Visa: Konsumenten bei kontaktlosem Bezahlen misstrauisch

Visa: Konsumenten bei kontaktlosem Bezahlen misstrauisch

In Österreich sind 1,8 Millionen Visa-Karten im Umlauf, pro Karte werden jährlich 41 Transaktionen durchgeführt.

"Das Interesse an innovativen Bezahllösungen steigt, auch das Einkaufen über verschiedene Kanäle, besonders über Smartphones, nimmt zu", so Visa-Europe-Österreich-Chef Kurt Tojner. Digitales Bezahlen soll deshalb einfacher und sicherer gemacht werden, mittels Token-Technologie will Visa sensible Daten schützen. Besonders beliebt ist das kontaktlose Bezahlen hierzulande aber noch nicht.

"Die Konsumenten sind eher verhalten und misstrauisch", stellt Visa-Europe-Manager Volker Koppe fest. Selbiges könne man auch in Deutschland beobachten. Europaweit werden etwa 20 Prozent der Transaktionen mit Visa-Karten an Terminals im Handel kontaktlos durchgeführt. Hierzulande lag der Anteil der kontaktlosen Kartenzahlungen an elektronischen Kassenterminals laut österreichischer Nationalbank im zweiten Quartal 2015 noch bei etwa 8 Prozent.

Die Voraussetzungen für kontaktloses Bezahlen sind laut Visa aber gut: über 70 Prozent der Österreicher besitzen ein Smartphone. "Smartphones werden zur Schnittstelle zwischen dem Online- und Offlinehandel. Mobile Technologien - wie Apple Pay - verbessern das Einkaufserlebnis und machen das Bezahlen einfacher", sagt Koppe.

43 Prozent der Österreicher besitzen bereits eine Kreditkarte mit Kontaktlosfunktion. Europaweit sind mehr als 160 Millionen Karten für den kontaktlosen Zahlungsverkehr im Umlauf, über 3,2 Millionen kontaktlose Terminals sind in Verwendung. Von etwa 110.000 bis 120.000 vorhandenen Kassenterminals in Österreich verfügen 41.000 über die Kontaktlos-Technologie.

Vor allem große Supermärkte würden großes Interesse an der Kontaktlos-Technologie zeigen, primär um die Durchlaufzeiten zu verringern.

Missbrauch auf sehr niedrigem Niveau

Die Missbrauchsrate sei in Europa derzeit auf sehr niedrigem Niveau: "Von 100 Euro Umsatz entfallen 4 Cent auf Betrugsfälle", stellt Tojner fest und betont, dass die hohe Sicherheit beim Bezahlen weiterhin gewährleistet werden müsse. "Wir versuchen, die Nase gegen Banden, die mittlerweile weltweit vernetzt operieren, vorn zu halten."

Dies will Visa unter anderem mit der Einführung eines Token-Systems, das bereits im Vorjahr präsentiert wurde, sicherstellen. Die Verschlüsselung der Kreditkartendaten mittels Token sei momentan nur in Großbritannien aktiv, im kommenden Jahr soll die Technologie auch hierzulande verwendet werden. Die Token-Technologie sichert die Informationen des Kunden durch die Verwendung von Zufallszahlen, sogenannter "Tokens" - die originalen Kartendaten sollen so bei Visa bleiben, für Kunden und Händler würde sich nichts ändern. "Auch Onlinehändler können von der Sicherung profitieren, da sie sensible Kreditkartendaten nicht mehr selbst speichern müssen.", sagt Koppe. Zudem biete das Beschränken von Tokens auf bestimmte Einsatzmöglichkeiten, Händler und Geräte zusätzlichen Schutz vor Datenmissbrauch.

Damit würden künftig nicht nur mobile Zahlungsdienste mit NFC-Technologie (Near Field Communication = Nahfeldkommunikation), sondern auch jede andere Form des digitalen Bezahlens wie etwa Internetbrowser-basierte elektronische Brieftaschen oder händlerbasierte Bezahlprozesse sicherer werden.

In Österreich sind 1,8 Millionen Visa-Karten im Umlauf, pro Karte werden jährlich 41 Transaktionen durchgeführt. Die durchschnittliche Einkaufshöhe ging von 90,7 auf 88,2 Euro zurück.

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