USA: Zinsen könnten schneller steigen als geplant

Die US-Kerninflationsrate, also die Inflation ohne Lebensmittel und Energiepreise, ist 2017 abgestürzt. Doch eine rasche Trendwende könnte bevorstehen und die US-Notenbank unter Druck setzen.

USA: Zinsen könnten schneller steigen als geplant

US-Notenbank-Chefin Janet Yellen könnte das starke Wirtschaftswachstum in den USA unter Zugzwang bringen.

Die US-Inflation zieht bereits an. Im August kletterte der Verbraucherpreisindex bereits auf 1,9 Prozent. Das war bereits etwa mehr als von vielen Ökonomen erwartet.
Doch es könnte noch wesentlich rasanter kommen. Denn die Kerninflationsrate könnte demnächst vor einem starken Anstieg stehen. Die Kerninflationsrate, diese spiegelt die Preisentwicklung eines Landes wesentlich besser wieder, da diese die Preise für Lebensmittel und den Energiesektor aus der Berechnung ausschließt, da diese Parameter in stärkerem Maße Schwankungen unterworfen sind, deren Ursachen nicht innerhalb der betrachteten Volkswirtschaft zu finden sind.
Diese Kerninflationsrate ist seit Jänner 2017 nicht nur gesunken, sondern sogar deutlich. Von raschen Zinserhöhungen ist deshalb bisher keine Rede.

Entwicklung des Einkaufsmanager-Index guter Frühindikator für Entwicklung der Kerninflation

Doch das könnte sich bald ändern. Die Analysten der US-Investmentgesellschaft JP Morgan rechnen, dass die US-Kerninflation bereits in den nächsten Monaten kräftig steigen könnte. Das liegt am starken Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten. Das wiederum signalisiert der US-Einkaufsmanager-Index ISM, der wichtigste Index, wenn es darum geht einen Auf- oder Abschwung frühzeitig zu erkennen. Dieser ist seit Jahresbeginn nun, nach einem längerem Abschwung, deutlich gestiegen (siehe Grafik). In der Vergangenheit ist die Entwicklung Kerninflationsrate stets dem Einkaufsmanager-Index gefolgt. Das zeigt der Vergleich der beiden Indizes recht deutlich über die Jahrzehnte.

2017 ist die US-Kerninflationsrate abgestürzt. Doch die Trendwende könnte kurz bevorstehen.

Notenbank könnte gezwungen sein den Zinssatz schneller als geplant anzuheben

Noch rechnet man an den Märkten nur mit höchstens zwei Zinserhöhungen durch die US-Notenbank Federal Reserve bis Ende 2019. Doch das könnte sich, aufgrund des starken Anstiegs des Wirtschaftswachstums seit Jahresbeginn, als zu wenig herausstellen. JP Morgan: "Vor dem Hintergrund der angespannten Arbeitsmarktlage könnte der starke Anstieg des Einkaufsmanager-Index dazu beitragen, dass die Kerninflation in den kommenden Monaten wieder zulegt. Die Fed könnte dadurch gezwungen sein den Zinssatz schneller anzuheben als es aktuell von den Finanzmärkten erwartet wird."

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ZUR PERSON: Martin Butollo ist seit 2013 Country-CEO der Commerzbank in Österreich. Nach seinem Studium an der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Pariser HEC trat Butollo bei PricewaterhouseCoopers ein und wechselte dann nach Frankfurt, wo er bei der Dresdner Bank und der Commerzbank Bankerfahrung sammelte.
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