Voestalpine: Durchwachsenes Halbjahresergebnis

Der Gasometer im voestalpine-Stammwerk in Linz

Der Gasometer im voestalpine-Stammwerk in Linz

Die Voestalpine musste im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016/2017 Einbußen bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. im zweiten Quartal hat sich die Lage jedoch deutlich entspannt. Das Werk in Corpus Christi, Texas war offenbar teurer als geplant.

Die Voestalpine-Halbjahresbilanz des Geschäftsjahres 2016/2017 wirkt auf den ersten Blick ernüchternd. Sowohl Umsätze als auch das Ergebnis weisen deutliche Rückgänge auf. Die Umsätze gingen um 6,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro zurück, das EBIT um 35,9 Prozent auf 369 Millionen Euro. "Der Vergleich ist allerdings aufgrund der positiven Einmaleffekte infolge von Konsolidierungsumstellungen in der Metal Engineering Division in der Vergleichsperiode des Vorjahres operativ nicht aussagekräftig", betont das Management in seiner Erläuterung. Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld anhaltend schwierig sei sieht man sich gut auf Kurs und verweist darauf, dass das Ergebnis des zweiten Quartals um 20,1 Prozent über dem des ersten liegt.

Der Rückgang der Umsatzerlöse wird mit einem schwächeren preisliches Umfeld – nicht zuletzt aufgrund gesunkener Vormaterialkosten – sowie anhaltend herausfordernden Bedingungen am Öl- und Gassektor begründet.

Mehrkosten dürften dem Unternehmen auch beim Bau des vor kurzem eröffneten Werks in Corpus Christi, Texas entstanden sein. Voestalpine CEO Wolfgang Eder räumte Mehrkosten infolge von Wetterproblemen in der Anfangsphase der Errichtung sowie Teuerungen von Beton, Baustahl, Verrohrungen und Montagen infolge des dortigen Baubooms ein. Ob bei dem US-Investment eine Kostenexplosion von den bisher kolportierten 550 Millionen auf rund 900 Millionen vorliegt, ist noch offen: "Ich kann erst etwas ausschließen, wenn wir die Endabrechnung haben", sagte Eder dazu. Die Mehrkosten seien jedoch "im Rahmen geblieben." An der Wirtschaftlichkeit des Werks habe sich nichts geändert.

voestalpine-Konzern, Ergebnis Halbjahrl 2016/17

Nicht zuletzt als Konsequenz der gegenüber dem Vorjahr zwar deutlich reduzierten, aber immer noch über dem Abschreibungsniveau liegenden Investitionen sowie der im 2. Quartal erfolgten Dividendenauszahlung erhöhte sich die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) sowohl im 12-Monatsvergleich als auch in der Gegenüberstellung mit dem Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2015/16. Betrug sie mit Stichtag 30. September 2015 57 Prozent bzw. per 31. März 2016 55 Prozent, lag sie mit 30. September 2016 bei 60 Prozent. Die Investitionsaufwendungen reduzierten sich gegenüber dem 1. Halbjahr 2015/16 um 27,3 Prozent von 647 Millionen Euro auf 471 Millionen Euro.

Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2016/17

Stand im Geschäftsjahr 2015/16 – jeweils bereinigt um Einmaleffekte – einem sehr starken ersten Halbjahr eine deutlich schwächere zweite Geschäftsjahreshälfte gegenüber, zeichnet sich 2016/17 für die zweite Jahreshälfte in Bezug auf EBITDA und EBIT eine Verbesserung gegenüber den ersten sechs Monaten ab. Bestätigt wird diese Erwartung auch durch die Entwicklung vom ersten auf das zweite Quartal, wo sich eine deutliche Preiserholung im Kontraktgeschäft der Steel Division in einer wesentlichen Ergebnisverbesserung der Division und damit auch des Konzerns niedergeschlagen hat.

Eder: "Unter Einbeziehung der positiven Effekte aus der konsequenten Weiterführung der umfassenden Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogramme stellt sich vor dem Hintergrund des aktuellen Konjunkturszenarios die Erwartung für das Geschäftsjahr 2016/17 aktuell wie folgt dar: Ziel ist unverändert ein Betriebsergebnis (EBIT) annähernd auf Höhe des (bereinigten) Wertes des vergangenen Geschäftsjahres. In Bezug auf das operative Ergebnis (EBITDA) sollte im Lichte der aktuellen Erwartungen eine Wiederholung des (bereinigten) Vorjahresergebnisses möglich werden."

Die Aktie des Stahl- und Technologiekonzerns (ISIN AT0000937503) hat nach Vorlage des Ergebnisses mit einem leichten Kursanstieg reagiert sie notiert nun bei 32,925 Euro.

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