USA gegen EU: Strafzölle auf Autos - die 5 Kernfragen

US-Präsident Donald Trump droht einmal mehr der Autoindustrie in Europa. Trump lamentiert einmal mehr, dass vor allem zu viele Mercedes, BMW und Volkswagen auf den Straßen der USA fahren. Umgekehrt die US-Autokonzerne in Europa nicht so viel Autos absetzen. Mit Strafzöllen will er einmal mehr sein Problem lösen. Die US-Wirtschaftslobby formiert Widerstand und erteilt US-Präsident Trump eine Absage: "Aber so nicht."

USA gegen EU: Strafzölle auf Autos - die 5 Kernfragen

Frankfurt. US-Präsident Donald Trump sind die vielen BMW, Mercedes und Volkswagen auf den Straßen seines Landes ein Dorn im Auge. Aktuell untersucht das US-Handelsministerium, inwiefern die importierten Autos ein Sicherheitsrisiko für die heimische Industrie darstellen. Trump droht mit hohen Strafzöllen.

Die Europäische Union hat postwendendbereits reagiert. Sie droht im Fall eines US-Schutzzolls auf Autos mit Gegenmaßnahmen. Es sei "ein realistisches Szenario", dass die von US-Zöllen betroffenen Länder ihrerseits US-Exporte mit höheren Einfuhrzöllen belegten, zitierte das "Handelsblatt" am Montag aus einer Stellungnahme der EU-Kommission.

Große Teile der US-amerikanischen Wirtschaft machen gegen die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump mobil. Auf Basis einer Studie zu den Auswirkungen auf die Bundesstaaten kommt die US-Handelskammer zu dem Schluss, dass ein eskalierender Konflikt letztlich die US-Verbraucher treffen würde.

"Die Regierung droht die wirtschaftlichen Fortschritte zu untergraben, für die sie so hart gearbeitet hat", warnte der Präsident der mächtigen Wirtschaftslobby, Tom Donohue, am Montag zum Start einer breit angelegten Kampagne. Ziel der USA müsste eigentlich ein freier und fairer Handel sein: "Aber so nicht."

Die offene Kritik an Trumps Politik lässt aufhorchen, da die Handelskammer mit drei Millionen Mitgliedern traditionell eher republikanische Präsidenten unterstützt. Die von dem Verband gegen Trumps Linie ins Feld geführte Studie basiert auf Daten aus dem US-Handelsministerium sowie auf Zahlen von Regierungsstellen in China, Mexiko, Kanada und der Europäischen Union.

Die 5 wichtigsten Fragen zu den Strafzöllen auf Autos

  1. Wie wichtig ist der US-Markt für die EU?
    Im Jahr 2017 wurden laut dem Datensammler AutoData in den USA insgesamt 17,2 Millionen Fahrzeuge verkauft. Die Hälfte (8,7 Millionen) davon waren importiert. Die importierten neuen Pkw hatten laut US-Handelsministerium einen Wert von 191 Mrd. US-Dollar (164 Mrd. Euro). Importe aus den Nachbarländern Mexiko und Kanada machten dabei den größten Teil mit 47 beziehungsweise 43 Mrd. Dollar aus. Danach folgt Japan mit 40 Mrd. und die EU insgesamt mit einem Wert von 37,4 Mrd. Euro, davon alleine Autos aus Deutschland im Wert von 20 Mrd. Dollar. Im Gegenzug fanden amerikanische Pkw im Wert von lediglich 6,2 Mrd. Euro Abnehmer in Europa.
    Laut dem europäischen Branchenverband ACEA gehen mehr als ein Viertel aller Autoexporte aus der EU in die USA. Allein Deutschland exportierte 2017 laut Verband der Automobilindustrie (VDA) rund eine halbe Million Fahrzeuge dorthin, bei 5,6 Millionen gebauten Autos insgesamt.
  2. Profitieren die US-Hersteller von Strafzöllen?
    Prinzpiell hätten Ford und General Motors (GM) einen Wettbewerbsvorteil, wenn ihre Konkurrenz Strafzölle auf die Autos aufschlagen müsste. Allerdings würden ihre Herstellungskosten wahrscheinlich ebenfalls steigen. Die Zuliefererkette ist nämlich sehr international aufgestellt und Autoteile könnten durch zusätzliche Abgaben teurer werden. Schon jetzt steigen ihre Herstellungskosten wegen der US-Strafzölle auf Stahlimporte.
    Ford und General Motors würden besonders leiden, falls Kanada und Mexiko mit Strafzöllen belegt werden, weil sie dort viele Fabriken und Zulieferer haben. Außerdem würden Gegenmaßnahmen von Handelspartnern ihre Exporte treffen.
  3. Wie stark würden die US-Strafzölle ausländischen Herstellern schaden?
    Laut einer Analyse der Ratingagentur Moody's würden wohl die Autobauer und Zulieferer am meisten leiden, die keine Fabriken in den USA betreiben. Das sind etwa Jaguar Land Rover.
    Die deutschen Autobauer Daimler, BMW und Volkswagen importieren jeweils mehr als die Hälfte ihrer in den USA verkauften Autos. Laut Moody's machen diese Importe bei BMW zwölf Prozent der weltweiten jährlichen Gesamtverkäufe aus, bei Daimler acht Prozent und bei der Volkswagen Gruppe drei Prozent. Durch Strafzölle steigen die Kosten für die Hersteller - im Premiumsegment könnten sie diese aber zumindest teilweise an die zahlungskräftige Kundschaft weitergeben.
    Umgekehrt würden die deutschen Hersteller auch wieder von Gegenzöllen getroffen. So unterhält BMW im US-Bundesstaat South Carolina sein größtes Werk weltweit und produziert dort hunderttausende Autos für den Export. BMW hat auch schon angekündigt, dass die Strafzölle möglicherweise zu Verlusten an Investitionen und Jobs in den USA führen könnten.
    Die einzigen Autohersteller, die von den Strafzöllen nicht getroffen würden, sind die chinesischen. Sie exportieren nämlich nicht in die USA.
  4. Welches Land wäre von Autozöllen am härtesten betroffen?
    Die kleine Slowakei ist pro Kopf der größte Autohersteller Europas. Volkswagen, die französische PSA-Gruppe und der südkoreanische Hersteller Kia haben dort Fabriken - neben mehr als 300 Zulieferern. Auto-Exporte nach Übersee machen 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Damit würde die Slowakei von Autozöllen am härtesten getroffen.
  5. Wie hoch wäre der Schaden für die USA-Wirtschaft bei Gegenmaßnahmen der EU?
    Der unmittelbare Schaden für die US-amerikanische Wirtschaft würde sich demnach auf 13 bis 14 Mrd. Dollar summieren. Basis für die Berechnung sind die Reaktionen der US-Handelspartner auf die von der US-Regierung verhängten Abgaben aus Stahl und Aluminium. US-Präsident Trump droht der EU seit Monaten schon mit Einfuhrzöllen auf Autos und Autoteilen von 20 Prozent.
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