Verkauf von Yahoo-Kerngeschäft besiegelt: Verizon übernimmt

Verkauf von Yahoo-Kerngeschäft besiegelt: Verizon übernimmt

Telekom-Riese Verizon übernimmt den Internet-Pionier Yahoo.

Der kriselnde US-Internetkonzern Yahoo verkauft sein Internetgeschäft an den US-Telekommunikationsriesen Verizon. Dafür zahlt Verizon 4,8 Milliarden Dollar.

Der jahrelange Überlebenskampf des Internet-Pioniers Yahoo (ISIN US9843321061) hat ein Ende. Marissa Mayer, die im Juli 2012 angetreten ist, um das Unternehmen zurück zu alter Größe zu führen, hat aufgegeben. Für knapp fünf Milliarden Dollar in bar geht das Kerngeschäft an den US-Telekomkonzern Verizon (ISIN US92343V1044), der nun entsprechende Berichte vom Samstag bestätigte.

Verizon sichert sich damit einen relativ günstigen Deal, denn Analysten hatten den Wert der Internet- und E-Mail-Sparte von Yahoo zuletzt auf sechs bis acht Milliarden Dollar geschätzt.

Gefallener Stern

Yahoo wurde 1994 von den Amerikanern David Filo und Jerry Yang gegründet. 1996 ging das Unternehmen an die Börse, es folgte ein rasantes Wachstum. Einnahmen aus Online-Werbung ließen den Unternehmenswert und damit auch den Aktienkurs bald in schwindlige Höhen steigen. Yahoo erweiterte sein Angebot stetig. Zum Unternehmen gehörten bald auch die Jobbörse HotJobs und die Foto-Plattform Flickr. Einen besonders guten Riecher hatte Yahoo beim Einstieg in Alibaba (ISIN US01609W1027), eine Art chinesisches Amazon (ISIN US0231351067). Die letzte große Übernahme folgte im Jahr 2013. Damals übernahm Yahoo die Blog-Plattform Tumblr.

Yahoo gelang es trotz aller Bemühungen nicht mehr, zu den gegenwärtigen Online-Giganten Google (ISIN US38259P5089) und Facebook (ISIN US30303M1027) aufzuschließen. Yahoo hat zwar immer noch hunderte Millionen User, die den zum Beispiel E-Mail-Dienst verwenden, kann der Übermacht der Mitbewerber aber sonst nicht mehr viel entgegensetzen, obwohl Firmenchefin Marissa Mayer eine Trendwende versprochen und dafür auch viel Geld in Übernahmen investiert hatte. Die Zahlen wurden aber nicht besser. Anleger, die in den vergangenen Jahren in Yahoo investiert hatten, konnten sich trotz aller Probleme über eine recht passable Kursentwicklung freuen. Im laufenden Jahr hat die Aktie bisher um 18,4 Prozent an Wert gewonnen, auf fünf Jahre gesehen steht sogar ein Plus von 23,5 Prozent.

Kümmerlicher Rest

Yahoo hatte sich lange gegen den Verkauf gestemmt. 2007 wollte Microsoft das Unternehmen noch 45 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Firmengründer Jerry Yang war das aber zu wenig. Yang war es übrigens auch, der den Google-Gündern riet, eine eigene Firma zu gründen, statt zu versuchen, ihren Suchalgorithmus Yahoo oder anderen Unternehmen zum Kauf anzubieten. Eine

Unter dem Druck eines Milliarden-Verlustes hatte Mayer dann im Februar die Reißleine gezogen und den Verkauf angekündigt. Nun bleibt von dem früheren Intenet-Giganten nur ein kleiner Rest übrig. Nicht abgestoßen werden die Beteiligungen an Alibaba und Yahoo Japan. Diese waren zuletzt viel mehr wert als das angestammte Internetgeschäft von Yahoo. Insidern zufolge hatten sich auch der Telekom-Konzern AT&T (ISIN US00206R1023) sowie einige milliardenschwere Investoren für Yahoo interessiert.

Zu Verizon gehört bereits der ebenfalls gefallene Internet-Pionier AOL. Diesen hatte der Telekomkonzern 2015 für 4,4 Milliarden Dollar geschluckt. Verizon will nun Yahoo und AOL zusammenführen. Zu AOL gehört bereits ein eigenes kleines Onlinemedienimperium von der "Huffington Post" bis zu den Technologie-Blogs "Tech Crunch" und "Engadget"

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