Voestalpine CEO Eder: "Trump wird staatsmännischer werden"

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder will trotz der Ausritte des neuen US-Präsidenten Donald Trump an einer Investition in Mexiko festhalten. Und hofft, dass Trump nach seiner Angelobung einen wirtschaftspolitisch kalkulierbareren Weg gehen wird.

Voestalpine CEO Wolfgang Eder

Voestalpine-CEO Wolfgang Eder: "Trump hat bewußt überdeutliche Signale gesetzt."

trend: Haben Sie sich schon einen Twitter-Account zugelegt?
Wolfgang Eder: Nein. Egal über welchen Kanal der neue US-Präsident auch kommuniziert -ich gehe davon aus, dass jede seiner Nachrichten innerhalb von Sekunden breit verfügbar ist. Aber wir denken natürlich darüber nach, was er sagt. Aussagen eines US-Präsidenten kann man nicht einfach beiseitewischen.

trend: Investitionen in Mexiko sind unpatriotisch, hat Trump Autokonzernen ausgerichtet. Sie haben im November eine Investition in ein mexikanisches Autozulieferwerk angekündigt. Werden Sie daran etwas ändern?
Eder: Nein, jedenfalls nicht auf Basis des heutigen Wissensstandes. Nicht zuletzt, weil die Investition auf dem Großauftrag eines europäischen Autoherstellers beruht, der nur teilweise in die USA exportiert. Wir verfolgen die Entwicklung, sehen aber derzeit keinen Handlungsbedarf.

trend: Auch nicht, nachdem Trump deutschen Autobauern eine Einfuhrsteuer von 35 Prozent angekündigt hat?
Eder: Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Aussage wirklich durchdacht war, denn dies würde zweifellos zu Retorsionsmaßnahmen mit entsprechenden Auswirkungen auf die US-Wirtschaft führen. Ich glaube, solange er nicht angelobt war, hat Trump bewusst überdeutliche Signale gesetzt. Künftig wird er aber wohl staatsmännischer auftreten, davon gehe ich schon aus. Und die Wirtschaftspolitik wird ja auch nicht von ihm allein gemacht. Sein Außenminister, Rex Tillerson, hat etwa in Bezug auf Russland schon eine ziemlich andere Position erkennen lassen.


Ich hoffe, dass Tump nach seiner Angelobung einen wirtschaftspolitisch kalkulierbareren Weg gehen wird.

trend: Sie meinen, Trump wird nicht an Nafta rütteln, wie im Wahlkampf angekündigt? In den USA, Kanada und Mexiko, die in diesem Freihandelsvertrag verbunden sind, hat die Voestalpine ja große Wachstumspläne.
Eder: Ich hoffe, dass er nach seiner Angelobung einen wirtschaftspolitisch kalkulierbareren Weg gehen wird als im Vorfeld. Denn wenn er den Nafta-Vertrag antasten oder gar auflösen würde, hätte das weitreichende Konsequenzen nicht nur für Nordamerika, sondern auch für andere Regionen. Wenn alles "America First" ist, werden andere Länder -nicht nur in Nordamerika -nachziehen, wohl sogar aus Selbstschutz nachziehen müssen. Denn bei 35 Prozent Importzoll stehen auch viele andere Handelsverträge zur Disposition. Und das könnte wiederum zu einer Isolation der USA führen. Wenn Boeing, Apple, Microsoft & Co. aber plötzlich vor internationalen Barrieren stehen, ist das kaum im Sinne der USA.

trend: Was bedeutet das für Ihr neues Werk im texanischen Corpus Christi?
Eder: Mit Corpus Christi und einer Reihe anderer Investitionen von in Summe mehr als einer Milliarde Dollar entsprechen wir so ziemlich dem Idealbild Trumps. Insofern mache ich mir diesbezüglich wenig Sorgen.

trend: Was sind sonstige Risikofaktoren für das Voestalpine-Geschäft im Jahr 2017?
Eder: Wir hoffen natürlich, dass die Autoindustrie ihre Dynamik beibehält. Dann hoffen wir darauf, dass es im Banken-und Währungsbereich keine weiteren Erschütterungen gibt. Im Ölund Gasbereich, derzeit unser schwächster Sektor, ist ein Silberstreif am Horizont in Sicht. Politisch erwarte ich nicht, dass es bei den Wahlen in Frankreich und Deutschland zum befürchteten Rechtsruck kommt. Aber natürlich ist für uns eine Schlüsselfrage, wie es mit dem Freihandel weitergeht. Und da ist Trump der entscheidende Faktor.

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