Viel Zucker, weniger Umsatz: Coca-Cola in der Krise

Viel Zucker, weniger Umsatz: Coca-Cola in der Krise

Milliardenschwer, aber schleppende Geschäfte: Der US-Getränkemulti Coca-Cola.

Bis zu 1.800 Jobs sollen bei Coca-Cola weltweit gestrichen werden. Der Getränkekonzern will vor allem Kosten sparen - bis 2019 drei Milliarden US-Dollar. Umsatz und Gewinn schwächeln. Zuletzt verlor Coca-Cola auch noch ein Gerichtsurteil gegen den Erzrivalen Pepsi.

Viel Zucker, viel Kohlensäure und viel Koffein: Coca-Cola hat mit seiner dunklen Brause den Erdball ein Stück "amerikanisiert", das Firmen-Logo zählt zu den bekanntesten der Welt. Die Marke ist laut Beratungsunternehmen "Brand Finance" wertvollste Getränkemarke der Welt und einem "Forbes"-Ranking zufolge viertwertvollste Marke der Welt mit 56,1 Milliarden US-Dollar. An der Börse ist Coca-Cola 190 Milliarden US-Dollar schwer.

Doch beim Konzern mit Sitz in Atlanta laufen die Dinge in letzter Zeit nicht rund. In den kommenden Monaten sollen zwischen 1.600 und 1.800 Jobs gestrichen werden - die Konsequenz einer weltweiten Umstrukturierung, wie Unternehmenssprecherin Ann Moore erklärte. Coca-Cola habe sich diese Entscheidung "nicht leicht" gemacht. Der Konzern werde die betroffenen Mitarbeiter "gerecht, gleich und menschlich" behandeln, versicherte sie.

Drei Milliarden US-Dollar sollen eingespart werden

In Österreich sind rund 50 Mitarbeiter bei der Coca-Cola-Company beschäftigt. Aus der Pressestelle der österreichischen Niederlassung heißt es, dass es derzeit noch keine genauen Informationen gibt, inwieweit sie lokal von dieser Reorganisation betroffen sein werden. Die unabhängige Franchisefirma Coca-Cola Hellenic ist von der Umstrukturierung nicht betroffen.

Es ist der umfangreichste Stellenabbau bei Coca-Cola seit dem Jahr 2000, als im Zuge eines Sanierungsprogramms wegen sinkender Umsätze und Gewinne mehr als 5.000 Jobs gestrichen worden waren. Der Getränkehersteller ist ein Sinnbild für die US-Konsumgesellschaft, kämpft aber mittlerweile mit sinkenden Absatzzahlen. Zuletzt musste der Konzern seine Wachstumsprognose deutlich senken. Bis 2019 soll ein Sparpogramm den Konzern wieder auf Kurs bringen: Die Kosten sollen um drei Milliarden US-Dollar sinken.

Schleppende Geschäfte

Denn die Geschäfte beim Limonadenriesen laufen in jüngster Zeit schleppend. Zwar stieg der Aktienkurs von 2. Jänner 2014 bis 8. Jänner 2015 um sieben Prozent auf derzeit 43,51 US-Dollar, doch der Umsatz fiel im dritten Quartal 2014 um 2,3 Prozent. Der Nettogewinn im gleichen Zeitraum fiel im Vergleich zu 2013 von 2,4 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar. Bereits im Jahr 2013 schrumpfte der Umsatz um zwei Prozent auf 46,9 Milliarden US-Dollar, der Gewinn verringerte sich um fünf Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein war die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien - Coca-Cola war einer der größten Sponsoren des Turniers. Der Absatz von kohlesäurehaltigen Getränken legte um ein Prozent zu. Dennoch kämpft der amerikanische Getränkemulti mit ungünstigen Wechselkursen und der Cola des Konkurrenten Pepsi.

Beim Erzrivalen sprudeln indes Gewinn und Umsatz. Im dritten Quartal 2014 stieg der Umsatz von Pepsi um 1,4 Prozent, beim Gewinn legte der Konkurrent aus Purchase um gut fünf Prozent auf zwei Milliarden US-Dollar zu. An der Börse weist Pepsi ebenfalls eine gute Performance auf: Im gleichen Zeitraum wie Coca-Cola besserte sich der Aktienkurs um 18,73 Prozent auf derzeit 97,48 US-Dollar. Der Börsenwert von Pepsi wird auf 145,8 Milliarden beziffert.

„Contour Bottle“ vs. „Caroline Bottle“

Coca-Cola kämpft aber auch juristisch mit seinem großen Rivalen. Im Dezember musste das Unternehmen aus Atlanta eine Schlappe vor einem australischen Gericht einstecken. Coca-Cola monierte eine bauchige Pepsi-Flasche – die „Carolina Bottle“ - , die der eigenen – der „Contour Bottle“ - zum Verwechseln ähnlich sieht. Der Vorwurf war, dass Pepsi damit die Verbraucher verwirre. Das Bundesgericht urteilte aber, dass die Flaschen sich deutlich unterscheiden. Zudem seien die Markennamen und Logos hinreichend bekannt. Es sei unwahrscheinlich, dass Verbraucher sich bei der Auswahl von der Flaschenform verwirren ließen.

Beim Verbraucher selbst hat das Image von Coca-Cola schon länger Schaden genommen. Seit jeher versucht der Konzern den schlechten Ruf zu verbessern, dass der Softdrink zu viel Zucker enthalte und dick mache. Stattdessen greifen die Menschen vermehrt zu gesünderen Getränken. Vor allem in den traditionellen Absatzmärkten Nordamerika und Europa wird weniger Coca-Cola getrunken.

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