VW-Dieselskandal: Neuanfang mit Kostendrücker Herbert Diess

Herbert Diess gehört zu den Automanagern, für die es eine klare Priorität gibt: Effizienz. Der erst im Juli als VW-Markenchef zu Volkswagen gewechselte frühere BMW-Vorstand hat den Ruf eines knallharten Kostendrückers. Sparprogramme setzt er notfalls gegen den Widerstand von Betriebsräten durch. Zulieferer fürchteten den früheren BMW-Einkaufschef als harten Verhandler.

VW-Dieselskandal: Neuanfang mit Kostendrücker Herbert Diess

Mit dem 56-Jährigen könnte es im Zuge des Abgas-Skandals zum Generationswechsel an der Spitze des größten deutschen Konzerns kommen. Da der aus München stammende Österreicher erst vor kurzem von außen in den VW-Vorstand kam, ist er nicht vom Führungsstil des zurückgetretenen Vorstandschefs Martin Winterkorn geprägt und kann für einen konsequenten Neuanfang stehen. Diess wird schon länger als Kronprinz für die Winterkorn-Nachfolge gehandelt. Doch sollte der VW-Quereinsteiger eigentlich im Windschatten Winterkorns bis 2018 Zeit bekommen, um die Netzwerke und komplizierten Strukturen des Konzerns mit zwölf Marken in sieben Ländern zu beherrschen.

Als Meisterstück sollte er die schwächelnde Hauptmarke VW mit einem milliardenschweren Kostensenkungsprogramm aus dem Renditetief ziehen. Den potenziellen Konflikt mit den Betriebsräten, zu dem es durch Eingriffe in Arbeitsprozesse kommen kann, versuchte er, von vornherein zu entschärfen. So lobte er in einem Interview mit der Mitarbeiterzeitung den Vorschlag von Betriebsratschef Bernd Osterloh, die kostentreibend hohe Zahl der Modellvarianten zu verringern. Die einflussreiche Arbeitnehmervertretung nahm Diess denn auch trotz verbreiteter Skepsis in der Belegschaft mit Wohlwollen auf.

Genugtuung für Piech

Bei BMW war Diess, zuletzt Entwicklungschef, einer der Kandidaten für die Nachfolge von Vorstandschef Norbert Reithofer. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur hatte vor seinem Ausscheiden fast zwei Jahrzehnte bei dem Münchner Premiumbauer gearbeitet - als Einkaufschef, Leiter der Motorradsparte und Werkschef in Großbritannien. Als in München Ende letzten Jahres die Entscheidung fiel, Produktionschef Harald Krüger zum Vorstandsvorsitzenden zu machen, warb Volkswagen Diess ab - und zwar auf Betreiben von Ferdinand Piech. Der zunächst im Machtkampf mit Winterkorn unterlegene Firmenpatriarch, der im April als VW-Aufsichtsratschef hinwarf, könnte mit Diess am Steuer des Konzerns verspätet doch noch Genugtuung bekommen.

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