Vermögensreport: Ungleichheit wächst, Rekord bei Milliardären

Die Ungleichheit wuchs auch 2017 weiter. Weltweit gibt es bereits über 2.000 Milliardäre.

Die Ungleichheit wuchs auch 2017 weiter. Weltweit gibt es bereits über 2.000 Milliardäre.

Im Jahr 2017 erreichte die Zahl der Milliardäre einen neuen Rekordwert. Der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam zufolge gab es jeden zweiten Tag einen neuen Milliardär. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat mehr Besitz als der gesamte Rest.

Reiche Welt, arme Welt: 82 Prozent des gesamten im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen. Jeden zweiten Tag gab es im Jahr 2017 einen neuen Milliardär - mittlerweile gibt es weltweit 2.043 Milliardäre mit insgesamt 7,7 Billionen Dollar Vermögen. 40 dieser Milliardäre kommen aus Österreich (siehe untenstehende Tabelle). Das gemeinsame Vermögen der superreichen Österreicher beläuft sich auf rund 140 Milliarden Euro.

Und die Schere zwischen den Reichen und den Armen der Welt klafft immer weiter auseinander, wie der neue Bericht "Reward Work, not Wealth" der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam zeigt: Das reichste Prozent der Weltbevölkerung vereint mehr Vermögen auf sich als der gesamte Rest.

Österreichische Milliardäre

Rang Name Unternehmen, Aktivitäten Vermögen (2016)
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"To end the inequality crisis, we must build an economy for ordinary working people, not the rich and powerful" - die Ungleichheit beenden und eine Wirtschaft für die normalen, arbeitenden Menschen, nicht für die Reichen und Mächtigen schaffen ist der Untertitel des Reports. Die tatsächliche Entwicklung zeigt jedoch, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Die"3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen profitieren vom Vermögenswachstum nicht.

Einen Grund für dieses Ungleichgewicht sieht Oxfam in der Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen. Demnach drückt sich das reichste Prozent der Bevölkerung durch Steuertricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Den Entwicklungsländern hingegen, kritisiert die Hilfsorganisation weiter, entgehen durch diese Tricks mindestens 170 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen pro Jahr - das ist mehr als die weltweit insgesamt geleistete Entwicklungshilfe ausmacht (145 Milliarden US-Dollar/Jahr).

Anzahl und Vermögen der Milliardäre; Entwicklung 2000 - 2017

Anzahl und Vermögen der Milliardäre; Entwicklung 2000 - 2017

"Das derzeitige Wirtschaftssystem basiert zudem auf der konsequenten Ausbeutung von Frauen", prangert Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland, an. Frauen werden weltweit geringer bezahlt als Männer und sind überproportional häufig in schlecht bezahlten Berufen und in unsicheren Arbeitsverhältnissen vertreten. Schätzungen zufolge leisten Frauen jährlich unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit im Umfang von zehn Billionen US-Dollar.

Oxfam fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen, Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen zu stoppen, faire Einkommen und gleiche Chancen für Frauen und Männer durchzusetzen und in Bildung und Gesundheit für alle zu investieren.

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