US-Wirtschaft vertreibt Rezessionssorgen

US-Wirtschaft vertreibt Rezessionssorgen

Container am Hafen von Los Angeles.

Die US-Wirtschaft wächst stärker als gedacht und lässt damit der Notenbank Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Im vierten Quartal 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufs Jahr hochgerechnet um 1,0 Prozent zu, so das US-Handelsministerium. Damit fiel die Zahl höher aus als mit 0,7 Prozent zunächst geschätzt.

Noch im Sommer lag die Zuwachsrate allerdings bei 2,0 Prozent. US-Notenbankchefin Janet Yellen, die im Dezember die Zinswende einleitete, hatte wegen der Abkühlung die Sorge geäußert, dass die Wirtschaft vom Weg abkommen könnte. Diese Bedenken sind nun etwas in den Hintergrund gerückt, zumal auch die für die US-Konjunktur wichtigen Verbraucherausgaben im Januar mit 0,5 Prozent etwas stärker anzogen als erwartet.

An der Wall Street sorgte dies für Kursgewinne. Die stärker als erwartet ausgefallenen Daten lieferten auch dem Dollar Rückenwind. Der Euro rutschte unter die Marke von 1,10 Dollar auf 1,0946 Dollar ab. Der Dax baute in Frankfurt seine Gewinne etwas aus. Die konjunkturellen Sorgenfalten dürften damit kleiner werden, sagt Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Belastend wirkten zuletzt die Konjunkturabkühlung in China und die Folgen der jüngsten Börsenturbulenzen. Zudem verteuert der starke Dollar US-Produkte auf den Weltmärkten.

Die Zentralbank Fed fährt geldpolitisch auf Sicht, weil steigende Zinsen die Wirtschaft abwürgen könnten. Mehrere Fed-Führungsmitglieder betonten jedoch, die Gefahr einer Rezession sei gering. Manche Ökonomen erwarten für das erste Quartal nunmehr bereits ein Wachstum von bis zu 2,5 Prozent. Viele Experten gehen davon aus, dass die Notenbank dieses Jahr noch mindestens zwei Mal die Geldpolitik straffen wird. Zuletzt zogen auch die Preise stärker an als erwartet und erhöhten damit die Aussichten auf Zinserhöhungen in diesem Jahr. Die Fed strebt bei der Inflation eine Zielmarke von zwei Prozent an.

Die Währungshüter blicken dabei insbesondere auf die jährlichen Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei die schwankungsanfälligen Kosten für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden. Der entsprechende Wert lag im Januar mit 1,7 Prozent bereits deutlich näher am Zielwert der Fed als im Vormonat mit 1,5 Prozent. Die Notenbank soll Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise gewährleisten. Auf dem Arbeitsmarkt ist sie nach Ansicht von Experten fast am Ziel. Die Fed hatte daher im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Zinsen angehoben - auf ein Niveau von 0,25 bis 0,5 Prozent.

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