Voestalpine-CEO Eder an EU: "Mehr Entschlossenheit gegenüber Trump"

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder hält die von der EU geplanten Reaktionen auf die Strafzölle der USA für unzureichend. Er tritt für härtere Gegenmaßnahmen ein. Die EU solle sich ihrer eigenen Stärke mehr bewusst sein.

Voestalpine-CEO Eder an EU: "Mehr Entschlossenheit gegenüber Trump"

Die EU sollte im Handelsstreit mit den USA ähnlich wie Kanada noch stärker in Richtung Gegenaktionen gehen, befindet sich Wolfgang Eder, Chef des Stahl- und Technologiekonzerns voestalpine. "Es wird nicht reichen, wenn wir bei nicht unbedingt zentralen Produkten wie Motorräder oder Whiskey Muskeln zeigen", sagte Eder am Freitag in der Ö1-Radiosendung "Saldo".

Grundsätzlich sei es aber richtig, zunächst zu versuchen, die Dinge nicht eskalieren zu lassen. "Wenn es notwendig ist, sollte Europa letztlich ganz klar sagen, okay, wenn es nicht anders geht, dann greifen auch wir zu wesentlich stärkeren Waffen", sagte Eder.

Eine wesentlich größere Bedrohung für die europäische Stahlindustrie komme aber aus China, der Türkei oder Russland. Hier seien die Unternehmen und die einzelnen Länder bereits in intensiven Diskussionen mit der EU-Kommission. "Hier kann Europa nicht zum Mistkübel der westlichen Welt werden", so Eder. Europa sei der einzige wirklich weitestgehend freie Markt. Das dürfte nicht missbraucht werden, indem andere alle ihre Produkte versuchen in Europa loszuwerden. "Dann muss man eben auch in Europa Barrieren aufbauen", fordert Eder. Er sei zuversichtlich, dass es hier zu einer Lösung kommen werde. "Die Frage ist dann in erster Linie, wie hoch sollen dann die Barrieren sein".

Ein Spuk, der schnell vorübergeht

Insgesamt sieht Eder den Handelsstreit mit den USA mit relativer Gelassenheit: "Der Spuk geht zumeist schneller vorbei, als man zunächst glaubt." Nordamerika werde von der voestalpine als langfristiger Zukunftsmarkt für die produzierten Schlüsselprodukte gesehen, sowohl im Bereich Automobil, Luftfahrt, Eisenbahn, Maschinenbau als auch bei Öl und Gas. Insofern beeinflussen Barrieren auch die Unternehmensstrategien und es müsse geprüft werden, ob es Sinn mache, Nordamerika - oder auch China - weiter als zentralen Zukunftsmarkt für Expansionen zu sehen. "Ich gehe aber davon aus, dass relativ rasch die USA wieder zur Einsicht kommen werden, dass offene Märkte für sie sowie für alle anderen die beste Lösung sind", so Eder.

Für die voestalpine im kleinen Heimmarkt Österreich sei ein freier Zugang zu den großen Weltmärkten umso wichtiger. "Von dieser Arbeitsteilung profitiert eigentlich jeder. Man muss nur faire Regeln aufstellen", so Eder. Langfristig bestehe kein Zweifel, dass die Märkte zumindest überwiegend offen sein werden.

Der wichtigste Markt sei aber die EU. Gott sei Dank sei das Bewusstsein in der EU schon so, dass man wisse, dass man langfristig gegen die großen Wirtschafts- und Machtblöcke USA, China, vielleicht auch Russland und irgendwann Indien, nur dann Chancen habe, wenn man letztlich als Europa zusammenhält. Insofern habe man für zwei Drittel des Umsatzes eine sehr solide Ausgangsposition.

"Wir haben in Europa die Tendenz, dass die Politik begreift, dass die Industrie ein ganz zentraler Zukunftsbaustein des Wohlstandes ist und bleiben wird müssen", so Eder. Also sei es auch nicht ausgeschlossen, dass in Österreich ein komplett neues Werk gebaut werde. Diese Frage hänge eng mit der Energiekostenentwicklung zusammen. "Vom Wissen der Menschen, der Einsatzbereitschaft, dem Zugang zur Digitalisierung, würde ich mir in Österreich keine Sorgen machen", so Eder.

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