Abgas-Skandal: Volkswagen vor Vollbremsung bei der Dividende

Die Aktionäre des Volkswagen-Konzerns müssen damit rechnen, dass für 2015 keine Dividende ausgezahlt wird. Wie aus Aufsichtskreisen bereits gesagt wurde "gibt es keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt".

Abgas-Skandal: Volkswagen vor Vollbremsung bei der Dividende

Wolfsburg. Die VW-Aktionäre müssen angesichts drohender Milliardenstrafen im Abgasskandal einen Totalausfall der Dividende fürchten. Es stehe noch nichts endgültig fest, "aber es gibt keinen Hinweis, dass es auch nur Hoffnung auf einen Cent gibt", sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Presse-Agentur. Analysten hatten zuletzt im Schnitt noch mit knapp 1,50 Euro pro Aktie gerechnet. (--> Aktueller Aktienkurs Volkswagen ISIN DE0007664005)

Ein VW-Konzernsprecher sagte auf Anfrage lediglich: "Wir werden uns am 28. April im Rahmen unserer Bilanzpressekonferenz zu Details unserer Geschäftszahlen äußern."

Für 2014 zahlte der Konzern für jede VW-Stammaktie 4,80 Euro, für jede Vorzugsaktie 4,86 Euro als Dividende. Insgesamt schüttete der Autobauer zuletzt rund 2,3 Mrd. Euro seines Gewinns an die Aktionäre aus. Größter Anteilseigner ist die Porsche SE, die von den Familien Porsche und Piech kontrolliert wird. Auch das Land Niedersachsen und der Staatsfonds des Emirats Katar halten große Aktienpakete.

Sorgenfalten

Der zweitgrößte VW-Aktionär Niedersachsen blickt mit Sorge, aber ohne Panik auf einen möglichen Ausfall bei der Dividende des Autobauers. "Es gäbe keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Landeshaushalt", teilte die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Vor einem Jahr hatte Niedersachsen 285 Mio. Euro Dividende eingestrichen.

Die landeseigene Beteiligungsgesellschaft HanBG, bei der der Großteil des VW-Eigentums liegt, parkte die Dividenden zuletzt. Daher bereitet ein Dividendenausfall, womöglich gar ein Totalausfall, dem Land keine Kopfschmerzen. Schon beschlossene Projekte seien für die Folgejahre durch die vorherigen Dividendenzahlungen "komplett ausfinanziert".

Entscheidend sein dürfte die Höhe der Strafzahlungen, die VW wegen des Abgas-Skandals in den USA wird leisten müssen. "Wahrscheinlich wäre ein Wert zwischen 20 und eher 30 Milliarden Euro. Und dann wird es sehr eng für die Dividende", sagte ein VW-Aufsichtsrat. Der Konzern bräuchte in diesem Fall viel Geld, um die Strafen zu begleichen und das laufende Geschäft weiter zu finanzieren.

Im Aufsichtsrat könnte über die Höhe der Dividende durchaus gestritten werden: Arbeitnehmervertreter und das Bundesland dürften vor allem den Erhalt der Arbeitsplätze bei VW im Blick haben - die Vertreter der Kapitalseite könnten ein stärkeres Interesse an Rendite und damit an der Ausschüttung einer Dividende haben. Sprecher beider Seiten wollten sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

SERGEI GURIEV, ÖKONOM

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Caroline Palfy (r.) ist neue Geschäftsführerin in der Handler Holding GmbH und verantwortet den Bereich Sustainable-Strategie. Das Familienunternehmen HANDLER ist Spezialist für hochwertige Bau- und Immobilienprojekte in Österreich.
Marieluise Krimmel ist Partnerin bei Deloitte in Wien im Bereich Audit & Assurance und ist in der Prüfung und Beratung tätig. Ihre Branchenschwerpunkte liegen neben der Industrie in der Immobilien- und der Bauwirtschaft.

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