Vor der Öffnung: Gastronomie und Hotellerie bangen um Rentabilität

Vor den österreichweiten Öffnungen der Gastronomie und Hotellerie überwiegt die Vorfreude. Dahinter liegen aber auch viele Sorgen - einerseits um die Rentabilität für die Betriebe, andererseits um die Tests für Gäste und den Mangel an Fachkräften.

Vor der Öffnung: Gastronomie und Hotellerie bangen um Rentabilität

Trotz des anhaltenden unbeständigen und wenig einladenden Wetters herrscht in Österreichs Gastronomie und Hotellerie Vorfreude auf den 19. Mai, dem Tag, an dem die Betriebe nach dem über ein halbes Jahr andauernden Lockdown wieder aufsperren und Gäste empfangen dürfen - wenngleich auch unter sehr strengen Auflagen - siehe Artikel: "Corona-Öffnungsverordnung: Regeln ab dem 19. Mai 2021".

Auch die Buchungslage ist, besonders rund um die Feiertage gut. Die Österreicher haben, wie auch die trend-Umfrage belegt, Sehnsucht nach einer Auszeit von dem Zuhause, in dem sie im letzten Halbjahr Lockdown-bedingt die meiste Zeit bleiben mussten.

Dennoch gibt es in der Branche vielerorts auch Zweifel, ob sich die Öffnung für die Betriebe überhaupt betriebswirtschaftlich auszahlt. Strengere Abstandsregeln und Reisebestimmungen, die den Auslandstourismus stark einschränken, dürften es schwer machen, dass die Öffnung von Beginn an rentabel ist. Man brauche die Touristen aus dem Ausland dringend, hieß es beispielsweise aus Salzburg. Ob sich das Aufsperren für die Betriebe lohnt, hänge außerdem davon ab, "wie der Betrieb orientiert ist, hat er viele Gruppen oder kommen die Leute zu zweit essen, ist er veranstaltungslastig oder von ausländischen Gästen abhängig?", gab der oberösterreichische Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger zu bedenken.

3-G-Regel ein Hindernis?

Auch die Kontrolle der Testnachweise der Gäste und die Schnelltests direkt im Lokal sorgen vielerorts für Unmut. Man biete die Möglichkeit der Vor-ort-Testungen zwar an, wäre aber froh, wenn so viele Gäste wie möglich bereits mit eigenem Testnachweis kommen würden, so der allgemeine Tenor. "Wir sind ein Restaurant, kein Lazarett", sagte dazu Karl Obauer, der mit seinem Bruder Rudi in Werfen in Salzburg eines der besten Restaurants Österreichs führt. Lange Debatten mit Gästen über die Kontrolle des Tests wolle man ebenfalls tunlichst vermeiden. So appellierte der Wiener Gastro-Obmann der Wirtschaftskammer, Peter Dobcak, an die Gäste, sich darauf einzustellen, dass Eintrittstests auch kontrolliert werden und keine "elendslangen Diskussionen" deswegen anzufangen. "Wir sitzen alle im gleichen Boot, bitte spielen wir zusammen", sagte Dobcak.

Eine weitere Sorge, die sich durch viele Bundesländer zieht, ist der Mangel an Fachkräften. Die Krise habe viele Arbeitskräfte aus der Gastronomie und Hotellerie abwandern lassen, nun suche man nach qualifiziertem Personal. Ob viele ehemalige Angestellte in die Branche zurückkehren, sei unsicher. Zudem werden im ersten Öffnungsschritt, der für viele nur eine Teil-Öffnung ist, noch nicht alle Arbeitskräfte wieder benötigt, sagte Mayr-Stockinger.

Hoffnung siegt

Trotz allem überwiegt der Optimismus. "Jetzt ist aber sicher nicht der Zeitpunkt zu jammern, sondern wir sind froh, dass wir wieder aufsperren dürfen", so Matthias Mirth, Sprecher der Gastronomen in der Wirtschaftskammer Burgenland (WK). Gebaut wird in vielen Bundesländern zum einen darauf, dass die staatlichen Hilfen trotz der Öffnungsschritte zunächst weitergehen und damit das Problem der mangelnden Rentabilität zu Beginn der Öffnungen abgefangen werden kann. Zudem hoffen viele Wirte und Hoteliers, dass das Geschäft im Laufe des Sommers durch weitere Lockerungen bei den Reisebestimmung und eine spätere Sperrstunde weiter angekurbelt werden kann.

Hoffnung, dass die Öffnung gut über die Bühne geht, liefert auch die "Modellregion Vorarlberg", wo die Lokale bereits sei Mitte März offen sind. Die Gastro-Öffnung hat dort in den ersten Wochen gut geklappt, in den Ballungsräumen hielten 75 Prozent der Betriebe offen. Besucher ließen sich von den Testauflagen nicht abschrecken, viel mehr entwickelte sich eine Testkultur. Auch Meldungen über Ansteckungen in Wirtshäusern gab es nicht. "In Vorarlberg konnten wir durch die Öffnung der Gastronomie ein Stück Lebensfreude zurückgewinnen", so Mike Pansi, Fachgruppen-Obmann der Vorarlberger Gastronomie, zur "Modellregion Vorarlberg".

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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