US-Präsident Donald Trump wirbelt an verschiedenen Fronten

US-Präsident Donald Trump hat China eine erneute Verschärfung von US-Strafzöllen angekündigt. China wird sich dem Kampf stellen und zurückschlagen. Trump nimmt nun auch die US-Notenbank Fed ins Visier. Die Börsen reagieren mit Verunsicherung. Die US-Unternehmen stemmen sich gegen Trumps Strafzölle.

US-Präsident Donald Trump wirbelt an verschiedenen Fronten

US-Präsident Donald Trump schlägt nach seinem vergeigten Gipfel in Russland weiter um sich - und regiert und poltert via Twitter.

Washington. US-Präsident Donald Trump droht damit, Zölle auf chinesische Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar (431 Mio. Euro) zu verhängen. Im US-Sender CNBC sagte er am Freitag mit Blick auf das Handelsdefizit mit China: "Die USA liegen gewaltig zurück." Er sei "bereit, bis 500 zu gehen".

Wegen des großen Handelsdefizits der USA zieht Trump gerade mit Strafzöllen gegen China, die EU, Japan, Kanada und Mexiko zu Felde. Gegenüber China hat der US-Präsident den Ton noch einnmal verschärft. Trump hatte bereits in der Vergangenheit mit weiteren Zöllen gedroht, sollte China nicht sein Verhalten im Umgang mit geistigem Eigentum und bei Subventionen für die High-Tech-Industrie ändern.


1.

Der Wirbel mit den Strafzöllen

Chinesische Importe im Wert von 34 Mrd. Dollar wurden von den USA bereits mit Strafzöllen von 25 Prozent belegt, woraufhin China gegen US-Einfuhren in gleicher Höhe Zölle verhängte. Bis Ende August droht Trump zudem mit Sonderzöllen von zehn Prozent auf Waren aus China im Wert von 200 Mrd. US-Dollar. Damit wäre die Hälfte aller Importe aus China betroffenen.

Nun hat Trump nochmals das Limit gegen das Feindbild Nummer 1 erhöht. Der US-Präsident denkt sogar an Strafzölle auf alle chinesischen Einfuhren von rund 500 Mrd. US-Dollar.


2.

Der Widerstand der US-Unternehmen

Und Trump legt am Freitag via Twitter nach. Der EU und China wirft er vor, den Wert ihrer Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen. "China, die EU und andere manipulieren ihre Währungen und Zinsen nach unten", schrieb Trump am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er sprach von "illegaler Währungsmanipulation".

Hintergrund von Trumps Attacke ist unter anderem die Entwicklung des Yuan. Die chinesische Währung war vor kurzem auf ihren niedrigsten Wert seit einem Jahr gesunken. Auch der Kurs des Euro ging seit Beginn des Jahres deutlich zurück. Ein niedriger Währungswert ist für die Exporteure des jeweiligen Landes günstig, weil dies den Preis ihrer Waren auf dem Weltmarkt senkt.


3.

Der Affront gegen die Fed

In einem Interview des Senders CNBC hat Trump zudem den Unmut gegenüber den Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve geäußert. Er macht die Fed dafür mitverantwortlich, dass die USA ihres "großen Wettbewerbsvorteils" beraubt würden. Die USA setzten ihre Zinsen herauf, und der Dollar werde "mit jedem verstreichenden Tag stärker und stärker", beklagte Trump.

Indem an der Zinsschraube gedreht werde, würden die positiven Entwicklungen in der US-Wirtschaft beschädigt, twitterte der US-Präsident. Die USA sollten "nicht dafür bestraft werden, dass sie sich so gut schlagen".

Die Fed will angesichts der boomenden Konjunktur seit dem Jahr 2015 die Zinsen einmal mehr die Zinsen anheben. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Banken mit Geld liegt momentan in der Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Seit Trumps Amtsantritt im Jahr 2017 hat die Fed bereits in fünf Schritten die Zinsen angehoben. An der Börse werden für heuer noch zwei Erhöhungen erwartet.

Die Reaktion an den Börsen und bei Wirtschaftsexperten folgte ebenso prompt. Trump Drohungen ließen den Dollar-Index, der den Kurs der US-Währung zu anderen wichtigen Währungen nachzeichnet, zeitweise um bis zu 0,2 Prozent fallen. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug auf 1,1678 Dollar. Die US-Futures ins Minus. Der Dax, der zuvor auf der Stelle trat, rutschte um ein Prozent auf 12.563 Punkte ab.

