Voestalpine: Handelskonflikte und Auto-Industrie drücken Ergebnis

Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder

Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder

Auch Umsätze in Rekordhöhe konnten den Gewinneinbruch bei der Voestalpine nicht verhindern. Die internationalen Handelskonflikte, zunehmender Protektionismus und die Probleme der europäischen Automobilindustrie drücken das Ergebnis des Konzerns um 18 Prozent.

Rund zwei Wochen vor der Bekanntgabe des Halbjahresergebnisses 2018/2019 hatte die Voestalpine schon einen Warnschuss in Richtung der Anleger losgelassen. Mit einer Gewinnwarnung informierte der Konzern, dass der für das im März auslaufende Geschäftsjahr angepeilte Gewinn nicht erreicht werden könne. Daran hat sich nichts geändert. Trotz Umsätzen in Rekordhöhe (+ 5,9% auf 6,7 Mrd. €).

Das etwas schwächere Halbjahresergebnis - zum Halbjahr verringerte sich das Ergebnis vor Steuern (EBIT) gegenüber dem Vorjahr um 17,9 Prozent auf 480 Millionen Euro und das EBITDA um 11, Prozent auf 860 Millionen Euro - spiegelt zum einen erste Effekte einer global zunehmend protektionistischen Wirtschaftspolitik und zum anderen ergebnisbelastende interne Sondereffekte wider“, erklärt dazu Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder. Die Handelskonflikte, die zunehmend protektionistischen Tendenzen und die gedämpfte Entwicklung der europäischen Automobilindustrie infolge der Umstellung auf das neue Emissionstestverfahren WLTP brachten den Konzern vom angepeilten Kurs ab. Auch das schwächere Wirtschaftswachstum in China schlägt sich auf das Halbjahresergebnis nieder.

. Innerhalb des voestalpine-Konzerns trugen sowohl die lang geplante, mehr als dreieinhalbmonatige Generalsanierung des Großhochofens am Standort Linz als auch ein unerwarteter Stillstand der HBI-Anlage in Texas infolge von Hochwasser zur Ergebnisminderung bei. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch Hochlaufkosten bei Neuanlagen des Automotive-Bereiches in Nordamerika belastet.

Den in allen vier Divisionen verzeichneten Umsatzanstieg begründet das Unternehmen hingegen mit erhöhten Absatzmengen in zentralen Kundensegmenten wie der Öl- & Gas-, Bahn-, Luftfahrt- und Maschinenbauindustrie sowie aus einem in einzelnen Bereichen gestiegenen Preisniveau.

Ausblick zweites Halbjahr

Das Voestalpine-Management hat zunehmend Konjunkturbedenken - Hauptursachen dafür sind die erwarteten weiteren negativen Effekte der Handelskonflikte sowie Nachfrageschwächen in einzelnen Industriesegmenten wie der europäischen Automobilindustrie. Auch voestalpine-spezifisch ergaben sich zusätzliche Ergebnisbelastungen, insbesondere aus der Hochofenreparatur in der Steel Division, über Budget liegenden Hochlaufkosten an nordamerikanischen Automotive-Standorten und ungeplanten Stillständen der HBI-Anlage in Texas. Nicht zuletzt stellte extremes Niedrigwasser auf Europas Schifffahrtsstraßen eine zusätzliche Herausforderung dar.

„Vor diesem Hintergrund wird auf Basis der vorliegenden Halbjahresziffern eine Wiederholung des Rekordergebnisses von 2017/18 entgegen den Erwartungen noch zu Beginn des laufenden Geschäftsjahres nicht möglich sein. Dies vor allem im Hinblick auf die Ergebnisbelastung aus der über die Sommermonate erfolgten, umfassenden Erneuerung des größten Schmelzaggregats im Konzern“, so voestalpine-CEO Wolfgang Eder. Die ursprünglich angestrebte überwiegende Kompensation durch anderweitige positive Effekte wird unter den gegebenen internen und externen Voraussetzungen nicht mehr zu realisieren sein. „Es ist daher auf Basis der aktuellen Entwicklung für das Geschäftsjahr 2018/19 nunmehr von einem Betriebsergebnis (EBIT) von etwas unter einer Milliarde Euro bzw. einem operativen Ergebnis (EBITDA) von knapp 1,8 Milliarden Euro auszugehen“, so Eder.

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