US-Regulierer: Benachteiligt Amazon Händler?

US-Regulierer: Benachteiligt Amazon Händler?

FTC will feststellen, ob Amazon Wettbewerber benachteiligt. Die Wettbewerbsbehörde in Österreich beobachtet Amazon-Marketplace bereits diesbezüglich.

Es wird schon länger unter vorgehaltener Hand unter Unternehmen gemunkelt, dass Amazon es auf die Daten ihrer Lieferanten abgesehen hat und dann diese zu eigenen Zwecken nutzt. So mancher Händler lässt sich deshalb erst gar nicht auf eine Zusammenarbeit mit dem Onlineriesen ein. Nun ist Amazons Händler-Plattform Marketplace deshalb auch ins Visier der US-Wettbewerbshüter geraten. Die US-Handelsaufsicht FTC befrage teilnehmende Händler, um festzustellen, ob Amazon Wettbewerber benachteilige, berichtete der Finanzdienst Bloomberg.

Die FTC-Vertreter wollten dabei unter anderem wissen, welcher Anteil ihres Geschäfts auf Marketplace entfalle, verglichen mit anderen Plattformen wie eBay. Das Interesse könnte auf die Vorbereitung offizieller Ermittlungen hinweisen.

Bei Marketplace können Händler ihre Artikel über die Amazon-Website verkaufen und dabei bei Bedarf auch auf die Logistik-Infrastruktur des Konzerns zugreifen. Nach Firmenangaben stammen 58 Prozent des weltweit über Amazon erwirtschafteten Bruttowarenumsatzes von diesen Verkäufern.

EU hat bereits Untersuchung im Juli eingeleitet
In Europa hatte die EU-Kommission im Juli eine Untersuchung zu Marketplace eingeleitet. Die Brüsseler Wettbewerbshüter gehen der Frage nach, ob Amazon als Betreiber Daten aus der Plattform nutzt, um sich gegenüber den Händlern einen unerlaubten Vorteil zu verschaffen. Zugleich hatte das deutsche Bundeskartellamt mit einer eigenen Untersuchung mehr Rechte für Händler auf der Plattform durchgesetzt. So wurden zum Beispiel Vorgaben zur Haftung bei kaputten Produkten umformuliert, die bisher zulasten der Händler gingen. Es ging dabei nicht nur um "amazon.de", sondern um alle Online-Marktplätze des Unternehmens.

In Österreich beobachtet die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) auch nach den im Juli angekündigten Änderungen der Geschäftsbedingungen (AGB) weiter die Bereiche Kommunikation und Logistik des Amazon-Marktplatzes. Die BWB behält sich zudem weitere Ermittlungen vor, sollten die Änderungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, hieß es damals.

Jahre der laschen Regulierung für Google, Facebook & Co sind vorbei
In den USA sind Tech-Riesen wie Google und Facebook nach Jahren einer bisher eher laschen Regulierung zuletzt stark ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Dabei gibt es auch eine politische Dimension: US-Präsident Donald Trump wirft Internet-Plattformen vor, konservative Meinungen zu unterdrücken und damit gegen seine Wiederwahl im Herbst 2020 zu arbeiten. Amazons Gründer und Chef Jeff Bezos wird von Trump regelmäßig angegriffen. Bezos gehört die Zeitung "Washington Post", in der Trump oft kritisiert wird.

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