Voestalpine-Chef Eder: "Zukunft der Mobilität aktiv mitgestalten"

Voestalpine Vorstandschef Wolfgang Eder

Voestalpine Vorstandschef Wolfgang Eder

Die Elektromobilität bedeutet für die Automobilindustrie einen fundamentalen Wandel. Voestalpine-Chef Wolfgang Eder sieht dadurch die Chance, den Stahlkonzern als Premiumpartner und Großserienlieferant zu positionieren.

Auch wenn Elektroautos auf den Straßen bisher eher noch Ausnahmeerscheinungen sind: Die Automobilindustrie hat die Weichen in Richtung Elektromobilität längst gestellt. Für das Jahr 2025 wird weltweit bereits ein Anteil um die 50 Prozent an Fahrzeugen mit elektrifizierten Antrieben – hybrid und vollelektrisch – prognostiziert.

Die Voestalpine, die jetzt schon alle führenden europäischen Automobilhersteller und deren Zulieferer beliefert, will dabei ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Mit einem durchaus relevanten wirtschaftlichen Hintergrund: Alle das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt über alle vier Divisionen rund ein Drittel seines Jahresumsatz von 11,3 Milliarden Euro in der Automobilbranche.

Wenn die seitens der Automobilindustrie gestellten Ansprüche schon bislang enorm waren, so erreichen sie mit der Elektromobilität ganz neue Dimensionen, unter anderem weil die Gewichtsreduktion in direktem Zusammenhang mit der potenziellen Reichweite der Autos steht. Gleichzeitig müssen aber auch entsprechende Sicherheitsnormen eingehalten werden. Die Voestalpine, die unter anderem Stähle für Karosserien oder Batteriegehäuse liefert, steht daher vor der Herausforderung, das Gewicht der eigenen Erzeugnisse zu reduzieren und parallel dazu ihre Festigkeit zu steigern. Die jüngste Entwicklung des Konzerns ist das „compacore“ Verfahren. Dabei wird Elektroband zu Rotorpaketen – dem zentralen Element eines Elektromotors – auf Basis neuester Technologien verklebt und so die Effizienz der Motoren steigert.

Ziel: Top-Player

Vostalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder sieht den Konzern aufgrund seiner in den vergangenen Jahren vollzogenen konsequenten Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung für den Zukunftsmarkt Elektromobilität jedenfalls gut gewappnet. Sein Ziel: "Eine führende Position als Technologietreiber einnehmen, die Zukunft der Mobilität aktiv mitgestalten." Peter Schwab, Vorstandsmitglied und Leiter der Metal Forming Division des Konzerns dazu: "Wir sehen in der E-Mobility eine große Chance, uns mit auch im globalen Vergleich absoluten Produkthighlights im Bereich höchstfester Leichtbauteile, und mit Neuentwicklungen, als Premiumpartner und Großserienlieferant zu positionieren.“

Derzeit startet die Serienproduktion am Standort Nagold (Baden-Württemberg) der Metal Forming Division. Rund 1,5 Millionen Bauteile sollen dort vorerst pro Jahr produziert werden. Bis 2020/21 ist die Errichtung weiterer Anlagen geplant, mit denen sich der Umsatz im Bereich Elektromobilität allein in diesem Werk in den nächsten Jahren auf rund 25 Millionen Euro erhöhen soll. Das im Werk Nagold verarbeitete Rohmaterial wird zur Gänze von der Steel Division der voestalpine in Linz bezogen.

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