Verbrennungsmotoren vor Verbot, Österreicher skeptisch

Die EU-Kommission bereitet das Gesetzespaket "Fit for 55" vor. Damit soll das Klimaschutz-Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, erreicht werden. Verbrennungsmotoren droht nun EU-weit das Aus. Die Österreicher sind gegenüber der E-Mobilität noch skeptisch, wie die trend-Umfrage zeigt.

Verbrennungsmotoren vor Verbot, Österreicher skeptisch

"Der Klimawandel wird uns noch viel mehr beschäftigen als Corona", waren sich Experten stets einig. Auch Siemens Österreich Generaldirektor Wolfgang Hesoun hatte das im Dezember 2020 im trend-Interview erklärt und betont: "Gegen den Klimawandel gibt es keine Impfung."

Mitten in der sommerlichen Hitzewelle des Jahres 2021 scheint die Corona-Gefahr gebannt zu sein. Und die EU-Kommission stellt die Weichen, um den Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen ernsthaft anzugehen. Und das ist tatsächlich ein sehr langfristiges Projekt. Bis 2030 soll der Ausstoß des Klimagases CO2 gegenüber 1990 um 55 Prozent reduziert werden - wobei auch das lediglich ein Etappenziel auf dem Weg zur Klimaneutralität der Wirtschaft bis 2050 darstellt.

Aus für Verbrennungsmotoren

Große Bedeutung kommt in den KIimaschutz-Plänen der Union dem Bereich Mobilität zu. Wieder einmal werden die Emissionsvorschriften für Neuwagen verschärft. Das bisher geltende Ziel, die CO2-Emissionen im Durchschnitt der Neuwagenflotten in der EU von derzeit 95 Gramm/Kilometer bis 2030 um 37,5 Prozent zu senken, wird radikal angehoben. Die EU-Kommission diskutiert über einen Wert von 60 Prozent, ab 2035 könnten es 100 Prozent werden - also nur noch emissionsfreie Autos erlaubt sein.

Die Debatte gilt somit als eröffnet, denn das käme einem EU-weiten Verbot von Verbrennungsmotoren gleich, wofür sich bereits neun EU-Staaten, darunter auch Österreich (weiter: die Benelux-Staaten, Griechenland, Dänemark, Irland, Litauen und Malta) ausgesprochen haben.

Die großen Autohersteller der Welt reagieren bereits auf diesen Fakt. So hat Volkswagen etwa bereits im Juni angekündigt, in Europa zwischen 2033 und 2035 aus dem Verkauf von Modellen mit Verbrennungsmotoren auszusteigen.

Skeptische Österreicher

Bei den österreichischen Autofahrern ist das allerdings noch nicht in dem Umfang angekommen, in dem das nun vor Beschluss steht, wie die vom Linzer market-Institut für den trend Anfang Juli 2021 durchgeführte Umfrage zeigt. Und die Skepsis gegenüber einem Verbot von Verbrennungsmotoren nimmt mit dem Alter der Befragten zu. So können sich nur 13 Prozent der über 60-Jährigen ein baldiges Aus für Benzin und Dieselmotoren vorstellen, aber 47 Prozent in der Altersgruppe von 16 bis 29 Jahren. 70 Prozent der Befragten - die ebenfalls zum Großteil den älteren Gruppen zuzurechnen sind - halten zudem ein von der Politik gesetztes Ablaufdatum für die Zulassung von Verbrennungsmotoren für nicht richtig.

Dass die Elektromobilität in Österreich noch nicht wirklich angekommen ist zeigt auch, dass nur ein Prozent der Befragten angab, bereits ein E-Auto zu fahren - was auch in etwa der Zulassungsstatistik entspricht. Für mehr als die Hälfte (59 Prozent) ist es hingegen schwer vorstellbar, dass sie innerhalb der nächsten fünf Jahre selbst auf ein E-Auto umsteigen werden.


Weitere Details aus der Umfrage finden Sie in der trend. PREMIUM Ausgabe vom 9. Juli 2021

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