VW-Skandal: "Überschaubare Zahl" an Mitarbeitern beteiligt

VW-Skandal: "Überschaubare Zahl" an Mitarbeitern beteiligt

VW-Chef Matthias Müller: "Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt."

Die VW-Spitze hat bei der Suche nach Verantwortlichen für den weltweiten Diesel-Skandal weiterhin nur einen relativ kleinen Kreis von Verdächtigen im Visier. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass nur eine überschaubare Zahl an Mitarbeitern aktiv zu den Manipulationen beigetragen hat", so Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bei der Präsentation eines Zwischenstands zu den Ermittlungen.

Inzwischen habe man über 1.500 elektronische Datenträger von fast 400 Beschäftigten eingesammelt, um Spuren und Hinweise auf den Ursprung der Affäre zu finden. Es seien zudem 87 ausführliche Interviews im Rahmen der Ermittlungen geführt worden. "Viele weitere werden noch folgen", kündigte Pötsch an. Neun Vertreter des Managements seien im Zuge der Aufklärungen freigestellt worden.

Ziel sei es, bis zur Hauptversammlung am 21. April 2016 einen vollständigen Überblick über die Ergebnisse zu liefern.

Als Reaktion auf den Skandal werde VW unter anderem in der Entwicklungsarbeit strenger auf die Einhaltung von Regeln zu achten. So werde etwa bei der Software-Entwicklung für Motorsteuergeräte konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip gesetzt, um Manipulationen zu erschweren.

Eine zentrale Konsequenz sei außerdem eine weitreichende Änderung der Prüfungspraxis. So sollen Emissionstests künftig grundsätzlich extern und unabhängig untersucht werden.

Größte Bewährungsprobe in der Firmengeschichte

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hält die Abgaskrise für die bisher größte Bewährungsprobe in der Geschichte des größten Autobauers in Europa. "Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein", so Pötsch. "Alles kommt auf den Tisch, nichts wird unter den Teppich gekehrt", so Pötsch. Im Volkswagen-Konzern arbeiten derzeit etwa 450 Experten an der Aufklärung der Abgas-Affäre. Neben der internen Revision gehören dazu auch die Mitarbeiter der US-Kanzlei Jones Day, die der Aufsichtsrat beauftragte.

Europas größter Autobauer hatte im September zugegeben, in Millionen Dieselmotoren eine Software eingesetzt zu haben, die Daten zum Ausstoß der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Abgase schönte. In der Folge stürzte Volkswagen in eine schwere Krise. Für deren Bewältigung bildete der Konzern bisher Rücklagen von 6,7 Mrd. Euro.

VW trennt sich von firmeneigenen Airbus

Die Kosten für den VW-Skandal werden insgesamt auf 20 bis 30 Milliarden Euro geschätzt. Da verwundert es auch nicht, dass Volkswagen den Sparstift ansetzt. So soll etwa im Zuge des Konzernumbaus die unternehmenseigene Flugzeugflotte verkleinert werden. VW betreibt eine eigene kleine Fluglinie, die über mehrere Maschinen verfügt, darunter ein Airbus A319. Dieser soll nach den Worten von VW-Chef Matthias Müller aber verkauft werden.

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