Voestalpine feiert bestes Jahr der Konzerngeschichte

Die voestalpine schreibt das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Das Ergebnis nach Steuern legte gegenüber dem Jahr davor um 55 Prozent von 527 Millionen auf 817,9 Millionen Euro zu. Der Umsatz erhöhte sich um 14 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro.

Voestalpine Vorstandschef Wolfgang Eder

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder: Das beste Jahr der Konzerngeschichte

„Der weltweit anhaltende Konjunkturaufschwung in Verbindung mit einer stabil hohen Nachfrage aus nahezu allen unseren Kundensegmenten hat dazu geführt, dass wir nicht nur ein Ergebnisniveau über jenem der Boom-Phase vor der Finanzkrise erreicht haben, sondern auch das insgesamt beste Resultat unserer Konzerngeschichte erzielen konnten,“ erklärte Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine, bei der Präsentation des Geschäftsergebnisses des Stahl- und Technologiekonzern mit Zentrale in Linz.

Gegen Ende des Geschäftsjahres habe die zunehmend protektionistische Wirtschaftspolitik der US-Regierung die weltweite ökonomische Stimmung zwar "beträchtlich belastet", die Entwicklung der Realwirtschaft wurde davon aber im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht beeinträchtigt.

Die Automobilkonjunktur hat sich laut voestalpine "anhaltend stark entwickelt" und auch der Konsumgüterbereich und die Flugzeugindustrie hätten ihr hohes Niveau fortschreiben können. Für den Konzern strategisch wichtige Abnehmerbranchen wie der Öl- und Gassektor (Rohre) und die Nachfrage nach Eisenbahninfrastruktur zeigten allerdings noch nicht die gleiche Dynamik wie vor der Finanzkrise. Den stärksten Ergebnisbeitrag innerhalb der voestalpine lieferte 2017/18 die Steel Division.

Kennzahlen aus dem Geschäftsergebnis

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des Unternehmens stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast 27 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich von 13,6 auf 15,2 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) überschritt mit einem Plus von 43 Prozent von 823,3 Millionen auf 1,18 Milliarden Euro die 1-Milliarden-Euro-Marke. Die EBIT-Marge betrug 9,1 Prozent, nach 7,3 Prozent im Geschäftsjahr davor. Pro Aktie verblieb ein Gewinn (EPS) von 4,40 (2016/17: 2,84) Euro.

Im gerade erst angelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 will die voestalpine ihr operatives Ergebnis "in etwa auf dem Niveau des Vorjahres" halten - Gewinnzuwächse wie 2017/18 sind also vorerst nicht zu erwarten. Die Einschätzung für das zweite Geschäftshalbjahr 2018/19 sei schwierig, denn spätestens in diesem Zeitraum seien "maßgebliche negative Effekte aus handelspolitischen Lenkungsmaßnahmen zumindest einzelner Länder nicht mehr auszuschließen". Nach den per 1. Juni eingeführten US-Importzöllen auf Stahl und Aluminium drohen derzeit beispielsweise auch Autoimportzölle. Weiters befürchtet die Voest ein allmähliches Nachlassen der Hochkonjunkturphase.

Darüber hinaus steht bei dem oberösterreichischen Stahlkocher im laufenden Geschäftsjahr turnusmäßig eine Hochofen-Großreparatur an. Um den operativen Gewinn heuer auf dem Niveau von 2017/18 halten zu können, müssen sich zum einen die Auswirkungen des von US-Präsident Donald Trump befeuerten, internationalen Handelskonfliktes in Grenzen halten; zum anderen müssten bei der Voest "positive Effekte aus dem konjunkturellen Nachziehen einzelner Branchen" wie Eisenbahninfrastruktur, Öl- und Gassektor die negativen Effekte aus dem vorübergehenden Hochofen-Stillstand kompensieren.


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