USA schnürt Billionen-Hilfspaket gegen Corona-Krise

Im zweiten Anlauf einigten sich Republikaner und Demokraten im US-Senat zum Konjunkturpaket, das zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Im Repräsentantenhaus muss es noch formal die parlamentarische Zustimmung bekommen.

USA schnürt Billionen-Hilfspaket gegen Corona-Krise

Die Börse haben schon in Erwartung des Billionen-Hilfspakets kräftige Zuwächse verzeichnet. Der Der Leitindex Dow Jones hat einen Rekordsprung hingelegt.

Washington. In den USA ist der Weg frei für das Konjunkturpaket zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Es soll laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zwei Billionen Dollar (1.844,51 Milliarden Euro) umfassen.

Die Parteien haben sich geeinigt, wie der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, und der republikanische Mehrheitsführer, Mitch McConnell, in Washington am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) vor Journalisten mitteilten. Nach dem Senat muss dann auch noch das Repräsentantenhaus dem Gesetzespaket formal zustimmen. Die Führung der von den Demokraten kontrollierten Parlamentskammer war bereits an den Verhandlungen im Senat beteiligt. Nach den Worten McConnells soll das Paket noch am 25. März verabschiedet werden.

130 Milliarden für Gesundheitssystem

Von den zwei Billionen Dollar sin 130 Milliarden für den Ausbau des Gesundheitssystem bestimmt. 150 Milliarden sollen an Staaten und Gemeinden gehen, um die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu unterstützen.

Das Konjunkturpaket soll auch direkte Hilfszahlungen an die US-Steuerzahler umfassen. Steuerzahler mit einem gewissen Höchsteinkommen sollen demnach einen Scheck über 1.200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzliches Geld geben.

Es ist ein Kreditprogramm im Umfang von 367 Milliarden US-Dollar für kleine Firmen vorgesehen. Auch große Unternehmen, die von der Krise besonders betroffen sind, sollen milliardenschwere Hilfen erhalten.

Das Hilfspaket wird auch milliardenschwere Hilfen für die besonders stark betroffene Luftfahrt beinhalten. Passagierairlines sollen 25 Milliarden Dollar an Zuschüssen erhalten, Frachtlinien und Flughafenbeschäftigte bis zu 8 Milliarden Dollar,

Viele Geschäfte sind auch in den USA derzeit geschlossen, Restaurants und Kinos bleiben leer, zahlreiche Reisen wurden ersatzlos gestrichen. Erste Daten lassen auch angesichts der Ausgangsbeschränkungen in vielen US-Staaten einen rapiden Anstieg der Arbeitslosenzahlen befürchten.

Der Chef des Fed-Bezirks von St. Louis, James Bullard, bezifferte die Zahl der in den USA besonders gefährdeten Jobs auf 46 Millionen. Dies seien insbesondere Arbeitsplätze mit Publikumsverkehr, also Tätigkeiten, bei denen es zum Kontakt mit der Öffentlichkeit komme.

Dow auf Rekordfahrt

Der Dow Jones hatte bereits in froher Erwartung auf das Konjunkturpaket am Dienstagabend einen kräftigen Sprung gemacht und konnte um mehr als 2000 Punkte zulegen. Der Sprung war so hoch wie zuletzt im Jahr 1933. Der US-Leitindex verbuchte somit den größten Gewinn in seiner Geschichte.

Die Ankündigung des Konjunkturpakets hatte die Anleger mehr besänftigt als die konkreten Ankündigungen der US-Notenbank Fed. Die US-Notenbanker hatten am Montag weitere Stützungsmaßnahme avisiert. Statt dem Dow Jones einen Auftrieb zu geben, war der US-Leitindex auf das tiefste Niveau seit November 2016 gefallen.

Der Euro ist am Mittwoch gestiegen. In der Früh wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,0822 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Nacht noch unter 1,08 Dollar gelegen hatte. Eine breitangelegte Dollar-Schwäche wegen der Einigung auf ein staatliches US-Konjunkturpaket im Kampf gegen die Corona-Krise stützte den Euro.

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