Experten äußerten sich am Freitag besorgt: Es bestehe die Gefahr, dass die Fed-Entscheidungen auf politische Einflussnahme hin interpretiert werden, sagte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt.

"Jedes Zögern, jedes Anzeichen für langsamere Zinserhöhungen, die wir für kommendes Jahr ja durchaus sehen, könnte als Zeichen gewertet werden, dass die Fed die Wünsche des Präsidenten in ihre Entscheidungen einbezieht." Dies gelte, selbst wenn sich Beschlüsse plausibel wirtschaftlich begründen ließen.

Marktanalyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets glaubt allerdings, dass die Fed diesem Druck standhalten wird: "Zwar haben die Kommentare Fragen aufgeworfen und eine Menge Kritik ausgelöst, es ist aber unwahrscheinlich, dass sie auf lange Sicht den Zinskurs der Fed verlangsamen werden." Damit werde sich der Präsident abfinden müssen.


4.

Der Widerstand der US-Unternehmen

Trumps Gefolgschaft auf Unternehmerseite dürfte nun brökeln. Auch bei US-Unternehmen stoßen die in einen Handelskrieg mündenden Strafzölle auf Gegenwehr.

"Unilateralismus und Handelsmobbing sind inakzeptabel", teilte das chinesische Handelsministerium mit. China werde sich keinesfalls unterwerfen. US-Unternehmen in China spüren bereits die Auswirkungen des Handelskonflikts. "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg", sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer, William Zarit, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Peking.

Die in China ansässigen US-Unternehmen kommen aus der Deckung. Sie sind sehr besorgt, dass sie Ziel chinesischer Vergeltung werden könnten. "Wir ermutigen sie und helfen ihnen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten", erklärte US-Kammer-Präsident Zarit. "Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder der Kammer sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Maße beeinträchtigen könnten - auch wenn noch nicht gesagt werden kann wie weit."

Haben ausländische Unternehmen in China ohnehin noch immer hohe Hürden zu nehmen, wenn sie ihre Geschäfte mit eigenen Unternehmen machen und Betriebsniederlassungen gründen wollen, drohen die Vorgaben nun eher noch verschärft zu werden.

Die US-Handelskammer in China lehnt die von Trump bereits eingeführten und noch angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe ab. Aber die Probleme wie ungerechte Wettbewerbsbedingungen, unter denen die US-Unternehmen in China leiden, und das wirtschaftliche Ungleichgewicht müssten beseitigt werden, sagte auch Zarit.


5.

Der Widerstand der Chinesen

US-Unternehmen müssen künftig mit noch strengeren Kontrollen, langwierigen Genehmigungsverfahren sowie mit Importstopps von Waren rechnen. Ein Reiseboykott wurde ebenso von den Chinesen angedroht, wei Ö1 offizielle Vertreter Chinas im Mittagsjournal zitiert. Globale Zuliefererketten würde zudem durch den Handelskrieg gefährdet werden.

"China hat bereits entschieden, die Herausforderung aus Washington anzunehmen, und ist bereit für einen langwierigen Handelskrieg, der viele Jahre dauern könnte", schrieb ein Kommentator. "China wird keine Bedingungen für einen Waffenstillstand akzeptieren, der nur das Land erniedrigt und dessen Souveränität aufgibt."

Erste Befürchtungen werden schon laut, dass jetzt in China eine Kampagne gegen US-Unternehmen wie 2017 gegen südkoreanische Firmen gestartet werden könnte. Auslöser war damals Seouls Entscheidung, ein US-Raketenabwehrsystem zu stationieren, das sich zwar gegen Nordkorea richtete, aber auch von China als Bedrohung empfunden wurde. Zarit verwies auf Äußerungen der chinesischen Regierung, im Handelsstreit die Rechte und Interessen "aller Unternehmen in China" schützen zu wollen. "Wir erwarten, dass China sein Versprechen einhält."


6.

Das Fazit

Eine Lösung ist unterdessen nicht in Sicht: Chinas Staatsmedien äußerten scharfe Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump und warfen ihr "Wortbruch" vor, indem sie Vereinbarungen in vier Runden von Verhandlungen über die Handelsprobleme nicht eingehalten habe.

Eine Verschärfung des Handelskrieg zwischen den USA und China würde zudem Kreise ziehen. Darüber sind sich die US-Unternehmer, auch Vertreter des offiziellen Chinas einig.

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