Volvo-CEO Håkan Samuelsson: "Verantwortung übernehmen"

Volvo-CEO Håkan Samuelsson: "Verantwortung übernehmen"

Håkan Samuelsson stellt Volvo für die Zukunft auf. Und setzt das Thema Sicherheit wieder einmal neu auf. Der chinesische Autokonzern Geely, seit 2010 Eigentümer von Volvo, goutiert die Pläne seines europäischen Premium-Herstellers.

Volvo will, dass Autos langsamer werden und künftig bei 180 km/h die Bremse ziehen. Firmenchef Chef Håkan Samuelsson über Tempolimits und die Zukunft der Autobranche. Und die Vision 2020 seines Konzerns.

Sie haben mit dem Vorstoß, ein Tempolimit von 180 Stundenkilometern einzuführen große Aufmerksamkeit erzeugt. Die Konkurrenz hält sich noch bedeckt oder meint, dass Volvo damit einen Marketinggag landen wollte.
Samuelsson: Es ist an der Zeit, dass wir Verantwortung übernehmen. Wir haben technisch hervorragende Autos. Aber noch immer gibt es viele Tote und
Verletzte. Und da sind nun auch wir in der Pflicht.

Warum ausgerechnet 180 und nicht 130 oder 140?
Samuelsson: Wir hatten eine große Diskussion, ob wir 160,170,180 machen. Wir haben mit dem Wert ein Signal setzen wollen, dass sich etwas ändern muss, dass wir über Geschwindigkeit, über Sicherheit sprechen müssen. 180 ist das absolute Maximum. Volvo steht für Sicherheit. Es ist mir auch klar, dass es welche geben wird, die vielleicht eher auf 250 stehen. Es wird auch diejenigen geben, die enttäuscht sind, weil es nicht 130 wurden. Wir wollen jedenfalls einen Diskussionsprozess anstoßen, über Geschwindigkeit sprechen. Und da sind Kooperation und Offenheit gefragt.

Für viele Konsumenten, vor allem in Ballungszentren, ist das Auto nicht mehr der Traum schlechthin, mangels Parkplatz wird das ganze noch verschärft. Carsharing ist ein Trend. Wie reagieren Sie als Premiumhersteller darauf?
Das Autoverkaufen wie bisher wird nicht mehr funktionieren. Die ältere Generation hat noch das Geld, um sich ein Auto zu kaufen und nach Jahren wieder ein Neues zu kaufen. Wir müssen bei den jungen Leuten schauen, was sie nachfragen. In großen Städten geht der Trend zu einem Subscription Service, also einer monatlichen Rate. Junge Leute, auch wenn sie gut bezahlte Jobs haben, überlegen sich genau, ob sie ein Auto kaufen. Für uns heißt es künftig, Consumer-as-a-Service zu verkaufen. Und das wird bei uns zu einer neuen Denkweise im Vertrieb führen.


Die Geschichte und Das Interview ist der trend Ausgabe Nr. 13/2019 vom 29. März 2019 entnommen.


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