Volkswagen rollt einem Rekordergebnis entgegen

VW-Markenchef Herbert Diess bei der Präsentation des Elektro-Modells "ID".

VW-Markenchef Herbert Diess bei der Präsentation des Elektro-Modells "ID".

VW kommt bei der Marken-Neuausrichtung gut voran. Markenchef Herbert Diess beginnt die Früchte des Transformations-Prozesses zu ernten. Die Kernmarke des Konzerns rollt einem Rekordergebnis entgegen.

So schmerzlich der Diesel-Skandal für den VW-Konzern und besonders seine Kernmarke Volkswagen auch war und immer noch ist: Für den Autohersteller ist er möglicherweise gerade zur rechten Zeit gekommen.

Natürlich gilt es immer noch, den erlittenen Imageschaden auszubügeln. Die finanziellen Folgen des Skandals sind teilweise immer noch nicht absehbar und die Causa wird vermutlich noch eine geraume Zeit Rechtsanwälte und Gerichte beschäftigen.

Aber, und das ist das für den Konzern wirklich Positive am wohl unrühmlichsten Thema seiner Geschichte: Der Skandal hat ein Umdenken angestoßen und eine konzernweite Trendwende eingeleitet. Man hat sich wichtigen die Zukunft betreffende Fragen gestellt und Antworten darauf gesucht und zum Teil auch schon gefunden.

Tief hängende Früchte

Die Umsetzung der vor einem Jahr angestoßenen Neuausrichtung im Rahmen der Strategie "Transform 2025+" läuft auf Hochtouren. „Wir haben mit unserer Strategie die grundlegende Neuausrichtung der Marke eingeleitet. Sie ist der Meilensteinplan, um Volkswagen durch die vor uns liegende, extrem anspruchsvolle Phase unserer Branche zu steuern", erklärt Herbert Diess, Vorsitzender des Volkswagen-Markenvorstands. Seine Ziele sind hoch gesteckt: Volkswagen soll zum weltweit führenden Volumenhersteller werden und für die Zukunft der Auto-Mobilität gerüstet sein - wie diese Zukunft auch immer konkret aussehen mag.

Zunächst griff VW zu einem einfachen, nahe liegenden Erfolgsrezept, das aber sofort einen deutlich spürbaren Erfolg nach sich zog. Die SUV-Offensive, in deren Zug VW zehn neue Modelle einführte, brachte die Marke wieder auf Wachstumskurs, sie steuert auf einen Absatzrekord zu. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet Volkswagen mit einer operativen Rendite, die leicht über dem ursprünglichen Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen soll. Damit nähert sich die Marke dem für 2020 angepeilten Ziel von mindestens 4,0 Prozent.

Im Oktober verzeichnete Volkswagen mit weltweit 550.900 Auslieferungen an Kunden einen neuen Bestwert. Nach zehn Monaten liegt der Absatz mit dem kumulierten Wert von 5,04 Millionen Fahrzeugen damit mehr als 3 Prozent über dem Vorjahr – wobei der Absatz zuletzt an Dynamik gewonnen hat. Für das Gesamtjahr erwartet die Marke einen neuen Absatzrekord.

Hoch hängende Früchte

Volkswagen greift aber nicht nur nach den tief hängenden Früchten. Gleichzeitig wird der Ausbau der E-Mobilität forciert und die nachhaltige Transformation des Antriebsportfolios vorangetrieben. Wobei die Kombination aus SUV und Elektro-Antrieb in China und in den USA besonders vielversprechend ist: In China will die Marke mit mehr als zehn neuen SUV bis 2020 ihre Marktführerschaft absichern – und zudem eine Spitzenposition im globalen Leitmarkt für E-Mobilität einnehmen.

Volkswagen investiert auch in die Bereiche Digitalisierung und E-Mobilität und autonomes Fahren. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 9.000 neue Arbeitsplätze in den Zukunftsfeldern entstehen. Zudem sind umfangreiche Qualifizierungsprogramme angelaufen, um die Belegschaft auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten.

Auch die mittelfristige Investitionsplanung wurde ganz auf die Strategie „TRANSFORM 2025+“ abgestimmt: In den nächsten fünf Jahren werden weltweit insgesamt mehr als 4 Milliarden Euro in die Entwicklung des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) gesteckt, weitere zwei Milliarden sind für andere Entwicklungen vorgesehen. Der Standort Zwickau soll zum größten europäischen E-Mobilitätszentrum ausgebaut werden. Zum Start wird Volkswagen dort die Serienproduktion aller Fahrzeuge auf MEB-Basis konzentrieren. Als erstes Fahrzeug der neuen Generation von E-Autos soll der I.D. im Jahr 2020 auf den Markt kommen.

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