Varta-Chef Tojner holt Partner für das E-Auto-Batterie-Geschäft

Michael Tojner, Chef des Industriekonzerns Montana Tech, zu dem auch Teile des Batterieherstellers Varta gehören, will die E-Auto-Batterien künftig mit einem prominenten Partner bauen. Die E-Mobility soll aus der Varta AG ausgelagert werden.

Montana Tech Chef Michael Tojner

Michael Tojner schmiedet Pläne zur Neuaufstellung des Batterieherstellers Varta.

Der Mitte Oktober 2017 über die Bühne gegangene Börsengang des deutschen Batterieherstellers Varta war ein Erfolg. Gleich zu Beginn stieg die Aktie von den 17,50 Euro Ausgabekurs auf über 24 Euro. 150 Millionen Euro flossen ins Unternehmen, über 80 Millionen kassierte der österreichische Unternehmer Michael Tojner, dessen Industriekonzern Montana Tech der Batterieproduzent bis dahin zu 100 Prozent gehörte. Allerdings kam danach nicht mehr viel: Obwohl die Börsen bis Ende Jänner noch kräftig zulegten, sank die Aktie wieder ab und liegt jetzt bei einem Kurs um die 20 Euro.

Varta AG, ISIN DE000A0TGJ55; Kursentwicklung vom IPO (Oktober 2017) bis 16.2.2018. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Varta AG, ISIN DE000A0TGJ55; Kursentwicklung vom IPO (Oktober 2017) bis 16.2.2018. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Elektromobilität

Vielleicht ist das einer der Gründe, wieso sich Tojner schon wieder Gedanken über eine neue Aufstellung von Varta macht. Im Vorfeld des IPO wurde die Elektromobilität noch als einer der künftigen Wachstumstreiber genannt. Doch es stellt sich heraus, dass Batterien für E-Autos nicht wirklich zu den anderen Geschäftsfeldern passen. Der Bereich Mikrobatterien, der Mini-Stromspender etwa für Hörgeräte, Kopfhörer oder Mobiltelefone produziert, boomt.

Varta konnte mit Apple, Google oder Amazon die Crème de la Crème unter den Tech-Konzernen als neue Kunden gewinnen, die bei hochwertigen Produkten zunehmend auf die billigeren, aber weniger zuverlässigen Batterien aus China verzichten. Auch das Segment Varta Storage läuft gut, wo Großbatterien für Haushalte und Unternehmen zur Speicherung von Solar-und Windstrom hergestellt werden.

Die Batterien für den Antrieb von Elektrofahrzeugen hingegen sind noch reine Zukunftsfantasie, die keinerlei Ergebnisbeitrag liefert. Im Gegenteil. Investoren, die in so etwas Geld stecken, sind andere als Investoren in traditionelle Industrie-Aktien. "Dieser Bereich ist derzeit auf Forschung und Entwicklung beschränkt", sagt Tojner dazu, "auf absehbare Zeit sind keine Umsätze zu erwarten." Der Aufwand beträgt rund fünf Millionen Euro pro Jahr, was bei einem operativen Varta-Gewinn von geschätzt 40 Millionen für 2017 schon ein Faktor ist.

Partnersuche

Im Sommer endet ein seit sieben Jahren laufendes Joint Venture mit der VW-Gruppe. Danach fällt die Entscheidung, wie es weitergeht. So viel steht schon fest: Die E-Mobility wird aus der Varta AG ausgelagert und verselbstständigt, bestätigt Tojner gegenüber dem trend: "Wir wollen das Geschäftsfeld mit einem Partner weiterführen."

Derzeit laufen offenbar schon Gespräche darüber mit BMW, VW und dem Autozulieferer Magna Europe, der seinen Sitz in Österreich hat. Verbindungen zu BMW bestehen, da Sven Quandt im Varta-Aufsichtsrat sitzt, dessen Halbgeschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt die weitaus größten Aktionäre des bayerischen Autokonzerns sind. Eine Fortführung der Kooperation mit VW ist ebenfalls eine Variante. Die wahrscheinlichere Option scheint aber laut trend-Informationen die Zusammenarbeit mit Magna, wo ein starker Fokus auf E-Mobilität besteht.


Der ganze Geschichte lesen Sie in der trend Ausgabe 7/2018 vom 16. Februar 2018.

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