Von Fohnsdorf bis Dubai: Wasserverbesserer mit zweistelligen Zuwächsen

Aquavital-Boss Leo Schriefl registriert wieder anziehende Nachfrage in den Golfstaaten.

Aquavital-Boss Leo Schriefl registriert wieder anziehende Nachfrage in den Golfstaaten.

Der steirische Kalkmagnet-Hersteller Aquavital sieht 2015 das größte Wachstumspotential im Mittleren Osten. Dort schätzt man den Kalksverfeinerer, der nicht nur die Haut weicher und den Kaffee besser, sondern auch Kalkablagerungen vermindet und Energie spart.

Noch vor fünf Jahren stand Dubai am Rande des Bankrotts. Doch das Emirat schaffte die Wende. Auch andere Länder des Mittleren Ostens, die von der Krise 2008 betroffen waren. Jetzt wird wieder gebaut als ob es eine Krise nie gegeben hätte. Auch andere Länder des Mittleren Ostens, die von der weltweiten Finanzkrise betroffen waren, haben das Tief überwunden.

Davon profitiert auch die obersteirische Firma Aquavital. Das Unternehmen, weltweit Marktführer in der physikalischen Wasseraufbereitung, verbucht nach der jüngsten Baummesse in Dubai, der Big 5, einen deutlichen Nachfrageschub. „Wir werden heuer voraussichtlich wieder Zuwächse in zweistelliger Höhe verzeichnen“, so Aquavital-Gründer und Geschäftsführer Leo Schriefl, der heuer das 15 jährige Betriebsjubiläum feiert. Bereits in den vergangenen drei Jahren legte der Umsatz Jahr für Jahr um mehr als 20 Prozent zu.

Sultan von Oman verwendet auf seinem Anwesen Kalkmagnete aus der Obersteiermark

Die Geschäfte im Mittleren Osten ziehen damit nach der Krise langsam, aber stetig wieder an. „Damals ist unser Geschäft in diesen Ländern von einem Tag auf den anderen völlig eingebrochen“, erzählt Schriefl. Bis dahin stammten bereits 50 Prozent des Umsatzes von Aquavital aus dem Mittleren Osten. Mittlerweile sind es wieder rund zehn Prozent. Aus einzelnen Staaten wie dem Iran und Ägypten bleibe die Nachfrage zwar weiterhin aus, aber in Ländern wie dem Oman, Saudi-Arabien, Jordanien und auch der Türkei steigt die Nachfrage nach dem Kalkmagnet aus dem Murtal wieder deutlich. „In den nächsten Jahren wollen wir in diesen Ländern wieder einen Exportanteil von 40 Prozent erreichen“, so Schriefl. Gerade in diesen Ländern verfügt er auch über Kunden mit klingendem Namen. So hat Aquavital das Anwesen vom Sultan von Oman mit seinen Kalkmagneten bestückt, ebenso die Indoor-Skihalle in der noblen Mall of the Emirates in Dubai.

Am wenigsten Geschäft macht Schriefl derzeit allerdings derzeit noch in Dubai. „Unsere Kalkmagneten sind für die extrem breiten Wasserleitungsrohre, wie sie für Wolkenkratzer benötigt werden, zu klein“, erläutert Schriefl. Aber nun zieht dort der Bau von Einfamilienhäusern an, die meist von großen Gesellschaften gebaut und betrieben werden. Schriefl: „Dort sehen wir unsere Chance."

Besserer Geschmack, weichere Haut, weniger Energieverbrauch

Gerade in den meist trinkwasserarmen Ländern des Mittleren Ostens schätzt man Methoden zur Verbesserung des Trinkwasserqualität und zum Schutz der Wasserleitungen. Denn der von Schriefl entwickelte Kalkmagnet, der durch ein ausgeklügeltes System von Einzelmagnetfeldern die Kalkpartikel im Wasser zerkleinert, entfaltet so eine wundersame Wirkung. Der Kalk kann sich durch die Veränderung der Oberflächenstruktur des Wassers kaum noch an Leitungswänden, Heizstäben oder etwa in der Dusche oder der Küche ablagern. Weiterer Effekt: Etwa 25 Prozent Energieersparnis.
Auch die Haut wird weicher. Zum anderen wird durch die Zerkleinerung der Kalkpartikel der Geschmack des Wassers verbessert. Denn durch die Umwandlung wird auch die Oberflächenspannung merklich reduziert. „Die Folge ist, dass Getränke wie Kaffee oder etwa Wein besser schmecken“, so Schriefl. Weingüter zählen deshalb ebenso zu seinen Kunden wie Kaffeehäuser. Die Montage ist einfach: Der Kalkmagnet wird auf die Wasserleitung geschraubt.

Schneekanonen produzieren mehr und feineren Schnee

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Schneekanonen. Mit Hilfe des Kalkverfeinerers wird laut einer Messung des Schneekanonenherstellers „Home Snow Reiter“ der Schnee leichter, feiner und trockener. Damit macht nicht nur das Skifahren mehr Spaß, die Produktion künstlichen Schnees ist so auch billiger. So verringert sich das Gewicht des Kunstschnees auf diese Weise um 40 Gramm pro Kubikzentimeter. Die Schneemenge steigt um 0,14 Kubikmeter pro Stunde. Das bedeutet: Man braucht für die Produktion künstlichen Schnees weniger Wasser als ohne den Kalkmagnet und kann so günstiger produzieren.

Indoor-Skipisten in Luxusshopping-Mall in Dubai mit Austromagnet

Zu den Schneekanonen, die mit Aquavital bestückt sind, zählen neben dem Prestigeprojekt in Dubai auch die von Skilegende Marc Girardelli gegründete längste Skihalle der Welt im Ruhrgebiet sowie die Skigebiete Kreischberg, Gaschurn und Hohe Tatra.

Aber auch in Österreich wächst die Nachfrage kontinuierlich. Nicht nur in seiner Heimatgemeinde Fohnsdorf, wo rund 70 Prozent der Einwohner einen Kalkmagneten in ihrem Haus montiert haben. Auch in anderen Orten steigt der Absatz. Das größte Wachstumsgebiet sieht Schriefl hierzulande aber beim gemeinnützigen Wohnbau und in Schulen. Seit dem Start vor 15 Jahren hat Aquavital bereits rund 100.000 Haushalte in insgesamt 37 Ländern mit Kalkmagneten versorgt. Der Preis für den günstigsten Kalkmagneten geeignet für ein Einfamilienhaus beträgt 780 Euro.

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