Verbund übernimmt Smatrics-Anteile von Siemens und OMV

Der Verbund-Stromkonzern wird Alleineigentümer des E-Mobility-Dienstleisters Smatrics. Welche ehrgeizigen Ziele der E-Tankstellenspezialisten hat.

Verbund übernimmt Smatrics-Anteile von Siemens und OMV

Wien. Beim E-Mobilitäts-Dienstleister Smatrics werden die Karten neu gemischt. Der österreichische Stromkonzern Verbund wird Alleineigentümer, indem sowohl von OMV als auch von Siemens die Smatrics-Anteile übernommen werden. Hauke Hinrichs wird künftig Smatrics-Alleinvorstand. Co-Vorstand und Gründer des E-Tankstellendienstleisters Viktor Fischer tritt per Ende September ab. Fischer wird ab Oktober zu einem "bekannten Unternehmen im Bereich E-Mobility" wechseln, wo er eine Top-Position übernehmen wird.

Hauke Hinrichs (37), seit drei Jahren Co-Geschäftsführer neben Michael Viktor Fischer, wird ab 1. Oktober alleine die Geschäfte führen.

Nachdem Siemens Österreich bereits seinen 20-Prozent-Paket abgegeben hat, wird im 4. Quartal die österreichische der Öl- und Gaskonzern OMV seinen 40-Prozent-Anteil an Smatrics an den Verbund verkaufen. Der Verbund wird dann Alleineigentümer des auf den Bau von Stromtankstellen fokussierten Unternehmens sein. Der Verbund ist somit mit 51 Prozent auch an dem Joint Venture Smatrics EnBW beteiligt. Der deutsche Stromkonzern hält 49 Prozente der Anteile. Hinrichs wird künftig auch Chef des Joint Ventures sein.

Die OMV war 2017 bei Smatrics eingestiegen und zahlte dem Bericht zufolge damals einen Kaufpreis von 23 Mio. Euro.

Sowohl seitens OMV als auch Siemens erfolgt der Verkauf an den Verbund laut "Kurier" zum Buchwert, obwohl der Marktwert wesentlich höher sei.

OMV soll einige Millionen investiert haben
Für die OMV war die Beteiligung demnach nicht lukrativ: Der Öl- und Gaskonzern bekommt zwar den einstigen Kaufpreis zurück, habe über Gesellschafterzuschüsse, die in Eigenkapital umgewandelt worden seien, einige Millionen Euro investiert. Smatrics soll wie andere Stromtankstellen-Anbieter in den vergangenen Jahren Verluste eingefahren haben. Smartrics soll demnach einen Verlust in niedriger Höhe zwischen drei bis knapp fünf Mio. Euro eingefahren haben.

Zwei Geschäftsbereiche

Smatrics hat laut dem künftigen Alleinvorstand Hinrichs weiterhin zwei Geschäftsbereiche: Das Joint Venture Smatrics EnBW besitzt die Assets, für den operativen Betrieb und die Errichtung von Ladestellen ist die Muttergesellschaft Smatrics GmbH & Co. KG zuständig. Das will man künftig auch im Ausland machen. "Wir bieten an, alles schlüsselfertig hinzustellen und zu betreiben wie in Österreich", sagte Hinrichs.

Langfristig - "wir reden über 2025 und 2030" - wolle man nicht mehr als Generalunternehmer alles selbst errichten und betreiben, sondern vor allem die IT-Plattformen dafür anbieten. "Ich will hinter dem Verbund oder der EnBW stehen als Dienstleister. Die Technik ist aber powered by Smatrics." So würden dann z.B. E-Mobilitätskunden von Stadtwerken oder Energieversorgern, die bei der Hotline anrufen, bei Smatrics landen und dort betreut werden.

Ziel: Einer der großen Player Europas werden
Smatrics betreibt nach eigenen Angaben das größte österreichweite Ladenetz mit mehr als 450 Ladepunkten - davon rund 250 Schnellladepunkte - und will zu einem der führenden Anbieter in Europa werden. Der Strom an den Ladepunkten stammt rechnerisch zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Zahl der Mitarbeiter soll deutlich aufgestockt werden
Derzeit beschäftigt Smatrics in Österreich rund 75 Leute, will aber in nächster Zeit auf 115 bis 120 Mitarbeiter aufstocken. "Wir sind massiv am Wachsen und suchen Talente und Talentinnen", so Hinrichs. Man suche deshalb Menschen, die bei einem Greentech-Unternehmen arbeiten wollen - das ist momentan der größte Hemmschuh, den wir haben." Benötigt würden vor allem, aber nicht nur, IT-Fachleute und Elektroingenieure.

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