Vögele-Mitarbeiter warten auf Gehälter

Vögele-Mitarbeiter warten auf Gehälter

Die von der Insolvenz betroffenen vowiegend allein verdienenden Frauen müssen auf das Wohlwollen der Banken hoffen. Bank Austria und Raiffeisen NÖ-Wien bieten individuelle Lösungen nach Absprache mit Kundenberatern.

Wien/Kalsdorf. Nachdem die Österreich-Tochter der Modekette Charles Vögele am Dienstag Insolvenz angemeldet hat, warten mehr als 700 betroffene Mitarbeiter - darunter vorwiegend allein verdienende Frauen - auf ihre ausstehenden Gehälter vom Juli inklusive Urlaubsgelder. Seitens der Banken zeigt man sich gesprächsbereit, die Betroffenen, wie im Fall von Zielpunkt, entgegenzukommen. Die bisher letzte Gehaltszahlung erhielten die Vögele-Mitarbeiter im Juni.

Während nach der Pleite der österreichischen AirBerlin-Tochter noch die Politik sich in die Bresche geworfen hatte, finden die Vögele-Mitarbeiter kaum ernsthaftes politisches Gehör oder gar tatkräftige Unterstützung.

Die Banken sind hier derzeit am Zug. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien rät den Betroffenen, das Gespräch mit den jeweiligen Kundenberatern zu suchen. Dort könne man individuelle Lösungen besprechen, sagte eine Raiffeisen-Sprecherin zur APA. Auch die Bank Austria will Vögele-Mitarbeiter unterstützen. Im Beratungsgespräch könne je nach Bedarf nach Lösungen gesucht werden. Man werde den Betroffenen aber sicher entgegenkommen, so Bank-Austria Sprecher Matthias Raftl.

Die großen österreichischen Banken hatten bei der Insolvenz der Lebensmittel-Einzelhandelskette Zielpunkt im November 2015 zugesichert, den von der Pleite betroffenen Mitarbeitern keine Zinsen für Kontoüberziehungen zu verrechnen, bis die Mitarbeiter ihrer ausstehenden Gehälter erhalten.

Die Erste Group und die BAWAG PSK wollen mögliche Maßnahmen für Vögele-Mitarbeiter noch intern besprechen, so die Institute am Donnerstag zur APA.

Der seit Dienstag eingesetzte Masseverwalter Norbert Scherbaum zeigte sich zuletzt zuversichtlich, die Modehandelskette fortführen zu können. Klarheit soll in wenigen Tagen herrschen. Scherbaum hatte angekündigt zu prüfen, ob auch die Gehälter von August für die rund 700 Mitarbeiter vorfinanziert werden können. Eine solche Vorfinanzierung hänge aber von der Bankenfinanzierung ab.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck und Papier (GPA-djp) hat bereits am Mittwoch angekündigt eine Arbeitsstiftung zu gründen, sollte die Investorenverhandlungen im Fall Charles Vögele scheitern. Der AMS habe bereits zugesagt sich an den Kosten zu beteiligen. Mit den Ländern führe man auch schon konstruktive Gespräche, sagte ein Pressesprecher der Gewerkschaft gegenüber der APA.

Trotzdem hoffe man weiterhin auf einen positiven Ausgang der Investoren-Verhandlungen, erklärte Barbara Teiber, Geschäftsführerin der GPA-djp in einer Aussendung. Kommende Woche wird die GPA-djp gemeinsam mit dem Vögele-Betriebsrat und der Arbeiterkammer die Beschäftigten über den Stand der Dinge informieren.

Eine Arbeitsstiftung ist eine Einrichtung, um arbeitslosgewordene Arbeitnehmer - beispielsweise bei Insolvenz des Unternehmens - durch zielgerichtete Schulungsmaßnahmen wieder in die Erwerbstätigkeit zu bringen.

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