Volkswagen will bei E-Automobilität an die Spitze fahren

Volkswagen will bei E-Automobilität an die Spitze fahren

VW-Markenchef Herbert Diess will mit der neuen E-Auto-Marke durchstarten.

Ein ambitioniertes Ziel hat sich Volkswagen gesteckt: Der deutsche Autoriese will sich neu erfinden und Weltmarktführer bei Autos werden, die mit Elektromotor angetrieben werden. Für die E-Mobilität hat VW Milliarden budgetiert. Gleichzeitig sollen die Rendite erhöht und der Turnaround geschafft werden. In den USA will VW mit neuen Auto-Modellen ganz nach dem Geschmack der Amerikaner neu durchstarten.

Volkswagen will in den kommenden Jahren gleich mehrfach den großen Wurf landen: Einerseits soll der Dieselskandal so rasch wie möglich überwunden werden. Zum anderen will VW endlich bei den Zukunfsthemen E-Mobilitätät, Autonomes Fahren und Digitalisierung das Tempo erhöhen. Vor allem am Riesenmarkt China, wo VW seit Jahren der Konkurrenz hinterherfährt, will der deutsche Autoriese Gas geben. Auch in Noerdamerika will VW laut Markenvorstand Herbert Diess ab dem Jahr 2020 wieder "schwarze Zahlen" schreiben "und das dauerhaft."

"Wir wollen ein neues Volkswagen schaffen", sagt VW-Markenvorstand Diess. Der weltgrößte Autokonzern will nun vor allem einen klaren Richtungsschwenk in Richtung Elektromobilität ausrichten. "Spätestens 2025 wollen wir Weltmarktführer bei der E-Mobilität sein." VW will dann eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen. Trotz Senkung der Investitionskosten soll die E-Offensive neue Impulse bringen. Finanziert wird die E-Offensive vor allem durch den Wegfall von weniger lukrativen Automodellen, die wenig an Ertrag einbringen.

VW will bis zum Jahr 2020 neun Elektro -und Hybridauto-Varianten anbieten. "Die Reichweiten werden sich bis 2020 deutlich verbessern", sagte Diess. Auch die Ladeinfrastruktur für diese Fahrzeuge werde sich bis dahin stark verbessert haben. Reichweiten von E-Autos von bis zu 800 Kilometer seien Das Elektroauto werde gute Beschleunigungswerte haben, auch der Innenraum werde künftig großzügiger gestaltet werden können.

Neustart in den USA mit großen Autos

Aber auch mit einer SUV-Offensive (Sport Utlity Vehicle) will VW punkten - vor allem in den USA. Die schweren geländegängien Autos, die vorwiegend nur im Straßenverkehr zum Einsatz kommen, sollen VW auch deutliche finanzielle Impulse geben. W will in den USA mittelfristig zu einem relevanten Volumenhersteller zu werden. So soll die Ausweitung der SUV-Palette von derzeit zwei auf insgesamt 19 bis zum Jahr 2020 rund 30 Prozent zum Gewinn in den USA beisteuern.

"Dort bauen wir unser Angebot kräftig aus", sagt Diess. Der Markenvorstand räumt, dass VW den SUV-Boom teilwese verschlafen habe.

In einer zweiten Welle will VW auch seine Elektroautos nach Nordamerika bringen. In China will VW ebenso als Massenhersteller seine Position festigen und weiter reüssieren. "Das gelingt durch eine SUV-Offensive und den schnellen Hochlauf von E-Fahrzeugen."

Klarerweise will sich VW vom Volumengeschäft nicht komplett abkoppeln. Vor allem im stark wachsenden Economy-Segment, also Massengeschäft, sieht VW neue Chancen. Im Fokus sind neben Nordamerika auch die anderen großen Märkte wie Indien, Südamerika oder Russland, wo Volkswagen das Economy-Segment erschließen will.

Drei Schritte für den Umbau

Eingegossen in die neue Strategie "Transform 2025+" will VW in drei Schritten sich für die Zukunft neu aufstellen. Zunächst will sich der Autoriese mit seinen 13 Konzernmarken eine "konsequente Restrukturierung und Neupositionierung" verpassen. Und vor allem soll Wachstum und somit die Profite angekurbelt werden. Bis 2025 soll laut VW-Marken-Chef Diess die "operativen Rendite auf sechs Prozent" gesteigert werden. Ab 2025 will VW noch ein Schäuferl nachlegen.

In Phase 1 bis zum Jahr 2020 steht laut VW die Neustrukturierung im Mittelpunkt. Wie bereits berichtet, will VW zunächst einmal rund 30.000 Jobs abbauen, alleine davon 22.000 in Deutschland. Die Kosten sollen bis 2020 um 3,7 Milliarden Euro jährlich gesenkt werden. Drei Milliarden Euro Kostenersparnis sollen alleine aus der Restrukturierung der deutschen Standorte kommen, wie mit dem Betriebsrat im Rahmen des sogenannten "Zukunftspakt" vereinbart wurde.

Gleichzeitig will der VW-Konzern 9000 neue Jobs geschaffen werden, die in den Zukunftsbereichen angesiedelt sein werden. Der Umbau soll entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgen. VW will vor allem die interne Bürokratie und bestehende Doppelgleisigkeiten abbauen. Für Investitionen in die Elektromobilität, Vernetzung und autonomes Fahren sind in den kommenden Jahren Investitionen von rund 3,5 Milliarden Euro geplant. Alleine 2,5 Milliarden Euro sollen aus aus dem Wegfall von volumen- und ertragsschwachen konventionellen Automodellen umgeschichtet werden.

In der Phase 2 strebt VW bis zum Jahr 2025 die Weltmarktführerschaft den "Sprung an die die Spitze der Elektromobilität" anstreben. Dabei zählt für VW nicht alleine das Volumen, sondern auch die Verbreiterung der Ertragsbasis. VW setzt dabei auf neue Mobilitätsdienste. "Als Volumenhersteller wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dem Elektroauto zum Durchbruch zu verhelfen", so Diess. "Wir zielen nicht auf Nischenprodukte, sondern auf das Herz des Automarktes."

In der Phase 3 ab dem Jahr 2025, in der VW mit der großen Transformation der Autoindustrie rechnet, will der deutsche Autoriese die Führungsrolle "in der neuen Welt der Automobilität " übernehmen. Bis 2030 will VW die Führungsrollen anstreben.

Die VW-Aktie hat am Dienstag um 0,85 Prozent höher bei 120,85 Euro notiert.

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