US-Notenbank Fed schnürt 2,3 Billionen Dollar schweres Hilfspaket

Die Fed legt nach, nachdem sie bereits mit drastischen Zinssenkungen und anderen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert hat. Die Weltbörsen zogen an. Der IWF rechnet mit der größten Wirtschaftskrise seit 1929.

US-Notenbank Fed schnürt 2,3 Billionen Dollar schweres Hilfspaket

Washington. Die US-Notenbank Fed will die US-Wirtschaft angesichts der Corona-Pandemie mit billionenschweren Krisenhilfen stützen. Die Fed kündigte am Donnerstag in Washington an, über verschiedene Kreditprogramme insgesamt bis zu 2,3 Billionen Dollar (2,1 Billionen Euro) in die Wirtschaft zu pumpen.

"Die Rolle der Fed ist es, soviel Entlastung und Stabilität zu bieten wie wir können", erklärte Notenbankchef Jerome Powell in einem Statement. Mit den Maßnahmen sollen unter anderem kleinere und mittlere Unternehmen sowie die Kommunen und Städte gestützt werden. Konkret geht es um Notkredite im Rahmen des sogenannten Main Street Lending Program, das Teil eines im März vom US-Kongress beschlossenen Konjunkturprogramms ist.

Bei Anlegern kamen die Krisenhilfen der Notenbank gut an - die US-Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen, der Leitindex Dow Jones eröffnete 300 Punkte im Plus.

Zu den nun von der Fed vorgestellten Maßnahmen gehört etwa der Ankauf kurzlaufender Kommunalanleihen durch die Notenbank. Der Kaufbetrag kommt den Kommunen und Städten zugute. Dieses Programm hat einen Umfang von bis zu einer halben Billion Dollar. Darüber hinaus legt die Fed ein Kreditprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Volumen von bis zu 600 Mrd. Dollar auf. Daneben werden mehrere bestehende Kreditprogramme aufgestockt.

Die Fed hatte bereits mit drastischen Zinssenkungen und anderen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert. Am Mittwoch erst signalisierte die US-Notenbank Fed eine länger andauernde Nullzinspolitik. Der Leitzins bleibe solange bei null Prozent, bis die Wirtschaft die Krise überwunden habe, hieß es im Protokoll der außerordentlichen Zinssitzung vom 15. März. Der Wirtschaftsausblick sei mit einem "extrem großen Ausmaß" an Unsicherheit verbunden.

Die Zinssitzung wurde wegen der Corona-Krise vorgezogen. Die Fed hatte damals ihren Leitzins um 1,0 Prozentpunkt auf eine Spanne von 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Zudem wurde ein umfangreiches Wertpapierprogramm aufgelegt. Bereits Anfang März hatte die Fed die Zinsen auf einer außerplanmäßigen Sitzung um 0,50 Prozentpunkte gesenkt.

Die größte Krise seit der Weltwirtschaftskrise 1929

Zuvor hatte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Donnerstag ein düsteres Bild für die globale Wirtschafts gezeichnet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwaret wegen der Coronavirus-Pandemie die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression der 1920er und 1930er Jahre zu. "Wir erwarten die schlimmsten wirtschaftlichen Konsequenzen seit der Großen Depression", sagte IWF-Chefin Georgieva.

Selbst im besten Fall dürfte es im kommenden Jahr nur eine "teilweise Erholung" geben; es könnte aber auch "schlimmer" werden. Es herrsche große Unsicherheit über die Dauer der Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen, sagte Georgieva. Das weltweite Wirtschaftswachstum werde in diesem Jahr klar negativ ausfallen. 170 der 180 IWF-Mitgliedstaaten dürften einen Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens erleiden.

Die Regierungen müssten jetzt entschieden handeln und Unternehmen und Bürger unterstützen, mahnte Georgieva. Ansonsten würde ein Wiederanspringen der Wirtschaft zum Ende der Pandemie noch schwieriger.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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