt. Insgesamt gibt es in Österreich rund 400 Servicepartner des VW-Konzerns.

Elektro-Offensive mit Golf geplant

Für 2016 erwartet Favey ein stabiles Jahr. „Der niedrige Ölpreis und die geringen Zinsen sind natürliche Insentives und sollten den Markt beleben.“ 2016 will VW auch den Fokus aus die „Demokratisierung des Elektroautos starten“ und den e-Golf stärker promoten. Inklusive sämtlicher möglicher Förderungen wird der e-Golf zum selben Startpreis verkauft werden als der Golf TDI, also ein vergleichbares Dieselmodell. Im ersten Jahr ist der Strom gratis.

NOX-Werte wurden in der Vergangenheit bereits stark reduziert

Beim Abgasskandal war Favey bemüht Normalität zu vermitteln. "Es gibt keine Unregelmäßigkeiten bei den CO2-Werten", versicherte er. Bei den NOX-Angaben war Favey bemüht, die Problematik in einem Gesamtkontext zu setzen. So würden in Österreich nur 15 Prozent des gesamten Stickoxidausstoßes auf Pkws entfallen und der NOX-Ausstoß in den vergangenen Jahren massiv gesenkt wurde.

Rückrufaktion: Im Schnitt eine Viertel Stunde Arbeit pro Wagen

Zur Rückrufaktion betonte er, dass Modelle der besten Schadstoffklasse E6 nicht betroffen sind. Und Favey versicherte, dass der Rückruf kundenfreundlich gestaltet werde. Die Reparatur soll, je nach Modell, für das Software-Update oder eventuelle Ergänzungsmontagen, zwischen einer Viertelstunde und maximal eine Stunde dauern. Probleme bei der Abwicklung fürchtet Favey nicht: "Es ist nicht die erste Rückrufaktion die wir durchführen".

Los geht es 2016 Ende Jänner, in der Kalenderwoche 4, mit den 2,0 Liter TDI-Motoren. Es folgen die 1,2 Liter-TDI in der Kalenderwoche 33. Ende September beginnt die 1,6 Liter-TDI-Rückrufaktion. Alle betroffenen Kunden wurden bereits angeschrieben.

Ersatzmobilität während das Auto in der Werkstatt ist

Kunden, die während der Zeit, in der sie ihr Auto aufgrund der Rückrufaktion in die Werkstatt stellen, erhalten auf Wunsch ein Ersatzfahrzeug oder auch Tickets für öffentliche Verkehrsmittel. Zu diesem Zweck will die Porsche Holding die Anzahl ihrer Vorführwagen erhöhen.

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