Volkswagen startet Offensive in den USA

Volkswagen startet Offensive in den USA

Jetta reloaded - VW will mit einem runderneuerten Alt-Modell in den USA wieder aufs Gaspedal steigen.

Der Volkswagen-Konzern will in den USA eine Investitionsoffensive starten. Mehr als drei Milliarden Dollar sollen in den kommenden drei Jahren investiert werden. Im Dezember hatte VW in den USA überraschend mit Absatzrückgängen zu kämpfen.

Der Volkswagen-Konzern will bis 2020 mehr als 3,3 Milliarden Dollar (2,72 Milliarden Euro) in die Entwicklung und Produktion neuer Modelle in Nordamerika stecken. Etwa 1,2 Milliarden Dollar seien für die USA vorgesehen, teilte der Konzern am Sonntag auf der Automesse in Detroit mit.

Nach dem Dieselskandal will der deutsche Autokonzern in den USA wieder durchstarten. "Wir wollen Marktanteile gewinnen und von einem Nischenanbieter zu einer bedeutungsvollen Marke in den USA werden", sagte VW-Nordamerikachef Hinrich Woebcken.

Geplant sei bis dahin der Start von mindestens zwei neuen Modellen auf dem US-Markt pro Jahr, sagte VW-Markenchef Herbert Diess am Sonntagabend zum Beginn der Automesse in Detroit. Eine wichtige Rolle soll dabei der neue Jetta spielen, den VW auf der Ausstellung erstmals vorstellt. In den USA war im September 2015 der Abgasskandal aufgeflogen. Woebcken sprach nun von "sichtbaren Fortschritten" beim Comeback der Marke dort.

"Hier in den USA legen wir den Grundstein, um Volkswagen als relevanten Volumenhersteller in Stellung zu bringen", sagte Markenchef Herbert Diess in Detroit. Bisher waren die Marktanteile eher gering, legten aber leicht auf knapp 2 Prozent zu. Man arbeite "hart" an einer Wiedergutmachung der Abgasaffäre.

Rückschlag durch Diesel-Skandal

Der Dieselskandal hat VW in den USA in den vergangenen zwei Jahren Geschäft gekostet. Seither bemüht sich der Autobauer wieder in den USA Fuß zu fassen und das Image zu korrigieren.

Allerdings verheißen die lezten Verkaufszahlen vom Dezember nichts Gutes. Zuletzt hat VW für den Dezember massiv rückläufige die Auslieferungen in den USA gemeldet. In den USA gingen die Verkäufe im Dezember zwar 18,7 Prozent auf 30.300 Autos zurück nachdem das gesamte Jahr 2017 recht gut angelaufen war.

Die Zahl der gesamten Auslieferungen konnten im Jahr 2017 trotz des schwächelnden Absatzes zuletzt im Dezember insgesamt gesteigert werden: Der Gesamtjahresabsatz 2017 konnte gegenüber 2016 um 5,2 Prozent auf 339.700 Fahrzeuge erhöht werden. Im gesamten Markt In Nordamerika, also inklusive Kanada, liegen die Auslieferungen im Dezember um 12,3 Proeznt unterm Monat des Vorjahresmonat. Im Jahresvergleich zu 2016 konnte der VW-Konzern den Absatz im Jahr 2017 um 1,9 Prozent erhöhen auf insgesamt 591.600 Autos.

China-Geschäft brummt

Der VW-Konzern profitiert nun aber ausgerechnet vom starken Geschäft in China, das noch vor weniger als fünf Jahren unter der Leitung des damaligen Chefs Martin Winterkorn kräftig gestottert hatte. Und auch schon damals liefen die US-Geschäfte nicht rund. Dies führte Anfang 2015 zum Zwerwürfnis zwischen dem damaligen Vorsitzenden des VW-Aufsichtsrates Ferdinand Piëch und Winterkorn. Der Streit wurde in der Öffentlichkeit ausgetragen. Piech hatte versucht Winterkon aus dem Amt zu entfernen, war jedoch mit seiner Initiative am Widerstand der anderen Aufsichtsräte schlielich gescheitert.

Doch kaum ein hales Jahr nach dem Disput der langjährigen Weggefährten Winterkorn gegen Piech kam dann auch das Aus für den VW-Granden. Winterkron konnte sich bis Sommer 2015 im Amt behaupten. Der VW-Abgasskandal und das Wissen um die Manipulationen hatte für Winterkorn im Oktober den Rausschmiss zur Folge. Mitte September 2015 musste er den Rücktritt einreichen, nachdem VW überführt worden war illegale Abschalteinrichtungen in der Steuerung von Dieselmotoren installiert zu haben. Damit sollten die Abgasnormen umgangen werden. Laut VW sind dabei weltweit rund elf Millionen Autos betroffen, die mittels Software von VW vorsätzlich manipuliert wurden. Gegen Winterkorn wird seither in gleich mehreren Verfahren ermittelt.

In der Aufarbeitung der Abgasaffäre hatte Volkswagen zuvor gemeldet, in Kanada weitere Entschädigungen an Kunden akzeptiert zu haben. Der Vergleich habe einen Wert von bis zu 290,5 Mio. kanadischen Dollar (rund 191 Mio. Euro), hieß es auch von den Klägeranwälten. Gerichte müssen die vorläufige Grundsatzeinigung noch genehmigen.

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