Voestalpine-Chef Eder muss bei Infineon mit Widerstand rechnen

Am Donnerstag soll Wolfgang Eder als neuer Aufsichtsrat bei Infineon gewählt werden. Er soll das Mandat vom Österreicher und Ex-Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber übernehmen. Gegen den Voestalpine-Chef hat sich eine Front von Großaktionären formiert.

Voestalpine-Chef Eder muss bei Infineon mit Widerstand rechnen

Wolfgang Eder soll am Donnerstag (22.2.) in den Aufsichtsrat des Münchner Halbleiterkonzerns Infineon gewählt werden. Doch auf Seiten der Aktionäre gibt es einen mächtigen Block, der sich damit ganz und gar nicht anfreunden will. Die Aktionärsfront ist mit dem Vorschlag, den Voestalpine-Vorstandsvorsitzenden Eder in den Aufsichtsrat zu wählen überhaupt nicht einverstanden. Mit der Nominierung des 66-jährigen Top-Managers wird zudem befürchtet, dass dieser als Chefaufseher installiert werden soll.

Es wird dabei eine "unorthodoxe Nachfolgeregelung" kritisiert, die der Münchener Dax-Konzern für seinen scheidenden Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber (70) eingefädelt haben soll. Der einstige Lufthansa-Chef Mayhuber soll freilich seinen österreichischen Landsmann Eder bei Infineon empfohlen haben.

Die Vielzahl der Mandate

Das deutsche "Manager Magazin" zitiert aus Unterlagen, dass der einflussreiche Stimmrechtsberater Ivox Glass Lewis seinen Investorenkunden empfohlen, die Wahl von Voestalpine-Chef Eder in den Aufsichtsrat abzulehnen. Kritisiert wird vor allem die Mandatshäufung. Eder sitzt demnach in zu vielen Aufsichtsratsgremien.

Ivox Glass Lewis stemmt sich indirekt gegen Infineons Pläne, wonach Eder im Kontrollgremium "mittelfristig" den Chefposten übernehmen soll. Bis dahin soll der langjährige Infineon-Aufsichtsrat Eckart Sünner (73) den Vorsitz interimistisch ausüben.

Die Kompetenzfrage

Deutschlands drittgrößte Fondsgesellschaft Union Investment stemmt sich ebenso mit Vehemenz gegen Eders Wahl. Die Fondsexperten zweifeln sogar an Eders fachliche Kompetenz. "Herrn Eder mangelt es an Branchenexpertise", sagt Union-Fondsmanager Ingo Speich unverblümt zum "Manager Magazin". "Er kommt daher für den Aufsichtsratsvorsitz nicht in Frage, selbst wenn er den Vorstandsvorsitz bei Voestalpine niederlegt."

Die Empfehlung für den Ex-Infineon-Chef

Der Union Investment-Mann Speich hat seinen eigenen Experten, den er dem Österreicher vorziehen möchte. Ex-Infineon-Chef Peter Bauer (57) soll in den Chefsitz des Aufsichtsrates gehievt werden.

Bauer ist bereits im Aufsichtsrat vertreten und kennt zweifelsohne das Unternehmen in und auswendig. Er kennt das Unternehmen seit der Ausgliederung von der Chipsparte von Siemens wie kaum ein anderer. Er war vom Gründungstag von Infineon bis zum Jahr 2010 in verschiedenen Funktionen für den Chipkonzern tätig. Im Jahr 2008 wurde Bauer Vorstandsprecher, 2010 wurde er als CEO zum Vorstandsvorsitzenden bestellt.

Im Jahr 2010 war Bauer aus gesundheitlichen Gründen auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand abgetreten. Im Jahr 2015 war Bauer wieder zurückgekehrt, wenn auch nur als Aufsichtsrat. Das Comeback Bauers wurde vor allem bei den Aktionären wegen der "exzellenten Kompetenz" begrüßt.

Für Spannung ist auf der Hauptversammlung von Infineon und auch in weiterer Folge gesorgt. Ob die Widerständler auf der Kapitalseite ihren Kandidaten Bauer gegen Eder als Chefaufseher bei Infineon durchsetzen, dürfte noch spannend werden.

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ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
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